Die Manfred Raguse Kolumne im Oktober

Liebe Orvis-Freunde,

der Monat September hatte auch in diesem Jahr wieder zwei alljährlich stattfindende Highlights für mich parat: Die Reise nach England zu ORVIS nach Stockbridge /Hampshire und dann Ende September noch ein paar Tage Lachs- und Meerforellenfischerei in Schweden.

In England ging es wieder darum, im Rahmen eines europäischen Händlertreffens, die neuen Produkte von Orvis für das Jahr 2018 zu testen und genau unter die Lupe zu nehmen. Diesmal begleitete mich auch erstmals mein Assistent Thies Reimers.
Am ersten Tag wartete eine interessante Fischerei einschließlich Barbeque an der Eigenstrecke von ORVIS am Test auf uns. Die Strecke heißt „Kimbridge“ und ist wahrlich historischer Grund. In den Dokumenten des Flyfishers Club fand ich dieses Foto aus dem Jahre 1939:

ORVIS Test Neville Chamberlain  Sir Joseph Ball Fly  Fishing Fliegenfischen

Der britische Premierminister Neville Chamberlain sagte im Mai 1939 nach einem gemeinsamen Wochenende am Test zu Sir Joseph Ball: „Nice place you have here, Ball.“ („Sie haben ein schönes Plätzchen hier, Ball”). Dieser antwortete: „Oh, I don’t know, Prime Minister, it’s only six miles of fishing on the Test and a modest house.” („Finden Sie wirklich, Premierminister? Es sind nur 6 Meilen Fischerei am Test und ein bescheidenes Haus”).

Neues ORVIS-Gerät wird am traditionsreichen River Test getestet

Die Strecke Kimbridge gehört ORVIS seit vielen Jahrzehnten und ist ein wunderschöner Abschnitt des klassischen Kreideflusses Test. Der hier genannte Sir Joseph Ball war ein aktiver Fliegenfischer und beteiligte sich seinerzeit an zahlreichen Debatten zur Ästhetik der Fliegenfischerei, die vielfach hier am Test ihre Ursprünge hatten. Auch heute gibt es viele namhafte Leute, die den Test schätzen. Einer von ihnen ist unser Nachbar am ORVIS-Beat Kimbridge, Roger Waters von Pink Floyd.

Typische Szene am traditionsreichen ORVIS Beat Kimbridge am Test: große Bachforelle im Drill.

ORVIS  hat heutzutage zur Betreuung der Strecke einen Ghillie angestellt und benutzt die Strecke zu repräsentativen Zwecken, wie zu diesem Händlertreffen, gibt aber auch Lizenzen heraus. Wenn es Sie interessieren sollte, einmal an einem klassischen Kreidefluss zu fischen, wenden Sie sich gerne an uns. Wir können es Ihnen ermöglichen, an den ORVIS-eigenen Strecken am Test und Itchen zu fischen.

Mit von der Partie waren in diesem Jahr auch wieder Orvis Händler aus dem deutschsprachigen Raum, wie Jan Aben von Finest Flyfishing und Sonja und Evandro Kürsteiner von Fun Fisch aus der Schweiz.

ORVIS Jan Aben Finest Flyfishing Helios 3 Fliegenrute

Jan Aben von Finest Flyfishing genoss die Tage an den englischen ORVIS-Strecken. Hier beim Testen der neuen Helios 3 Rute.

Überraschender Besuch am Kimbridge Beat: Barrie Welham, britischer Casting Champion, früherer ORVIS Direktor, Gründer der British Fly Reels Company und mein guter Freund, ließ es sich zu meiner großen Freude nicht nehmen, am Test vorbeizuschauen und brachte ein paar Flaschen guten Wein mit!

ORVIS Thies Reimers Regenbogenforelle Test England

Thies Reimers von ORVIS mit schöner Regenbogenforelle aus dem Test.

Massimo Clini (im Vordergrund), der bei der letzten Weltmeisterschaft im Fliegenfischen (Master) den dritten Platz belegte mit den Kollegen von ORVIS Italien am Kimbridge Beat.

ORVIS Beat Kimbridge am River Test

Der Kimbridge Beat von ORVIS am Test mit seinem Strohdach Cottage ist ein Paradies für Fliegenfischer.

Leider konnten wir diesmal nicht die ORVIS Strecke am Itchen befischen, aber dafür den Timsburry Beat am Test, eine weitere Top-Strecke von ORVIS.

Bei dieser Fischerei wurden die neuen Helios 3 Ruten intensiv getestet und herausragend beurteilt. Zahlreiche weitere neue Produkte wurden ebenfalls unter die Lupe genommen und wir werden Ihnen einen Teil davon nach und nach auf dieser Webseite vorstellen.

Vom Test in England ging es nach Berlin zum Helios 3-Test bei Angeljoe

ORVIS Falko Ueschner von Angeljoe Dresden Test Helios 3

Falko Ueschner von Angeljoe Dresden beim Testwerfen der neuen Helios 3 in einem Park in Berlin: beeindruckende Performance auf engstem Raum. Mit viel Kompetenz beurteilt Falko die Helios 3 F als ausgezeichnet.

Wenige Tage nach dem Besuch in England traf ich in Berlin den fliegenfischenden Filialleiter von Angeljoe Dresden, Falko Ueschner.

Der Shop Angeljoe führt seit einigen Monaten auch ORVIS und ich kann einen Besuch empfehlen, auch in den Filialen Dresden und Flensburg.  Wir besuchten die Berliner Filiale von Angeljoe und fuhren dann bei allerbestem Wetter in einen nahegelegenen Park und testeten viel ORVIS Ruten. Auch Falko war sehr angetan von den Helios 3 Ruten und anderen ORVIS Produkten.

Falko Ueschner Angeljoe ORVIS Bekleidung

Falko Ueschner konnte sich auch für einige der neuen technischen Bekleidungsstücke von Orvis erwärmen und wird ab Anfang 2018 eine Auswahl im Angeljoe Shop Dresden präsentieren.

Schweden: Rute geklaut! Doch der Täter wurde entlarvt.

Ende des Monats ging es dann nach Schweden. Am zweiten Morgen meiner Schweden-Reise im September trete ich aus dem Haus und traue meinen Augen kaum: meine zweite Lachsrute ist weg. Ich kann es nicht glauben. Zwar ist mir klar, dass man heutzutage überall mit dem plötzlichen Auftreten der Kriminalität rechnen muss. Aber in Skandinavien sind wir wirklich verwöhnt, aber gerade hier… ich fasse es nicht!

ORVIS Stene Hellberg Helios Lachsruten

Lachs- und Meerforellenspezialist Stene Hellberg, einer meiner langjährigen Angelkollegen in Schweden, der im Nachbarhaus wohnt, sitzt entspannt mit einer Zigarre auf unserer Veranda. Zu diesem Zeitpunkt standen meine beiden Helios Lachsruten noch am Baum.

Dann sehe ich plötzlich in 20 Metern Entfernung eine Rute im Gras liegen. Ich gehe näher und sehe, dass es meine Helios Lachsrute ist, einige Meter Fliegenschnur liegen wirr abgezogen im Gras. Hat sie dem Dieb etwa nicht gefallen, hat er sie einfach weg geworfen? Das ist doch sehr unwahrscheinlich.

ORVIS Lachrute Zweihand

Die Zweihandrute liegt in 20 Metern Entfernung im Gras – rätselhaft.  Aber immerhin ist die Zweihandrute unbeschädigt.

Glücklicherweise ist meiner Rute nichts passiert und ich gehe kopfschüttelnd zum Haus zurück und versuche das Geschehene zu verstehen.

Dann begreife ich blitzartig: Der neue grasmähende Roboter, den ich gestern Abend mehrfach im Garten gesehen hatte, könnte der Schuldige sein! Tatsächlich war mir der unermüdliche Fleiß aufgefallen, mit dem er noch in der Dämmerung hin und her unterwegs war. Ich hatte schon fast menschliche Gefühle für den fleißigen Kerl entwickelt. Und jetzt die plötzliche Erkenntnis, dass man dem Roboter nicht mehr trauen kann …

Der Angriff des Mäh-Roboters. Die Rute stand zuvor am Baum, wurde zum Fallen gebracht und dann vom Mähwerk überfahren.

Später höre ich Fischerkollegen erzählen, das im Nachbarhaus eine Rute verschwunden ist – das erste Mal in der Geschichte an diesem friedlichen Ort, für alle eine desillusionierende Erfahrung, alle sind in Aufruhr, ist die Kriminalität bis hier vorgedrungen?

