NFC-Kurswoche für Lachsfischer

 

Lachs Kurs NFC Bernd Kuleisa Gaula

Kursleiter Bernd Kuleisa mit einem August-Lachs aus der Gaula. Im NFC-Kurs zeigt er Ihnen, wie Sie richtig auf Lachs fischen.

Gute Nachrichten! In der ersten Augustwoche 2017 steht nun  beim NFC eine zusätzliche Kurswoche unter der Leitung von Bernd Kuleisa allen Gaula-Freunden offen.

Die Vielfalt der Techniken zu lernen, um die Pools des NFC erfolgreich zu befischen: Das ist der Inhalt des Kurses! Es handelt sich im besten Sinne um „betreutes Fischen“, bei dem sich Bernd Kuleisa eingehend um das Wohl der Gäste kümmert. Die vielen zufriedenen Stammgäste haben dafür gesorgt, dass die erste Kurswoche (32) bereits ausgebucht ist.

Gute Chancen für Lachs-Einsteiger beim Kurs mit Bernd Kuleisa

Deshalb gibt es nun zusätzlich die Woche 31/2017 (vom Sonntag, 30. Juli bis Sonntag, 6. August)! Die Woche 31 ist bekannt für das besonders gute Preis/Leitungsverhältnis; sie bietet gute Fangchancen zum moderaten Preis.

Kontakt: Manfred Raguse
Tel. 040/589 23 02
www.internationalflyfishersclub.com

Kursleiter, die Orvis vertrauen: Bernd Kuleisa

Die neue, lockere Folge von Beiträgen stellt Kursleiter vor, die Orvis-Geräten vertrauen und auf diese Weise demonstrieren, dass sie Wert auf eine perfekte Ausrüstung legen.

Bernd Kuleisa (zweiter von rechts), hier bei einem Fliegenfischen-Kurs zum Thema Switch bei adh, vertraut in seinen Kursen auf Gerät von Orvis.

Kursleiter, die Orvis vertrauen: Bernd Kuleisa

Zweihandkurse sind die Spezialität von Bernd Kuleisa. Wobei die Besonderheit darin liegt, dass auch Switchruten-Kurse von Bernd angeboten werden.

Zu den Orvis-Switchruten stellt Bernd Kuleisa folgendes fest: „Helios-Switch heißt die Antwort, wenn nach leichten und trotzdem leistungsstarken Zweihandruten gefragt wird. Sie sind super und etwas anderes gebe ich meinen Kursteilnehmern nicht in die Hand!“

Termine seiner Kurse finden Sie auf der Homepage von Bernd Kuleisa:
www.bernd-kuleisa.de

Jetzt auch Island erprobt – meine 7er Recon!

von Bernd Kuleisa

Wo leben die wildesten Bachforellen Europas? Wo bläst der Wind in Stärke 7 von vorn? Was nimmt man auf die Reise dorthin mit?

Zu Frage 1 und 2: Island!
Frage 3: eine 7er Recon!

Ich kann es kurz machen im Telegrammstil: War auf Island im Juli. Toll. Super Forellen, ungeheuer kampfstark. Hatte meine 7er Recon mit. Gute Idee! Genau die richtige Antwort auf alle Forellenfragen, wenn es um 60er Fische geht. Foto gefällig: Bitte!

Eine 62er Bachforelle, die sich dem Trio (bestehend aus Recon-Rute, Access-Rolle und BK) fügen musste.

Wer keine Recon hat, sollte das sich noch mal überlegen. Moderater Preis, super Leistung!

Die perfekte Nymphe für den September: Glitzer Girl

von Bernd Kuleisa

An dieser Stelle wollen wir, liebe Orvis-Freunde, nun auch öfter einmal innovative Fliegen von namhaften Bindern vorstellen. Und so geht es los:

Einer der besten Fliegenbinder Deutschlands kommt aus dem Schwabenland: Alfons Schefhold. Er ist Serien-Sieger bei Bindewettbewerben und viele virtuos gebundene Muster stammen von ihm. Er kann aber auch anders: schlicht, einfach, aber fängig.

