Die Manfred Raguse Kolumne im November

Liebe Orvis-Freunde,

der Herbst hat überall Einzug gehalten und es treffen aus verschieden Richtungen beeindruckende Fangmeldungen ein. Herzlich gratuliere ich unserem Orvis Händler Werner Steinsdorfer aus Neustadt a. d. Donau zu seinem phantastischen Hecht von 1,11 m Länge, gefangen mit seiner Helios 2 an der Donau.  Wie Sie sehen, ein Bild von einem Hecht! Es gelingt Werner immer wieder,  in den Gewässern seiner Umgebung herausragende Fänge zu machen und er ist für seine Kunden ein besonders wertvoller Ratgeber, der seine Kenntnisse gern weitergibt.

Werner Steinsdorfer mit seinem wirklich „tollen“ Hecht aus der Donau.

Offen gestanden, bei mir selbst lief es fischereilich im Oktober nicht so gut. Auf der Rückreise aus Schweden fuhr ich noch durch Dänemark, um es zusammen mit meinem Freund Heinz Werner Heller noch auf Lachs zu versuchen. Aber die Verhältnisse dort waren nach starken Regenfällen geprägt durch extrem hohes und gefärbtes Wasser. Unsere Chancen waren gering und deshalb fuhren wir auch früher als geplant zurück nach Deutschland.

Mein Freund Heinz Werner testet begeistert bei bestem Wetter in Schweden die neue 908 Helios 3 mit der Bank Shot Schnur…

… und zwei Tage später versuchen wir unser Glück noch zwei Tage in Dänemark auf Lachs, bei schlimmen Regenwetter mit viel Wind…

… haben aber bei dieser Wasserfärbung nur geringe Chancen

Zurück in Hamburg wartete, nicht überraschend, viel Arbeit auf mich und nachdem das Wichtigste erledigt war, suchte ich mir unter den neuen ORVIS Produkten für 2018 den neuen Practicaster heraus, um ihn im Trockenen auszuprobieren. Mein Assistent Thies hatte mich neugierig gemacht, indem er erzählte, dass bei einem Besuch bei einem unserer Orvis Händler einer der Angestellten mit unserem Practicaster quasi ins Spielfieber geraten war und er fast Gewalt anwenden musste, um diesen wieder mitnehmen zu können.

Das Anwerfen der „Zielfische“ mit Klettoberfäche macht ein bisschen süchtig und da diese auf der gesamten Oberfläche gehakt werden können, ist ein leiser sportlicher Zweifel unvermeidbar.

Der neue Practicaster kommt mit drei „Zielfischen“ im Helios 3 Design daher und könnte deshalb gewissermaßen als die „Helios 3 des kleinen Mannes“ bezeichnet werden (EVK € 59,-).

Es macht ehrlich Spaß mit dem Practicaster auf die „Zielfische“ zu fischen und das gerade auch deshalb, weil es wirklich nicht so einfach ist. Schon der alte Practicaster hat viel Spaß gemacht, mit dem haben wir in Norwegen auf dem Bauernhof die Katzen süchtig gemacht. Eine von ihnen, ein roter Kater den wir „Findus“ getauft hatten, war immer auf unseren Spaziergängen über Kilometer mitgekommen, magisch angezogen von der mit dem Practicaster geworfenen Wollschnur, die er unermüdlich versuchte zu fangen. Den neuen Practicaster kann ich auf jeden Fall für Schlechtwetterperioden, Familienzusammenkünfte, festliche Anlässe und Schneidertage am Wasser empfehlen. Er könnte auch die Motivation zum Fliegenfischen beim Nachwuchs erhöhen und ist dem Konsum bildungsferner Fernsehserien auf jeden Fall vorzuziehen. Ein Tipp für die Weihnachtszeit ist er ganz sicher, der neue Practicaster von ORVIS.

In den Herbstferien ging es dann mit der Famile für eine gute Woche nach Mallorca zum Strandurlaub. Aber natürlich nehme ich auf jede Reise auch eine Fliegenrute (mindestens!) mit und versuche mein Glück. Schon am zweiten Tag war ich nach einer Fahrt nach Sa Pobla zum Fischereiamt „Fogaiba“ im Besitz einer „Licencia de pesca maritima recreativa individual“, einer Lizenz, die mit unserem Fischereischein vergleichbar ist. Damit im Sling Pack und einer 905 Recon Rute, Battenkill Rolle und Schwimmschnur probierte ich dann mein Glück an drei Abenden vor dem Abendessen ganz in der Nähe unseres Hotels.

Der Auslauf aus einem großen Sumpfgebiet auf Mallorca.

Beim Gewässer handelte es sich um einen strömenden Abfluss aus einem großen Sumpfgebiet, der allerdings tidenabhängig war. Es war schwieriger als ich geglaubt hatte und ich gebe zu, dass ich die Meeräschen, die ich von einer Brücke aus beobachten konnte, unterschätzt hatte.

Der geringe Zeiteinsatz von ca. 1 -1 ½ Stunden pro Tag an den drei Tagen reichte nicht aus, um die Geheimnisse um diesen Fisch in dieser Umgebung erfolgreich zu ergründen.  Da es sich um einen Familienurlaub handelte, hatte ich mir dieses knapp bemessene Zeitlimit gesetzt, da ich mich kenne…

Von hier sind es nur ca. 1500 Meter bis zur Mündung im Meer.

Diese Rehhaarfliege auf Haken Gr. 14 wurde am letzten Abend auf den letzten Wurf in der Dämmerung genommen.

Das Gewässer hatte recht vielversprechend ausgesehen, aber die Realität sah anders aus. Die Meeräschen waren an und unter der Oberfläche mäßig aktiv, aber ich konnte nicht ausmachen, was auf ihrer Speisekarte stand. Meine unterschiedlichsten Nymphen, Trocken-und Nassfliegen wurden komplett ignoriert. Erst am letzten Abend, es war schon dunkel geworden, verlor ich eine Meeräsche und konnte dann doch noch – buchstäblich mit dem letzten Wurf- eine kleine fangen. Inzwischen war ich mit meinem Vorfach auf 7x runtergegangen. Das war völlig in Ordnung für mich, aber es wurde somit auch deutlich, dass ich mich für das nächste Mal besser vorbereiten muss. Meeräschen darf man nicht unterschätzen, soviel ist mir inzwischen klar geworden.

Mühsam erkämpfte Beute: Eine kleine Meeräsche in der Dämmerung am letzten Tag auf Mallorca.

Ich hoffe, bei Ihnen ist der Oktober erfolgreicher verlaufen und wünsche Ihnen eine tolle Fischerei im November.

Herzlichst,

Ihr Manfred Raguse

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