Ich ahne die Zusammenhänge und äußere meinen Verdacht und Hoffnung keimt bei den Kollegen auf. Ich gehe in den Garten und sehe mich um. Nach einiger Zeit entdecke ich etwa 40 Meter vom ursprünglichen Standort beim Nachbarhäuschen eine Rute im Gras liegen. Diese ist aber schwer mitgenommen, die Spitze ist gebrochen und die Fliegenschnur ist gekappt, mehrere Ringe sind zerstört.

Zweihandrute Lachs

Stene’s Gerät ist schwerbeschädigt, die Spitze der Fliegenrute ist gebrochen, die Fliegenschnur ist gekappt.

Ich bringe die zerstörte Fliegenrute Stene Hellberg zurück. Dieser scheint trotz der Beschädigungen eher erleichtert darüber, dass die Kriminalität doch noch nicht bis hierhin vorgedrungen ist. Das sehen alle genauso und fühlen sich schon besser…

Ihnen wünsche ich im Oktober eine erfolgreiche Fischwaid. Nehmen Sie sich die Zeit, wieder häufiger ans Wasser zu kommen, denn dieser Monat bietet viele gute Möglichkeiten mit der Fliegenrute.

Herzlichst,

Ihr Manfred Raguse

 

 

 

 

 

 

 

Die Manfred Raguse Kolumne im September

Liebe Orvis-Freunde,

schon sind wir im September angekommen, dieser ist häufig ein Prachtmonat für die Fliegenfischerei. Nach dem Sommer pegeln sich die Temperaturen wieder in einem Bereich ein, den zumindest ich als angenehmer für die meisten fischereilichen Aktivitäten empfinde. Wichtiger: auch die Fische fühlen sich mit etwas geringeren Wassertemperaturen wieder wohler.

Nach meiner Fischerei an der Gaula, die wieder eine gute Saison erlebt hat, zog es mich Mitte August wieder an die brandenburgischen Seen und von dort sogar ein paar Tage weiter nach Polen, wohin mich mein Sohn Alexander begleitete.

Die Gaula hatte wieder eine ordentliche Saison. Manfred Raguse befischt den Bogen Sondre Beat im August. Foto: Bernd Kuleisa

Einer meiner letzten Fische in dieser Saison an der Gaula.

Ich löste für ein größeres Gebiet im ehemaligen Pommern eine 3-Tageskarte und konnte mit der ORVIS Recon am See meines Großvaters den ersten Barsch schon mit dem dritten Wurf auf eine schnell geführte Nymphe fangen.

Kulissenwechsel – von Norwegen über Brandenburg an einen See im ehemaligen Pommern.

Ein Barsch nimmt die Nymphe beim dritten Wurf mit der Recon.

Fast unbemerkt durch die wohltuenden sommerlichen Aktivitäten an den diversen Gewässern ist inzwischen die Zeit näher gerückt, in der die ersten Helios 3 Ruten auch nach Europa und somit auch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz geliefert werden. ORVIS liegt ganz gut im Zeitplan und die Spannung auf die neuen Ruten ist bei einigen ORVIS Händlern und ihren Kunden groß. Das ist kein Wunder, denn ORVIS sagt: „Helios 3 sind die präzisesten Ruten der Welt“ und die Fakten sprechen für sich:

- Helios 3 Ruten sind die einzigen Fliegenruten auf dem Markt, die konzipiert wurden, um Wurfenergie in Präzision umzuwandeln.

- Durch die neuen Materialien und Herstellungstechniken lassen sich die Ruten noch präziser werfen und Schwingungen beim Wurf werden minimiert.

- Durch eine neue Gewichtsverteilung fühlen sich die Ruten noch leichter an.

- Ihre Zugfestigkeit bzw. Dehnbarkeit (Tensile Strength) ist 17% höher,  die Biegungsstabilität des Blanks bei der Verformung von rund zu oval bei Wurfbelastung (Hoop Strength,) ist um 40% erhöht und außerdem wurde die Haltbarkeit bei Einwirkung von außen (Impact Strength) um 77 % gesteigert.

- Sie haben eine matte, reflektionsarme Oberfläche, die für eine Minimierung der Scheuchwirkung bei den Fischen sorgt.

- Sie sind mit einem exklusiv für ORVIS hergestellten Rollenhalter ausgestattet, der im selben Unternehmen hergestellt wird, wie die neue Mirage Rolle.

Wie hat ORVIS bei den neuen Helios 3 Ruten diesen hohen Präzisionsgrad erreicht?

- Die neue Kohlefaser hat eine höhere Dichte und führt zur schnelleren Stabilisierung des Blanks.

- Erhöhte Biegungsstabilität sorgt für besseres Tracking.

- Jede einzelne Sektion jeder Rute wird von Hand abgestimmt.

- Neue fortschrittliche Taper sorgen für eine bessere Energieübertragung, bei der die Spitze etwas sensibler wird und das Handteil mehr Kraftreserven bietet.

- Es sind zwei neue Helios Rutenfamilien erhältlich: Helios 3 F für feine, gefühlvolle und punktgenaue Präsentation auf kurzen und mittleren Distanzen. Die Helios 3 D (Distanz) steht für Präzision bei großen Weiten und auch bei starkem Wind.

Präzision ist deshalb so wichtig, weil es beim Fliegenfischen oft auf wenige Zentimeter ankommt und die Fliege genau dort landet, wo Sie den Fisch vermuten.

Bei den wunderbaren Möglichkeiten mit der Fliegenrute, die uns der Monat September bietet, werden sicher einige von uns die neue Helios 3 mit ans Wasser führen. Halten Sie die Augen offen, man erkennt diese Ruten schon auf Abstand und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zu ein paar Testwürfen (Sie können sich gern auf mich berufen…).  Ansonsten wird Ihr ORVIS Händler – vorausgesetzt, er hat sich schon rechtzeitig eine Helios 3 gesichert – Ihnen bestimmt ermöglichen, diese zur Probe zu werfen.

Ich wünsche Ihnen für den September spannende Stunden am Wasser.

Ihr,

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im August

Liebe Orvis-Freunde,

ich hatte in dieser Kolumne im letzten Monat versprochen, zeitnah mehr über die neuen Orvis Produkte für 2018 zu berichten. Hier sind natürlich meine ersten eigenen Erfahrungen mit Helios 3 an erster Stelle zu nennen.  Am Delaware River in den USA konnte ich die neuen Top-Ruten von Orvis in der Praxis ausprobieren und war schwer beeindruckt. Es wird zwischen Orvis Helios 3 F (= Fein) und Helios 3D (= Distanz) unterschieden. Ich bekam für das Testfischen beide Versionen und begann mit der „3F“.

Testfischen der neuen Helios 3F und der neuen Mirage Rolle in der Abenddämmerung am Delaware River in den Catskills.

Schon nach wenigen Würfen mit der Trockenfliege wurde mir spontan klar, dass dies die beste Fliegenrute war, die ich jemals gefischt hatte. Helios 3 wurde mit dem Ziel entworfen, Wurfenergie in Zielgenauigkeit zu übertragen, das war bei jedem Wurf deutlich spürbar. Orvis beansprucht, mit der Helios 3 die präziseste Rute der Welt geschaffen zu haben.  Dies zu verifizieren überfordert mich, aber ich kann es mir gut vorstellen und als ich dann die „Fein“ gegen die „Distanz“ tauschte, konnte ich diesen hohen Anspruch noch besser nachvollziehen. Irgendwann im Herbst wird es die ersten Helios 3 Ruten auf dem deutschen Markt zu sehen geben. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Beurteilung.

Meine erste mit der neuen Helios 3 und der neuen Mirage Rolle gefangene Trockenfliegen-Bachforelle am Delaware River. Auch die neue Lightweight-Wathose wird gleichzeitig getestet.

Es gibt zahlreiche technische Details und Fakten, die die hohe Qualität der Helios 3 untermauern, wir werden darüber berichten.

Don Swanson, Boss der Orvis Rutenproduktion, erklärt einige Orvis-Geheimnisse für die Produktion der Helios 3.

Die neue Mirage Rolle ist auch ein Traum beim Forellenfischen.

Beim praktischen Fischen konnte ich feststellen, dass die neue Mirage die Helios 3 perfekt ausbalanciert und die einzigartige Sanftheit der Bremse einem die Furcht vor dem Bruch des feinsten Vorfachs nimmt.

Bereits auf 25m Entfernung lässt es sich erkennen, dass es sich hier um die neue Helios 3 handelt. Der kaum reflektierende Blank verhindert das Verscheuchen der Fische.