Eine solche Nymphe schickte er mir zu und ich freue mich, Sie hier allen Orvis-Freunden zum Nachbinden zu empfehlen; sie heißt Glitzer Girl.

Dank der Tungsten-Perle taucht sie schnell tief ab und findet den Fisch. Selbst Fische, die jede Goldkopfnymphe schon ablehnen, nehmen sie ohne zu zögern!

Glitzer Girl von Alfons Schefhold

Haken: TMC 200R Größe 10 oder 12

Faden: 8.0 beige

Tungstenperle: 3.8 mm

Körper: Krystal-Flash (Farbe nach Wahl), Coq de Leon-Feder, Rebhuhnfeder, Squirrel-Dubbing (braun und grau)

Bindeanleitung:

1. Perle auf den Haken bringen und Grundwicklung legen

2. Coq de Leon-Fiber als Schwänzchen einbinden

3. Circa 8 cm Krystal-Flash an beiden Enden vor dem Schwänzchen einbinden und eine Schlaufe bilden

4. Graues Squirrel-Dubbing in die Schlaufe legen und verdrallen

5. Dubbingstrang um den Haken winden und Körper formen

6. Braunes Dubbing in eine Schlaufe legen, verdrallen und den Thorax bilden

7. Rebhuhnfeder an der Federspitze einbinden und zwischen Thorax und Perle mit 3-4 Windungen festlegen – fertig!

Tipp: Beim Verdrallen der Dubbingstränge das Material ausbürsten und überflüssige Bestandteile auszupfen. Das Krystal-Flash sollte gut sichtbar sein; so erhält die Fliege das gewisse Extra!

Superfine Glass – für maximale Freude am Drill

von Frank Weissert

Eine Woche lang sollte es mit der Familie an den Gardasee gehen. Ganz klar wollte ich die Gelegenheit nutzen und informierte mich über die Möglichkeiten für das Fliegenfischen im See. Dabei war immer wieder zu hören und zu lesen, dass es dort viele starke Döbel geben sollte, die jedoch sehr vorsichtig wären und man sich glücklich schätzen könne, wenn man drei Fische am Tag zum Biss verleiten kann. Alles klar: Fische gibt es und fangen lassen sie sich auch. Nur müssen offenbar die Präsentation und somit auch die Rute gut passen.

Überlegen musste ich nicht lange. Denn angesichts der offenbar nötigen feinen Vorfachspitze kam für mich nur die Orvis Superfine Glass in Schnurklasse 3 in Frage. Die geschmeidige Aktion hatte unter anderem zum erfolgreichen Landen einer 50er Regenbogenforelle beigetragen und sollte somit auch auf große Weißfische gute Dienste leisten. Als Rolle kam die optimal passende Orvis C.F.O. II zum Einsatz, bespult mit einer WF 3 F aus gleichem Haus.

Die Orvis Superfine Glass bändigt nicht nur kleinere Fische, wie diesen Döbel.

Vor Ort in San Benedetto bei Peschiera del Garda ganz im Süden des Sees konnte ich auf dem Postamt problemlos eine Angelkarte für drei Monate kaufen. Bereits am ersten Abend beobachtete ich von unserer Terrasse am See aus insbesondere kurz vor und während der Dämmerung fast überall im See zahlreiche Ringe und auch buckelnde Fische verschiedenster Größen. Das Beste daran war, dass die Fische bis kurz vors flache Ufer kamen, sprich zehn Meter und näher. Somit ließen sie sich gut mit der Fliegenrute erreichen. Damit stand die Aktion für den folgenden Abend fest.