Helios 3 Bruchtest: Die eingespannte Rute übertrifft die Erwartungen und hält unglaublich viel aus, alle halten den Atem an und sind gespannt…

Gerade ist es passiert, bei einer Belastung wie Sie in der Praxis nie vorkommen würde, es sei denn, man fischt mit der Forellenrute auf Hai…

Orvis hat für 2018 noch viel mehr neu im Programm. Allein auf der Fly Tackle Retailer Show in Orlando/ USA im Juli gewann Orvis 4 Auszeichnungen. Deshalb achten Sie bitte künftig auf neue Orvis Produkte mit der Bezeichnung „Ultralight“. Die neuen Watschuhe, die neuen Wathosen und ein Watjacket mit dieser Bezeichnung gehören mit zu den in Orlando ausgezeichneten Produkten.

Zerreißtest für die Nähte bei den neuen Wathosen: Kurz vor der Maximal-Belastungsgrenze

Ich konnte am Delaware River die neuen Lightweight Wathosen ausprobieren und wurde besonders durch deren Leichtigkeit überzeugt. Außerdem gibt es bei den Hosenträgern ein geniales neues System mit Magneten, die das Konvertieren in eine Hüfthose sehr bequem machen.  Aber besonders überzeugend dürfte die hohe Haltbarkeit der neuen Wathosen – bei geringstem Gewicht – sein.

Zerreißtest für die Nähte bei Wathosen: Genaueste Aufzeichnung – Orvis liegt weit über allen getesteten Konkurrenz-Wathosen, auch den teuersten auf dem Markt!

Ich werde Sie nach und nach in dieser Kolumne mit weiteren neuen Orvis Produkten bekannt machen und hoffe, Sie werden genauso begeistert sein wie ich. Bitte glauben Sie nun bitte nicht, ich hätte die im Sommer so wichtige Lachsfischerei in Norwegen vernachlässigt. Nein, hier geht alles mit gewohnter Intensität weiter, es gilt wie immer, so häufig wie möglich am Wasser zu sein.

An der Gaula wird weiterhin gut gefangen: Der Autor dieser Kolumne mit einem Lachsmilchner von 108cm Länge und ca. 13kg Gewicht, gefangen Mitte Juli.

Der Fisch wird vorsichtig wieder zurückgesetzt.

An der Gaula beträgt der bisherige Jahresfang inzwischen schon über 20 Tonnen Lachs und es wurden sehr große Fische gefangen. Wenn Sie sich noch spontan für einen Trip nach Norwegen in dieser Saison (bis 31. August) interessieren, sehen Sie mal auf der Webseite www.internationalflyfishersclub.com nach. Es gibt noch freie Plätze.

Auch Ihnen wünsche ich wieder viel Erfolg und Erholung am Wasser im August.

Ihr,

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im Juli

Liebe Orvis-Freunde!

Der Juni war für mich fischereilich kein einfacher Monat. Wie immer traf ich am 31. Mai an der Gaula ein und war somit pünktlich für den Saisonstart am 1. Juni vor Ort. Die Berichte von den Forschungsnetzen am Eingang des Fjords waren ermunternd, aber die Natur war doch etwas hinter einer normalen Entwicklung zurückgeblieben. Es hatte noch nach Ostern heftige Schneefälle gegeben und das Einzugsgebiet der Gaula war mit großen Schneemengen angereichert. Umso überraschender war es, dass die Lachse schon da waren. Sie waren früh in die Gaula eingestiegen und überraschten mit einem wirklich phantastischen Eröffnungstag in dessen Verlauf rund 90 Lachse bis zu 21 kg gelandet wurden! Das Durchschnittsgewicht der zehn größten Lachse betrug 15,9 kg! Am zweiten Tag der Saison wurde kurz unterhalb unserer Strecken in Kval ein Lachmilchner von 23,1 kg gelandet.

Mein erster Gaula-Lachs in der Saison 2017, ein mittelgroßer Fisch im Gewicht von ca. 5,5 kg, den ich nach dem Foto schnell wieder zurücksetzte.

Bei mir dauerte es aber ein paar Tage, bis ich meinen ersten diesjährigen Gaula-Lachs landen konnte. Die Fischerei konzentrierte sich in der Gaula während der ersten drei Wochen hauptsächlich auf die unteren 30 km und die dort erzielten Fänge waren beeindruckend, Mitte Juni waren bereits 582 Lachse mit einem Durchschnittsgewicht von 8,8 kg gefangen worden. Ab 19. Juni wurden dann die ersten Fische an unseren Strecken oberhalb Gaulfossen gelandet.

Mein zweiter Gaula-Lachs in der Saison 2017, ein Rogner mit 106cm Länge und einem Gewicht von 11,1 kg, gefangen im New Pool.

Nach 10 Tonnen Lachs ging es in die USA zu ORVIS

Am 23. Juni flog ich zu ORVIS in die USA und verpasste damit die beste Juniwoche in dieser Saison. Ende Juni waren an der Gaula 1.429 Lachse mit einem Gesamtgewicht von 10.714 kg registriert worden. Die Einladung zu ORVIS in die USA diente dem Zweck, die zahlreichen neuen Produkte für 2018 frühzeitig kennenzulernen. Am 5. Juli wird ORVIS in Presserklärungen bekannt machen, was an neuen Produkten zu erwarten ist. Ich möchte dem hier nicht vorgreifen und bitte um etwas Geduld. Auf dieser Webseite werden wir demnächst mehr darüber berichten. Sie dürfen gespannt sein!

Meine Woche in den USA war vollgepackt mit Fischerei, Begegnungen mit ORVIS-Kollegen, Meetings zum Kennenlernen neuer Produkte, Strategien, Hintergründen und Produktionsprozessen. Hier folgen einige Fotos, die davon einen kleinen Eindruck vermitteln.

Ich verabschiede mich schon hier und wünsche Ihnen im Juli Fischerei vom Feinsten, wo auch immer Sie diese Genießen werden.

Ihr,

Manfred Raguse

Bill Reed, ORVIS Director of Wholesale for Rod & Tackle zeigt uns auf einer Rundtour einige der attrakven Flüsse in den Catskills, bevor wir am Delaware River fischen.

Blick in einen Fly Shop am Delaware River, West Branch Angler

Überall wird das Fliegenfischen erlernt.

Einfahrt zum Fly Shop West Branch Angler am Delaware River.

Blick von unserer Veranda auf den Delaware River und eine geguidete Gruppe.

Mit dem ORVIS-Bär durch den Flagship Store in Manchester Vermont

Seitenansicht vom Flagship Store

Bill Reed, Direktor für ORVIS Großhandel weltweit, erklärt einige neue Produkte im Hauptquartier Sunderland, Vermont.

Blick aus dem Orvis Flagship Store in Manchester/Vermont draußen findet bereits morgens früh der erste Unterricht statt.

Wathosen Display im Flagship Store

Beeindruckendes Ruten Display im Flagship Store

 

Die Manfred Raguse Kolumne im Juni

Liebe Orvis-Freunde!

Ich hoffe, der Start der Hechtsaison verlief bei Ihnen erfolgreicher als bei mir? Als jemand, der gern etwas länger schläft, wurde ich beim ersten Blick aus meiner Hütte in Brandenburg gleich zwei Booten auf dem Barschberg ansichtig! Und während ich mein Frühstück inklusive 6-Minuten-Ei in aller Ruhe genoss, kamen zwei weitere Boote in meinen Sichtbereich. So etwas hatte ich hier noch nie erlebt!

Offensichtlich hat der 1. Mai in dem Maße, wie sich seine Bedeutung als Kampftag der Arbeiterklasse abgeschwächt hat, als Hecht-Stichtag an Bedeutung gewonnen.

Was nimmt man für den Fisch? Streamer oder Soja Soße?

Hechtausrüstung Orvis Helios 2 in Klasse 10 mit Hydros Fliegenrolle mit Fliegenschnur  Bank Shot Sink-Tip zum Fliegenfischen

Perfekt ausgerüstet zum Start der Hecht-Saison. An der Helios 2 mit der neuen Hydros Rolle und der ORVIS Bank Shot Sink-Tip Schnur macht sich ein Wiggletail Streamer von Fulling Mill ganz gut.

Für mich verlief der Start der Hechtsaison ab 1. Mai diesmal sehr ruhig. Zwei Tage passierte nicht viel – nur drei Bisse und drei Nachläufer – das war es, kein gelandeter Hecht. Mein Assistent Thies hatte mir den Tipp gegeben, an der Helios 2 in Klasse 10 die ORVIS Bank Shot Sink-Tip Schnur zu verwenden, um die großen Hechtstreamer gut werfen zu können. Das funktionierte wirklich sehr gut, aber die Hechte wollten trotzdem nicht. Meine Tante Gerda (95) wartete vergeblich, im Häuschen zwei Bootsstege weiter links, auf in „guter Butter“ gebratenen Hecht von mir.

Also musste Plan B ran – ich hatte sicherheitshalber ein Stück eingefrorenen Lachs mitgebracht, denn mit etwas Reis und ganz spezieller Soja Soße (alljährliches Geschenk der Sawadas) hat man ganz schnell ein wunderbares Essen gezaubert.

Ein Leben, über 60 Jahre an einem See

Abenddämmerung am See am letzten Wochenende. Die Rotfedern steigen fleißig, nachdem die Badeaktivitäten vorbei sind – und nehmen meine mit der ORVIS Superfine präsentierte Trockenfliege.

Termin 13 Uhr am nächsten Tag. Ich hatte mir vorgenommen, um kurz nach 12 Uhr zurück zu rudern, das Essen zuzubereiten und rechtzeitig bei Tante Gerda zu sein (mit dem Ruderboot, denn sie wohnt ja fast nebenan). Doch dann begann es plötzlich zu beißen! Innerhalb einer Viertelstunde hatte ich 3 Hechte gelandet, alle nicht groß, aber wenn Beißzeit ist, sagte ich mir, steigen die Chancen auch auf die großen. Mein Anruf bei Tante Gerda stößt auf Verständnis – klar, nach über 60 Jahren am See, ein Leben unter Anglern, versteht sie genau, dass der Hunger warten muss, wenn die Fische endlich mal beißen. Das gemeinsame Essen wurde auf später verschoben, ich fing noch zwei wirklich kleine Hechte und dann herrschte wieder völlige Ruhe. Das Essen am selben Abend war ein voller Erfolg, der mitgebrachte Lachs war ausgezeichnet.

Der Lachs und die Reise an den Delaware River

Was liegt an im Juni? Klar, es geht wieder auf Lachs nach Norwegen an die Gaula. Dort liegt zwar noch viel Schnee, aber von den Forschungsnetzen am Eingang des Trondheim Fjords wurden zahlreiche im Anmarsch befindliche Lachse gemeldet – und zwar fünfmal so viele wie zum selben Zeitpunkt im Vorjahr! Und 2016 war bereits besser als die letzten Jahre davor. Die Lachssaison wird also wieder interessant. Sie finden aktuelle Berichte auf der Webseite www.internationalflyfishersclub.com

In der letzten Juniwoche geht es zu ORVIS in die USA. Es passt mir zeitlich nicht sonderlich gut, Norwegen ausgerechnet in der St. Hans-Woche den Rücken zu kehren, aber es muss sein. Zu viele aufsehenerregende neue ORVIS Produkte für das Jahr 2018 müssen kennengelernt werden. Man darf gespannt sein. Wir werden Ihnen hier bald mehr darüber berichten. Aber wie immer wird bei ORVIS auch gefischt, diesmal am Delaware River.

Tom Rosenbauer von Orvis beim Fliegenfischen.

Bei meinem Besuch bei ORVIS traf ich den bekannten Fliegenfischer Tom Rosenbauer, seitdem ist, neben dem Fliegenfischen, das Opossum unser gemeinsames Thema.

Ich war dort bereits vor ein paar Jahren und erinnere mich an Forellenfischerei vom Feinsten, obwohl der Fluss auch einen Hydro-Ausbau verkraften musste. Ich hatte damals meine neuen Joggingschuhe vergessen und mein Hütten-Kompagnon, Tom Rosenbauer, war so lieb, mir diese nach Deutschland hinterherzuschicken.

Wir hatte eine tolle Zeit zusammen und bei einem gemeinsamen Ausflug in ein Tal, in dem viele merkwürdige Leute zu wohnen schienen (wie in gewissen amerikanischen Horrorfilmen), sahen wir ein Auto, dessen Kfz-Kennzeichen lautete: „Eat more Opossum“! Die Erinnerung daran führte uns dazu, dass wir in alle spätere Korrespondenz zwischen uns irgendetwas Witziges über Opossums einbauten. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Besuch am Delaware River die Gelegenheit wahrnehmen, mal ein Opossum zu probieren. Und da die Opossums in den letzten Jahren Karriere als Fliegenbindematerial gemacht haben, bringe ich dann auch gleich ein Fellstück mit.

Ich hoffe, Sie bleiben mir trotzdem gewogen, ich wünsche Ihnen auf jeden Fall einen schönen Juni,

Ihr Manfred Raguse

 

 

Die Manfred Raguse Kolumne im Mai

Liebe ORVIS-Freunde!

Die ersten drei Tage im Mai stehen bei mir Hechtfischen in Brandenburg auf dem Programm, wie immer, wenn ich nicht gerade in der Weltgeschichte unterwegs bin. Dabei werden einige schöne Hecht-Streamer von Werner Steinsdorfer sein, die jetzt schon lange genug auf ihren Einsatz warten. Das kühle April-Wetter wird hoffentlich dazu geführt haben, dass die Hechte nach dem Laichen Anfang Mai noch im flachen Wasser stehen. Das erhöht die Chancen, mit dem Hecht-Streamer und der richtigen Fliegenschnur an meinem Gewässer Erfolg zu haben, ganz beträchtlich.

Orvis Hecht Streamer Werner Steinsdorfer

Schöne Hecht-Streamer, von Werner Steinsdorfer gebunden, warten auf ihren Einsatz!

Aber über den April gibt es noch mehr zu berichten. Ganz besonders wichtig war wieder die EWF in Fürstenfeldbruck am 1. und 2. April.

EWF Orvis Stand Vanessa Kemmler AKM

Der ORVIS Stand auf der EWF wurde diesmal von Tom Kemmler und seiner Frau Vanessa von der Fa. AKM in München ausgerichtet.

Nachdem Sepp Egner nach vielen Jahren EWF den ORVIS Stand weitergegeben hatte, wurden die zahlreichen ORVIS Fans diesmal von Tom Kemmler und seiner Frau Vanessa von AKM München beraten und natürlich von Richard Banbury (ORVIS UK), sowie von Thies Reimers und mir.

Richard Banbury (ORVIS UK) und Vanessa Kemmler von AKM am ORVIS Stand auf der EWF.

Die EWF hatte wie immer ganz viel zu bieten, und zahlreiche Besucher und Aussteller aus aller Welt erlebten zwei wunderbare Tage bei schönem Wetter, in denen es ausschließlich ums Fliegenfischen ging.

 Die ersten Lachse der Saison wurden in Dänemark gefangen!

Ostern verbrachte ich in Hamburg, aber bereits am Ostermontag ging es für 2 Tage nach Dänemark, wo am 16. April die Lachssaison begonnen hatte. Das dänische Wildlachscenter (Danmarks Center for Vildlaks) hat es in Jahren erfolgreicher Arbeit geschafft, die Lachs- und Meerforellenbestände des Landes wieder aufzubauen und zahlreiche Fischer aus den benachbarten Ländern und natürlich aus Dänemark selbst, stellen wieder den Großsalmoniden mit viel Optimismus nach. Schön ist es, dass es in mehreren Flüssen gelungen ist, den ursprünglichen Lachsstamm bis heute zu bewahren. Es gibt mehrere Flüsse, in denen man heute mit der Fliege wieder eine Chance auf Lachs und Meerforelle hat. Die kostspielige Renaturierung mancherorts hat sich gelohnt.

Lachs und Meerforellen Pool Dänemark.

Typischer Pool an einem dänischen Lachs- und Meerforellenfluss.

Ich hatte nicht erwartet, mit Lachsen überhaupt in Kontakt zu kommen. Die Anzahl der Fischer mit Spinn-, Wurm- und Fliegengerät am Fluss war überwältigend und auf den Parkplätzen wurde der Platz knapp. Umso größer war meine Überraschung, als ich im Laufe des Tages (11 Uhr 30 und 19 Uhr) meine beiden ersten frisch aufgestiegenen dänischen Blanklachse mit meiner Helios Zweihandrute und Sinkschnur auf eine Tubenfliege von Fulling Mill landen konnte! Der erste Fisch wog ca. 6 kg und der zweite ca. 9kg.

Ein blanker Lachs im Gewicht von ca. 6 kg im Drill.

Manfred Raguse drillt mit einer Helios Zweihandrute von Orvis einen blanken Lachs im Gewicht von rund 6 kg.

Beide Fische wurden schnell und unversehrt wieder zurückgesetzt. Dieses außergewöhnliche Glück wird sich bestimmt nicht so schnell wiederholen, da bin ich mir ganz sicher.  