Es gab einen Schlupf von kleinen Eintagsfliegen mit weißem Körper. Somit wählte ich eine 18er Trockenfliege aus meiner Äschenbox – weißer Körper mit Grizzly-Hechel. Sie sollte ideal passen, was sich auch bestätigte. Die Fische, die im klaren Flachwasser schnell als Döbel identifiziert waren, schwammen in Rudeln umher, weshalb ich die Fliege an einer 0,12er Vorfachspitze ein Stück vor ihnen in der vermuteten Schwimmrichtung sachte platzierte. Mehrfach ging die Rechnung auf, allerdings konnte ich nur kleinere Fische bis knapp über 30 Zentimeter fangen. Irgendwann zogen die Döbel weiter hinaus außerhalb meiner Reichweite und es wurde zeitgleich schnell dunkler, was das Beobachten der Fliege irgendwann so gut wie unmöglich machte.

Nicht ganz personal best, aber nahe dran – ein Grund zur Freude.

Deshalb knotete ich einen 10er Rehhaar/Kaninchenfell-Streamer an, der bereits viele Fische gebracht hatte. Auch damit kam die Glasrute gut zurecht. Der erste Fisch war eine größere Rotfeder, die fast komplett silbrig gefärbt war – von roten Flossen keine Spur. Dann ging eine längere Zeit nichts mehr.

Jetzt wollte ich nur noch zwei oder drei finale Würfe machen, als es geschah. Wumm – ein massiver Zug an der Schur und ein Fisch hatte sich weitgehend selbst gehakt. Die Orvis verbeugte sich tief und ein großer Wirbel im Wasser zeigte ebenfalls, dass ein größeres Exemplar eingestiegen war. Im seichten Wasser flüchtete mein Gegner im letzten Büchsenlicht auf eine Gruppe von Felsen zu und zog mir lose Schnur durch die Finger. Aber es gelang, die Flucht zu bremsen. Sehr beruhigend war dabei die Sicherheit, die mir die bestens dämpfende Aktion der Rute trotz dünnem Vorfach gab.

Dieser 51-Zentimeter-Fisch konnte wirklich kämpfen.

Meiner Tochter, die in der Nähe saß, rief ich zu, dass sie meinen Sohn rufen sollte, da mir eine Handlandung bei schlechter Sicht zu riskant erschien. Kurz darauf kam er mit dem Kescher gelaufen und brachte das Netz in Position. Nach zwei weiteren Fluchten und stoischem Kämpfen auf der Stelle war es so weit: Ich zog den noch immer nicht identifizierten Fisch über die Maschen und ich konnte endlich aufatmen. Oha – das war tatsächlich ein besserer Döbel: 51 Zentimeter zeigte das Maßband bei dem sicherlich vier Pfund schweren Exemplar. Einmal mehr hatte sich die Superfine Glass als genau richtige Wahl erwiesen – mal sehen, was als Nächstes kommt …

Frank Weissert

www.angelbuch.de

 

Clearwater-Zweihand bestens bewährt!

von Bernd Kuleisa

Manchmal lege ich meine innig geliebte 13.6er Helios Zweihand beiseite und greife zur Clearwater 13.6’. Warum? Weil auch diese Orvis-Rute richtig gut ist.
Zweihandfischen und Zweihandkurse leiten – beides ist meine Passion. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass nicht jeder sich eine Top-Rute leisten will und mancher gern „gut, aber günstig“ vorzieht. Und da ist Clearwater eine Entscheidung, die man nicht bereut!
Auch in meinen Kursen in diesem Jahr kam die Clearwater 13.6, die ich zur Demo immer dabei habe, regelmäßig gut an. Sie macht bestens mit, vermittelt ein vollmundiges Wurfgefühl. Gerade für Einsteiger ist das ideal.
In diesem Juli konnte ich mit der Clearwater sogar eine meiner schönsten Meerforellen überhaupt fangen: 81 cm, 7 Kilo.

Bernd Kuleisa mit seiner 7 kg Meerforelle. Nein, nicht aus dem Rio Grande. Auch deutsche Meerforellen können stattlich sein.