Manfred Raguse landet den ersten seiner beiden dänischen Lachse, jetzt muss es flott gehen, denn der Fisch soll schnell und unversehrt zurück ins Wasser.

Entspannte Atmosphäre unter den dänischen Lachsfischern – viele sind ORVIS Fans

Erstaunlich war auch die gute Atmosphäre am Fluss und auch in der Unterkunft, wo ich zahlreiche dänische Fischer kennenlernte. Da ich mich auf Norwegisch überall gut verständigen konnte, kam es überall zu hoch interessanten Gesprächen und es wurde mir bald klar, wie engagiert unsere dänischen Nachbarn in Fragen des Lachsschutzes sind. Und als meine besondere Beziehung zu ORVIS sichtbar wurde, gaben sich zahlreiche gestandene ORVIS Fans als solche zu erkennen. Wie oft bei solchen Gelegenheiten, wurde mir die Liebe zu „meiner Superfine“ gestanden, wurden in unterschiedlichen Jahrzehnten hergestellte ORVIS Rollen aus dem Angelgepäck hervorgekramt und ORVIS Ruten zusammengesteckt, damit ich mich persönlich von der Loyalität gegenüber dieser geliebten, uralten Marke überzeugen konnte.

Diese beiden dänischen ORVIS Fans erzählten mir enthusiastisch wie gern sie mit Orvis Geräten fischen und rühmten die unvergleichbare Haltbarkeit und Qualität. Links sehen wir eine HLS Lachsrute 15‘ und rechts eine Odyssey Rolle.

Aber ORVIS ist gleichzeitig noch immer hochaktuell in Dänemark. Helios 2 ist für viele Fliegenfischer, sowohl an der Küste, als auch in den Flüssen, die erste Wahl. Dies ist in erster Linie dem Fachgeschäft Go Fishing in Odense zu verdanken. Dort gibt es ORVIS seit einem Vierteljahrhundert. Und weil ORVIS in Dänemark so beliebt ist, wird man die Marke künftig auch auf Seeland und auf Jütland in kompetenten Fachgeschäften finden.

Mit etwas Glück fand ich diese kleine Hütte, war aber bei erwartetem Nachtfrost von minus 5 Grad froh, dass mir eine Abbestellung in letzter Minute ein Upgrade ermöglichte.

Ich wünsche Ihnen im Mai allerbeste Fischerei, ganz egal, wo Sie Ihre Ruten auspacken. Unerwartet kann mancherorts die große Überraschung auf Sie warten, so wie es mir diesmal in Dänemark erging.

Viel Freude am Wasser wünscht Ihnen im Wonnemonat,

Ihr Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im April

Liebe ORVIS-Freunde!

Der März war für mich wie immer ein ereignisreicher Monat, in dem der Saisonstart in Schweden eine besonders wichtige Rolle spielt. Und tatsächlich, die Meerforellen waren ebenfalls bester Laune – allerdings zunächst nicht bei mir.

Orvis Manfred Raguse mit Meerforelle aus dem Em in Schweden.

Manfred Raguse mit schönen Fisch aus einem schwedischen Fluss. Eine frisch aufgestiegene Meerforelle mit einer Länge von 86 cm fängt man nicht jeden Tag.

Diesmal war der Wasserstand gut, nicht zu hoch und nicht zu niedrig, während die Wassertemperatur im Fluss schon bei 4 Grad angekommen war. Für jemanden, der es gewohnt ist, in dieser Jahreszeit mit atmungsaktiven ORVIS-Wathosen bei Temperaturen gerade unter oder über dem Gefrierpunkt und einem kalten, auflandigen Wind von der Ostsee her klarzukommen, wahrlich paradiesische Verhältnisse. Die fingerlosen Handschuhe wurden gar nicht ausgepackt und über die drei Unterhosen zur Umsetzung des Zwiebelprinzips wurde nicht weiter gesprochen.

Orvis Mikael Frödin drillt am Em in Schweden.

Mikael Frödin drillt im ersten Licht des Tages – für die Kamera zu schwach, die Meerforelle hat seine Fliege trotzdem gesehen und genommen.

Michael Frödin fischte gegenüber und konnte einen wirklich großen Fisch zum Biss verleiten und nach längerem Drill erfolgreich landen. Hakan Norling konnte ich etwas später stromab mit deutlich gebogener Rute beobachten. Und mein Freund Heinz-Werner gab etwas oberhalb von mir dieses für ihn typische Geräusch von sich, was sich nicht beschreiben oder nachahmen lässt, aber ganz klar sagt: Ich bin im Drill! Völlig authentisch, geprägt durch die lange Wartezeit und die Ungewissheit vor dem Saisonstart und letztlich befreiend, weil sich die Gewissheit Bahn bricht, dass die Meerforellen noch immer da sind.

Heinz-Werner mit seiner ersten Meerforelle in dieser Saison.

Ich fühle mich um 40 Jahre zurückversetzt, schon damals – noch in einer ganz anderen Zeit – haben wir beide fast genau dieses hier zusammen erlebt. Seitdem haben wir kein Jahr ausgelassen, aber die unterschiedlichsten Verhältnisse erlebt, fischereilich mal besser, mal schlechter. Immer aber im Bewusstsein, etwas ganz Besonderes zu erleben.

Dann, endlich, tut sich auch bei mir etwas und ich erlebe sogar eine Phase mit unglaublich guter Fischerei, wie es hin und wieder passiert. Es läuft einfach wie geschmiert. Meine Orvis-Zweihandausrüstung funktioniert wie immer fehlerfrei, es ist eine Freude! Bereits am Vormittag droht die „Gefahr“, dass ich das Bag Limit erreiche und mache daher eine gaaaanz lange Pause. Dann steige ich auf Seidenschnur um, tue praktische alles, damit ich keinen weiteren Fisch fange, und genieße die Zeit am Fluss.

Ein Drill, ein Sturz und die neue Templedog-Tubenfliege von Hakan Norling

Die nächsten Tage vergehen viel zu schnell und sind geprägt von Begegnungen mit langjährigen Freunden und guter Fischerei. Ich treffe auf Hakan Norling, wie er gerade einen Fisch hakt.

Orvis Temple Dog Hakan Norling Drill Meerforelle

Als ich am Ufer entlanggehe sehe ich Hakan Norling, der gerade einen Fisch hakt.

Er klagt, wie am Vortage, über starke Schmerzen im Knie und beißt die Zähne zusammen, fischt und drillt – naja, wir sind eben nicht mehr die Jüngsten, schließlich ist es rund 25 Jahre her, seit er den Tempel Dog erfunden hat. Hakan kommt drillend an Land,  stolpert plötzlich böse und schlägt hin. Ich springe erschreckt zu ihm, biete ihm Hilfe an. Er steht langsam auf, sein erst schmerzverzerrtes Gesicht hellt sich auf, obwohl der Fisch weg ist – und dann grinst er und sagt „der Schmerz im Knie ist wie weggeblasen.“ So etwas gefällt mir, „always look on the bright side of life…“.

Ein Temple Dog der neuesten Bauart, von Hakan Norling selbst gebunden.

Orvis Hakon Hakan Norling Temple Dog Em Schweden

Fischen ist die beste Medizin – nach dem Drill waren die Schmerzen im Knie wie weggeblasen.

Wir lachen und dann schenkt er mir einen von ihm gebundenen Temple Dog neuster Bauart. Dieser hat vorn ein Conehead aus Tungsten und ist im Körper durch etwas Beschwerung genau austariert.

Mails im Büro und Meerforellen an der Küste

Zwei Tage später sitze ich wieder im Hamburger Büro, die E-Mails strömen unaufhörlich herein, aber ich habe mir durch ein paar schöne Tage am Wasser ein gutes Polster gegen den Stress angeeignet. Und Gott sei Dank bekomme ich auch erfreuliche E-Mails, wie diese von einem wichtigen Autor einer großen Angelzeitschrift:

…Ich war direkt am Wochenende mit der ORVIS Clearwater fischen. Die Rute ist ja wirklich sensationell, sehr leicht, schöne, feine Aktion, nicht zu hart in der Spitze und pfeffert auch große Hechtstreamer ohne Probleme. Und vor allem für den Preis, unglaublich. Ich habe ehrlich gesagt meine #10 ***-Rute zur Seite gestellt, die ORVIS Clearwater gefällt mir um Längen besser. Wie gut muss denn bitte erst das Flaggschiff aus dem Hause, also die Helios 2, sein?“.

Das sind die Mails, die mich wirklich stolz machen, und ein demnächst im Fliegenfischer-Forum erscheinender Test wird die Antwort auf diese Frage geben. Wir halten Sie informiert.

Von der Küste hört man, dass einige Meerforellen gefangen werden, aber Sensationen scheint es, wie Thies meint, noch keine gegeben zu haben. Das sollte sich bald ändern und ich wünsche Ihnen an Ihren unterschiedlichen Gewässern viel Erfolg im April.

Ihr

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im März

Liebe Orvis-Freunde!

Die meisten von uns haben dem Saisonbeginn an einer Vielzahl von Gewässern entgegen gefiebert. Die tote Zeit ist nun für viele vorbei. Wer kennt sie nicht, die etwas kopflosen Besuche im Angelladen noch kurz vorher, weil noch dieses oder jenes fehlt, um den ersten Besuch am Gewässer mit vollständiger Ausstattung genießen zu können. Dies wiederholt sich alljährlich und der Fachhändler, der sich darauf gut vorbereitet hat,  kann die spontanen Wünsche seiner Kunden unmittelbar erfüllen. Bei mir selbst hält sich die vorsaisonale Aufregung diesmal in Grenzen – kein Wunder – denn ich war schon unterwegs!

Diese schöne Regenbogen konnte ich bei meinem Aufenthalt am Jurassic Lake in Patagonien (Argentinien) Anfang Februar fangen.

Ich habe eben eine Schwäche dafür, aus unserem inzwischen meist schmuddeligen Winter, ab in den Frühling, bzw. in den Sommer zu fliegen. Und auch diese Reise hat wieder ganz viel Spass gemacht. Für die erste Woche ging es über die Flugroute Hamburg – Buenois Aires – Commodoro Rivadavia an den Jurassic Lake, der eigentlich Lago Strobel heißt. Dieser, mitten in der patagonischen Steppe liegende See, hat einen selbst reproduzierenden Stamm großwüchsiger Regenbogenforellen, die in großer Zahl bis zu Stückgewichten von über 10 Kilo abwachsen und die mit Trockenfliege, Nymphen und Streamern gefangen werden. Das Geheimnis hinter dem enormen Wachstum dieser Fische liegt im aussergewöhnlich reichhaltigen Insekten-Nahrungsangebot im See.

Die neue Orvis Covert 908 und die neue Mirage Rolle (made in USA) im ersten Licht morgens am Jurassic Lake. Diese Kombination, teils mit Power Taper, teils mit der Bank Shot gefischt, machte mich beim oft heftigen Wind wunschlos glücklich.

Obwohl der Februar zur Nebensaison gezählt wird, die lange vorausgegangene Zeit ohne Regen den See auf ein Minimum reduziert hatte und der Rio Barrancoso bis auf einen Pool im Nahbreich praktisch unfischbar war, erlebten wir eine wunderbare Fischerei auf Regenbogenforellen in allen Größen. Unter den gegebenen Bedingungen waren die Chancen auf die großen, blanken Regenbogen im See selbst am besten. Hier lagen sehr produktive Partien in unmittelbarer Nähe der Lodge. Insbesondere ist der Einlauf des Rio Barrancoso zu nennen, der vielleicht der produktivste Bereich ist, weil dieser der einzige relevante Bach ist, der in den See mündet. Und hier laichen auch die Fische. Aber auch eine Halbinsel, die zum Teil von der Lodge aus sichtbar ist, und in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist, erwies sich als sehr fischhaltig. Insbesondere die Bucht auf der linken Seite füllte sich häufig bei auflandigem Wind mit zahlreichen großen Fischen (Trupps um die hundert Fische!) , die im durch den Wind angetrübten Wasser nach Muscheln und Krebschen suchten und dabei anscheinend immer wieder dieselbe Wanderroute benutzten.

Im Rio Barrancoso gab es einen Pool, ebenfalls bequem in nur wenigen Minuten zu Fuß erreichbar, den wir „Aquarium“ nannten. Sie können sich schon denken warum: er war vollgestopft mit steigenden und nymphenden Fischen. Es sei nur gesagt, dass wir hier mit Trockenfliegen und Nymphen viele Fische bis gut 5 kg Gewicht landen konnten. Einige größere gingen im Drill verloren. Die Fische im Rio waren sehr farbenprächtig, aber schlanker, als die großen Blanken im See, weil sie wohl schon eine Weile im Fluss waren. Im See fischte ich in windstillen Phasen mit der 906 Helios 2 Rute, der neuen kleine Mirage ll Rolle und Power Taper Schimmschnur. Die anderen 8 Ruten in meinem Gepäck wurden nicht benötigt. Nach einem Gespräch mit zwei am See tätigen Biologen, die u.a. eine Probe mit den wichtigsten Nahrungstierchen im Glas genommen hatten , war die Frage der richtigen Scud-Imitation nachhaltig gelöst…

In windstillen Phasen mit der 906 Helios 2 Rute, der neuen kleine Mirage ll Rolle und Power Taper Schimmschnur.

Den Lesern meiner Kolumnne vom letzten Monat möchte ich nicht die Antwort schuldig bleiben, ob ich es geschafft habe, meinen persönlichen Rekord auf Regenbogenforelle (Schweden 1990, 6,9kg Gewicht) zu überbieten. Ja, es hat geklappt, Meine größte Regenbogen aus dem Jurassic Lake haben wir auf ca. 8kg geschätzt. Nach einer grandiosen Woche am Jurassic Lake ging es mit dem Auto weiter zum Rio Gallegos. Nach ca. drei Stunden über holprige Steppenwege, die ich wegen der gut gefederten Geländewagen fast durchgeschlafen habe, ging es für gute 3 – 4 Stunden auf einer glatten Asphaltstraße weiter. Am Rio Gallegos wurden wir in der erstklassigen Las Buitreras Lodge von den einfühlsamen und ständig hilfsbereiten Angestellten mit einem prächtigen Willkommensessen und dem gehaltvollen Rotwein des Hauses begrüßt.

Es folgte eine Woche Fischerei auf Meerforellen und Bachforellen in grandioser Umgebung. Obwohl auch hier Niedrigwasser herrschte, fingen wir schon vom ersten Abend ab schöne Fische.

Meine erste Meerforelle am Rio Gallegos war 78 cm lang und wog ca. 6 kg.

Schön war es zu sehen, dass im Laufe der Woche auch sehr durchschnittliche Fischer sehr gut fingen. Die zu Las Buitreras gehörende Strecke ist 42 km lang. Die neun Ruten in unserer Woche hatten also eine sehr exklusive Fischerei. Natürlich spielt – wie fast überall in Patagonien – der Wind eine wichtige Rolle. Aber durch die weitläufige Strecke und sehr kundige Guides wird es den Gästen ermöglicht, immer nur die unter den jeweiligen Wetterbedingungen besten Pools von der „richtigen“ Seite aus zu befischen. Über die Erfahrungen am Jurassic Lake und am Rio Grande lesen Sie bitte in Kürze mehr auf www.internationalflyfishersclub.com  Dort gibt es auch konkrete Informationen über die Reisemöglichkeiten an diese beiden tollen Destinationen, an denen wir übrigens alle Fische schonend wieder zurücksetzten.

Wieder zurück am Schreibtisch in Hamburg wartete erstmal viel Arbeit, aber ich hoffe, in der ersten Märzwoche an einen unserer heimischen Bäche zu gehen. Mein Assistent Thies wird mit Sicherheit an die Küste gehen. Von unseren Orvis Händlern an der Küste hören wir, das hier und da Fische gefangen werden. Aber die Wassertemperatur ist mit ca. 3°C noch immer sehr niedrig und auch die Nachttemperaturen zwischen 2 und 4°C sind nicht optimal. Das wird sich sicher bald ändern. Ich hoffe, Sie finden ebenfalls die Möglichkeit, im März an Ihre Gewässer zu gehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Eine schöne Zeit im März am Wasser wünscht Ihnen, Ihr

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im Februar

Liebe Orvis-Freunde!

Die Zeit ist im Januar wieder wie im Fluge vergangen. Die Arbeiten am neuen Orvis-Katalog haben viel Zeit gekostet, aber nun erwarten wir den letzten Korrekturabzug und dann kann er in Druck gehen. Ich finde, mein Assistent Thies Reimers hat dabei einen wirklich guten Job gemacht und es tut mir leid, dass ich wieder einmal in letzter Minute noch so viele Änderungen angeregt habe.  Diesmal sind wir einige Wochen früher fertig, als in den letzten Jahren, obwohl der Katalog noch einige Seiten Umfang mehr hat.