Als Rolle benutzte ich eine Hydros der jetzt ausgelaufenen Serie, die nun vom Typ Hydros SL abgelöst wurde. Die „alte“ ist gut, die neuen Hydros SL sind vielleicht noch besser, aber ich kaufe mir nicht jedes Jahr eine neue Rolle; wobei… die SL reizt mich schon…

Schaun wir mal!

Hart am Wind mit der 7er Recon!

von Bernd Kuleisa

In diesem Jahr zum Hornhechtzeit hatte ich Gelegenheit die 7er Recon (9’) zu testen. Der Wind blies in Stärke 4 aus Ost; einige Böen hatten sicher Sturmstärke. Da die Fische an einer Stelle nahe Neustadt bereits am Vortage lokalisiert worden waren, ließ ich mich auf das Fischen gegen (!) den Wind ein. Also tief eingewatet und – schwupp – mit Doppelzugunterstützung gelangen durchaus Würfe bis 20 Meter. Donnerwetter!

Bernd Kuleisa im Hornhechtdrill bei Starkwind von vorn. Die Recon jedoch „steht“ wie eine Eins!

Ein besseres Zeugnis für eine 7er gibt es nicht! Selbst bei Bedingungen hart an der Unfischbarkeitsgrenze bewährte sich die Rute mit ihrer flotten Aktion, die meine Würfe wirkungsvoll durch den Wind stechen ließ.
Eine schöne Erfahrung! Ich werde die Rute nun mit sehr viel Vertrauen auch an anderen Gewässern einsetzen und weiter darüber berichten, wie sie sich unter normalen Bedingungen schlägt. Fortsetzung folgt also!

Ein schöner Horni für Bernd und seine 7er Recon!

Ein schöner Horni für Bernd und seine 7er Recon!

Faszination Junilachs

von Thies Reimers

Saisonstart an der Gaula. Das Wasser ist relativ hoch und kalt.

Bald startet auch in Norwegen die Lachssaison 2016 und ich kann es kaum noch erwarten. Sind es doch gerade die ersten Wochen der Saison, die mich jedes Jahr wieder faszinieren. Von vielen Fliegenfischern höre ich immer wieder, dass sie gerade die ersten Wochen der Saison meiden. Ein Hauptgrund dafür ist das hohe und kalte Wasser, was schwere Sinkschnüre und Ruten von 15′ der Klasse 10 erfordert. Das ist nicht von der Hand zu weisen! Aber sollte das der Grund sein, diese spannende Fischerei in den ersten Juniwochen zu meiden? Ich denke nicht! Vor 20 Jahren hätte diese “Ausrede” noch Geltung gehabt, schwere Ruten und Sinkschnüre (Vollschnüre!), die sich extrem schwierig werfen ließen, machten das Fliegenfischen auf Lachs während der ersten Wochen der Saison mit Sicherheit nicht angenehm. Aber in der heutigen Zeit von Nano Technologie im Rutenbau und perfekt funktionierenden Schussköpfen kann ich nur jedem echten Lachsfan empfehlen, diese Herausforderung anzunehmen. Der Moment, in dem die Fliege an der Strömungskante stehen bleibt, man schon den nächsten Hänger vermutet und wenn sich dieser dann auf einmal bewegt, das ist einfach einmalig!

7 Tipps für den Saisonstart:

1.         Die passende Rute (Orvis Helios Spey 15′)

An großen Flüssen wie der Gaula ist eine 15′ Rute der Schnurklasse 10 zum Saisonbeginn einfach Pflicht. Gar nicht so sehr wegen der großen Fische, denn wir landen auch im Juli/ August Fische von über 100 cm an deutlich kürzeren und leichteren Ruten. Doch bei der Kombination aus großen Fischen und viel Wasser, also einem sehr hohen Strömungsdruck, erleichtert es eine 15′ Rute den Fisch schneller unter Kontrolle zu bringen. Außerdem lassen sich die schnell sinkenden Schussköpfe mit einer 15′ Rute einfacher liften und damit auch angenehmer werfen.