Das ist er: der neue deutschsprachige Orvis Fliegenfischer-Katalog 2017, sie können ihn per Email anfordern: Manfred.Raguse@Orvis.de

Einige unserer Händler hatten uns darauf aufmerksam gemacht, dass wir die Anzahl der „Gadgets“ erhöhen sollten. Dies sind die kleinen, meist unentbehrlichen Utensilien, für die Orvis schon immer bekannt war. Diese waren zwar immer Bestandteil des Programms, waren aber teilweise nicht mehr im deutschsprachigen Katalog abgebildet worden. Das haben wir geändert und auch Fliegenfischerwesten werden jetzt auf mehrfachen Wunsch wieder abgebildet, obwohl der Trend eindeutig zu den diversen praktischen Packs aller Art geht.

Nach Abschluss der Arbeiten am Katalog folgt die Belohnung unmittelbar (leider nur für mich, während Thies die Stellung hält, was aber ohne meine Anwesenheit auch eine Art Belohnung ist…): Es geht gleich Anfang Februar auf die andere Seite der Weltkugel. Zunächst werde ich die riesigen Regenbogenforellen am Jurassic Lake zum Tango bitten. Hierbei besteht sicher die Chance, dass ich meinen persönlichen Rekord mit einem größeren Fisch überbieten werde. Das wird auch Zeit, finde ich.,

Meine bisher größte Regenbogenforelle: 6,9kg, gefangen im September 1990 an einem schwedischen Fluss.

Dieser Fisch war zu diesem Zeitpunkt die größte bis dato gefangene Regenbogenforelle in dem schwedischen Fluß, also der „All time record fish“. Ein zufälliger Fang beim Fischen auf Meerforellen, der sich im Drill auch genau wie eine solche verhielt. Als ich erkannte, das es eine Regenbogen war, traute ich meinen Augen nicht. Meerforellen dieser Größe waren für mich in dieser Zeit eine recht häufige Beute, der Fang einer Regenbogen dagegen an diesem Fluß sehr selten. Während wir Meerforellen dieser Größe damals oft nicht einmal fotografierten, landete deshalb die Regenbogeforelle sogar als Präparat in meinem Hamburger Büro! Dort steht sie auch heute noch. Der Vollständigheit wegen möchte ich erwähnen, dass mein Rekord schon ein oder zwei Jahre später durch einen noch etwas größeren Fisch durch einen anderen Fischer eingestellt wurde.

Der Jurassic Lake steht schon länger auf meinem Programm. Die sprichwörtliche Größe der dortigen Regenbogenforellen, gewissermaßen eine biologische Anomalie, war überhaupt nicht der entscheidende Grund für meine Reise, sondern die Schönheit der Fische. Auf Fotos, die ich gesehen hatte, war mir der unglaubliche Konditionsfaktor und das silberblanke Erscheinungsbild mehrerer Regenbogen aufgefallen. Diese üben seitdem durch ihre aussergewöhnliche Ästhetik eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf mich aus. Ich kann nur hoffen, dass es umgekehrt ähnlich aussieht und meine Rubberlegs auf Interesse stossen!

Eine gewisse Erleichterung bei meiner Entscheidung für den Jurassic Lake bedeutete die Tatsache, dass es seit geraumer Zeit die Möglichkeit gibt, anstatt mit einer Anfahrt von 7-8 qualvollen Autostunden über „the road to hell“, nun mit einem kleinen Flugzeug auf einem eigens für die Fischer geschaffenen Landestreifen einzuschweben. Ich werde Ihnen darüber berichten und natürlich auch über die Fischerei auf Meerforellen am Rio Gallegos in der Folgewoche. Dabei werde ich die neuen Orvis Mirage Rollen (made in USA) hoffentlich ausgiebig testen können und auch die neuen Helios Covert Ruten.

Im Januar führten mich auch einige Ausflüge ans Wasser, allerdings ohne Angelrute. Es ist für mich immer eine Freude auch durch die neuen Bundesländer zu fahren und Gewässer und Landschaften zu erkunden, allerdings ist sonst die Rute immer dabei.

Sicher haben auch Sie es geschafft, im Januar mal ans Wasser zu kommen und wenn es nur zum Spaziergang war. Vielleicht gehören Sie aber auch zu denjenigen, in deren Umgebung auch noch im Februar die Möglichkeit besteht, auf Hechte oder Barsche zu fischen. Oder sogar auf Äschen oder Huchen. Ich  drücke Ihnen die Daumen!

Einen schönen Februar wünscht Ihnen, Ihr

Manfred Raguse

An der Elbe bei Lenzen um die Mittagstunde im Januar.

Im Museum der Festung Dömitz, der letzten vollständig erhaltenen Festung Norddeutschlands, fand ich dieses Foto vom örtlichen Angelverein aus dem Jahre 1908 – in diesem Jahr gab es noch 50 Vereine in Dömitz!

Die Stepenitz in Perleberg, hier gibt es wieder Lachse und Meerforellen.

Die Manfred Raguse Kolumne im Januar

Liebe Orvis-Freunde!

Hoffentlich hatten Sie, wie ich, im Dezember noch einige schöne Tage am Wasser und freuen sich auf die neue Saison. Bald beginnt die Zeit, in der wir früher unser Gerät inspiziert, Bindungen bei Ruten erneuert, und Rollen geölt haben. Dies ist bei der Steigerung der Qualität, weitreichenden Garantien und fast wartungsfreiem Gerät, heute weit weniger  nötig (denken Sie nur an die Orvis Rollen mit völlig verkapseltem Bremssystem, wie die gerade auf den Markt kommende Battenkill Disc, oder gar die neue Mirage, made in USA!). Also haben wir mehr Zeit zum Binden und Fischen.

Mit den zahlreichen attraktiven Reiseangeboten, die es uns ermöglichen, allerbeste Fischerei in fernen Ländern zu erleben, ist auch letzteres für viele Fischer eine perfekte  Möglichkeit, die „tote Zeit“ zu überbrücken. Beneidenswert sind auch diejenigen, die daheim gute Möglichkeiten beispielsweise auf Huchen haben. Bei mir selbst steht im Februar eine Reise nach Feuerland auf dem Programm, es soll mal wieder auf die großen Meerforellen gehen und dann noch eine Woche auf die riesigen Regenbogenforellen. Sollten Sie daran Interesse haben, melden Sie sich bitte bei mir, vielleicht ist noch ein Platz frei.

Ich selbst habe die letzten Dezembertage genutzt, um ans Wasser zu kommen. Meine Hütte an einem Brandenburger See war schnell durchgeheizt und schon wurde das Boot zu Wasser gebracht. Mein alter Freund Michael war spontan vorbeigekommen, um noch einen schönen Tag draussen zu verbringen, bevor die Hechtschonzeit ab 1. Januar einsetzt.

Traumhaftes Wetter am 29. Dezember am See in Brandenburg, die Sonne kam gegen die Mittagszeit.

Mein Angelkahn ist in Minuten startklar.

Ab Mittag wurde es richtig sonnig und jede Minute auf dem Wasser war ein Genuß. Enstsprechend ausgelassen war unser Humor. Wieder einmal zeigte sich, dass man nicht unbedingt etwas fangen muss, um einen Angeltag uneingeschränkt zu genießen.

Es gibt viel zu lachen, die Stimmung ist bestens.

Mein atmungsaktiver „No Sweat“ Anzug, bestehend aus Parka und Latzhose, beweist auch nach anderthalb Jahrzehnten noch immer, dass man sich auf Orvis Qualität verlassen kann.

So sieht der Wiggle Bunny Black & Blue aus der Nähe aus.

Als ich einen Hechtsreamer anbinden wollte, aber dessen Fängigkeit bezweifelte, weil ihm ein Auge verloren gegangen war, konfrontierte mich Michael mit einer mir bis dahin unbekannten Theorie: „Versetz Dich mal in die Lage des Hechtes“, sagte er, „wenn der sieht, dass seiner Beute ein Auge fehlt, wird er die Chancen auf einen erfolgreichen Zugriff noch besser einschätzen, als bei einem gesunden Fisch. Deshalb erhöht meiner Anscht nach jedes Anzeichen eines Handicaps beim Beutetier (und damit bei unserem Hechtstreamer) die Fängigkeit, insbesondere bei niedrigen Temperaturen, .“

Ok, so hatte ich das noch gar nicht gesehen. Oder hatte Michael bei diesem Statement den Schalk im Auge? Egal – denken Sie einfach mal darüber nach. Auf jeden Fall werde ich Michael bitten, uns auch künftig auf unserer Orvis.de gelegentlich einige Tipps zu geben.

Dr. Michael Blanca, übrigens einer der ganz frühen Autoren der Zeitschrift „Der Fliegenfischer“, hatte, bevor er Chirurg wurde, bereits eine Ausbildung als Limnologe (Binnensee-Gewässerkundler), absolviert.

Mit viel Optimismus und einem Augenzwinckern wünsche ich Ihnen ein Gutes Neues Jahr und eine herausragende neue Saison.

Herzlichst, Ihr

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im Dezember

Liebe Orvis-Freunde!

Ein Jahr der schönen Fänge geht zu Ende. Ich hoffe, Sie können diese These unterstreichen und haben erholsame und erfolgreiche Stunden am Wasser verbracht. Wenn dies so war, dann – da bin ich sicher – war Orvis wieder Ihr treuer Begleiter auf allen Fischerpfaden.

So ähnlich hieß ein frühes Angelbuch, an das ich mich gern erinnere „Auf Fischerpfaden um die Welt“. Berichtet wurde von fernen Ländern, oft war die Fliegenrute im Spiel. Und genau das kann doch heute so einfach sein!

Fliegenfischen auf Kuba und noch viel mehr!

Ich habe in den letzten Jahren einige interessante Reiseziele für „wintermüde“ Fliegenfischer besucht und möchte Ihnen heute eines davon wärmstens empfehlen: Kuba mit seiner wunderbaren Atmosphäre und einer traumhaften Fischerei auf verschiedene exotische Fischarten.

Wenn man die richtigen Ziele aussucht, in denen die Fliegenfischerei dominiert und wo kommerzielle Fischerei verboten, oder stark begrenzt ist, hat man besonders gute Karten. Bei dieser Auswahl kann www.internationalflyfishersclub.com wertvolle Hilfe leisten.

Ein Permit, gefangen mit der Fliegenrute auf Kuba, Cayo Largo. Neben Kuba bietet der IFC weitere Reiseziele für Fliegenfischer an.

Das Fliegenfischen auf Bonefish, Tarpon, Barrakuda und andere Fischarten ist ausgezeichnet. Aber auch die Chancen auf die scheuen Permit sind an bestimmten kubanischen Destinationen außergewöhnlich gut. Bei meiner nächsten Reise dorthin wird mich mit Sicherheit eine vierteilige Fliegenrute begleiten, die erst in diesen Tagen auf den Markt kommt: die  Helios Covert 908-4, also in 9‘ in Klasse 8!

Helios Covert – diese Fliegenrute ist ausgefeilt bis ins kleinste Detail!

Permit sind sehr schwierig zu fangende Fische, das ist unbestritten. Aber gerade deshalb gibt es zahlreiche Fliegenfischer, die von dieser Fischart besonders fasziniert sind. Einige führende Fliegenfischer lieben den hohen Schwierigkeitsgrad und betreiben viel Aufwand, um auch nur kleine Vorteile umzusetzen, welche die Chancen auf das Objekt der Begierde verbessern.

Die vierteilige Fliegenrute “Covert 908″ wurde von Orvis nach den Vorstellungen des Permit-Experten Mike Dawis angefertigt. Diese perfekte Reise-Rute ist in limitierter Auflage auch bei uns erhältlich. Fragen Sie in Ihrem Orvis-Shop nach der “Covert 908″ von Orvis und schauen Sie sich diese Fliegenrute einmal an!

Die Fliegenrute Helios 2 Covert erfüllt die höchsten Ansprüche des Profis

Mike Davis ist einer von diesen. Sein Anspruch als Perfektionist bei der Jagd auf Permit erfordert eine Fliegenrute, die nicht in der Sonne blitzt, eine Rute die sich nicht vorzeitig an die Fische verrät. Mike fragte bei Orvis nach, ob dort für ihn eine solche Fliegenrute gebaut werden kann. So wurde die Helios 2 Covert geboren. Einfach schwarz, kein Glitzern und keine Reflektionen.

Ist das übertrieben? Nun, Mike ist ein herausragender Experte auf diesem Gebiet und gewann das prestigeträchtige March Merkin Tournament bereits zweimal, zunächst in 2011 und dann erneut in diesem Jahr. Wenn man Permit jagt, gibt es keine Übertreibung, lieber übertrieben anmutende Vorsicht walten lassen, als zu wenig. Resultate lügen nicht.

Bei der Helios 2 Covert handelt  es sich um eine Limited Edition (begrenzte Auflage) die nur für 2017 geplant ist. Wer eine dieser außergewöhnlichen Fliegenruten möchte, sollte seinen Orvis Händler umgehend informieren, sonst ist die Gelegenheit wahrscheinlich verpasst.

Mal abgesehen von der Covert: Legen Sie Ihrem Fischerfreund nicht irgendetwas unter den Weihnachtsbaum. Wer Orvis verschenkt, zeigt, dass er Stil und Sinn für Qualität hat!

Ein schönes Weihnachtsfest wünscht

Ihr
Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im November

Liebe Orvis-Freunde!

Frühlingsgefühle im Novembernebel! Sozusagen frisch geschlüpft sind die neuen Orvis-Artikel für die neue Saison.

Wie jedes Jahr packt uns die Spannung, wenn wir die Neuigkeiten im Hamburger Orvis-Office zum ersten Mal sehen und von allen Seiten unter die Lupe nehmen können. Wir lassen Sie daran teilhaben: nach und nach werden wir Ihnen hier die Neuigkeiten vorstellen.

Wie in jedem Jahr hat unser Hund Jule einen unterernährten Igel aufgestöbert und dieser wird bei Orvis in Hamburg über den Winter gerettet. Dieser heißt dann „Orvis“. Tatsächlich ist in diesem Jahr sogar ein zweiter Igel dazu aufgenommen worden. Vom Tag der Einquartierung bis zur Auswilderung wird das Gewicht laufend registriert. Als Größenvergleich muss hier die gerade eingetroffene Battenkill Disc ll herhalten.

Diesmal eine neue Rollenserie, die auf den bewährten Modellen vom Typ Battenkill basiert. Der Name: Battenkill Disc, der schon Programm ist, denn eine ausgezeichnete Scheibenbremse bildet das Zentrum der Neugestaltung. Wie gut ist die Bremse? Orvis legt Wert auf die Feststellung, dass die hochwertige Mechanik auf der nun schon vielfach bewährten und in Fischerkreisen als „topp!“ anerkannten Bremse der Hydros SL basiert. Eine starke Ansage! Und man darf dazu sagen: Das alles bei dem Preis, der wirklich moderat zu nennen ist (um das abgenutzte Wort „günstig“ zu vermeiden). Er liegt zwischen 145 Euro und 225 Euro/ UVP und bestätigt wieder einmal, dass Orvis für jeden Geldbeutel das perfekte Angebot im Repertoire hat.

Und es gibt noch weitere Vorteile der neuen Battenkill Disc! Das mid-arbor Design ermöglicht zudem einen schnellen Schnureinzug; es sind insgesamt sieben Modelle erhältlich. Also passend für jeden Bedarf vom feinen Äschenfischen mit der 3er Rute bis zur leichten Zweihand für Lachs. Und die Rollen sind deutlich leichter geworden, so dass sich ideale Kombinationen auch mit den feinsten Helios 2-Ruten und Recon-Gerten eröffnen.

Bei den neuen Battenkill Disc Fliegenrollen ist für jeden etwas dabei, von der kleinen Forellenrolle bis hin zur stabilen Lachsrolle, die auf der Rückseite nicht perforiert ist.

Battenkill Disc-Rollen sind äußerlich eine Hommage an die klassischen Modelle dieses Namens geblieben; das wird viele Orvis-Fans freuen. Innerlich jedoch hat sich, siehe oben!, vieles getan, um Ihnen noch mehr Freude am Fliegenfischen zu vermitteln.

Eine neue Rolle ist entstanden, die für jeden Fliegenfischer interessant ist, denn sie macht sowohl an einer modernen Helios 2 uneingeschränkt Freude, passt jedoch von der Optik auch sehr schön zu einer Gespließten oder einer Superfine Glass oder Superfine Carbon. Die Superfine wurde bisher perfekt mit der CFO Rolle komplettiert. Seit diese wieder in den USA produziert wird, ist aber der Preis auch kräftig angestiegen und da kann die neue Battenkill Disc wirklich eine technisch und optisch ansprechende Alternative zu einem deutlich niedrigerem Preis sein.

Und wir vergessen zum Abschluss den Blick auf die aktuelle Praxis nicht: Ich wünsche Ihnen noch schöne Herbststunden am Fischwasser. Vielleicht geht’s doch noch mal auf Hecht? Tun Sie es! Es lohnt sich immer. Vor allem, wenn man einen zuverlässigen Partner wie Orvis bei sich hat.

Herzlichst, Ihr

Manfred Raguse