2.         Die passende Rolle (Mirage VI)

Wenn ich ehrlich bin, bin ich nicht auf eine bestimmte Orvis-Rolle fixiert. Ob man jetzt eine Mirage nimmt, eine Hydros oder eine Access – alle genannten Orvis-Rollen werden, was die Bremse angeht, mit einem frischen Juni-Lachs fertig. Viel wichtiger ist die Größe und die davon abhängige Backingkapazität, denn unter 200 Meter Backing auf der Rolle solltet Ihr nicht ans Wasser gehen. Ihr werdet zwar in mehr als 90 % der Fälle niemals 200 Meter Backing benötigen, aber ein bisschen Reserve ist immer gut. Der Tag wird kommen, an dem Ihr dem Fisch nicht ohne Probleme folgen könnt, er den Pool verlässt und dann seid Ihr froh, dass Ihr noch ein bisschen extra Zeit zum Reagieren habt.

3.         Die passende Schnur

In den ersten Wochen der Saison führt kein Weg an einer Sinkschnur vorbei. Das Wasser ist immer kalt und hoch. Zwar variiert der Wasserstand und die Wassertemperatur – aber so warm wird es nie, dass man mit einer Intermediate oder sogar einer Schwimmschnur eine wirklich gute Chance hat. Es kommt darauf an, den Schusskopf immer an den Wasserstand und den gerade zu befischenden Pool anzupassen. Man könnte jetzt eine Wissenschaft daraus machen, aber ein Satz bringt es auf den Punkt: Wenn Ihr nicht regelmäßig kurz vor Ende der Drift Grundkontakte bekommt, dann fischt Ihr nicht tief genug! Ihr benötigt also eine größere Auswahl von passenden Schussköpfen. Vier Köpfe mit unterschiedlichen Sinkraten haben sich in den letzten Jahren als Grundausstattung durchgesetzt:

I/S2/S4
S1/S3/S5
S2/S4/S6
S3/S5/S7

Je kürzer der Kopf, desto einfacher lässt er sich werfen. Der nicht so geübte Zweihandfischer sollte also lieber auf etwas kürzere Köpfe zurückgreifen, die er dann aber die ganze Woche entspannt fischen kann. Der erfahrene Zweihandfischer wählt die Köpfe etwas länger. Bei der Runningline muss jeder für sich entscheiden, was er bevorzugt. Eine Monofile bringt definitiv den einen oder anderen Meter mehr Wurfweite und der Schusskopf sinkt auch schneller ab als an einer “normalen” Runningline. Die normale Runningline ist dafür etwas entspannter zu fischen, da sie sich nicht so schnell “vertüddelt” und selbst wenn das mal passiert, bekommt man diese wieder gelöst und es bleibt keine störenden Knicke in der Runningline zurück.

Jetzt wird es im Drill noch mal richtig gefährlich. Der Fisch flüchtet stromab in den nächsten Pool und kann sich jederzeit an einem der großen Steine festsetzen.

4.         Das richtige Vorfach

Ob jetzt Fluorocarbon oder normales Monofil – das ist meiner Meinung nach egal. Ich fische meistens normales Monofil, denn zum einen ist das Wasser meistens eh zum Saisonbeginn leicht angetrübt, so dass der Vorteil der “Unsichtbarkeit” des FC nicht wirklich sichtbar ist und zum anderen ist die Knotenfestigkeit von normalen Nylon gegenüber FC dann doch höher. Der einzige Vorteil den FC dann tatsächlich hat ist, dass es schneller sinkt als normales Monofil. Ich würde Euch raten, nicht unter 0,45 mm Monofil-Spitze (Orvis Superstrong) zu fischen. Dieses Material hat eine hohe Tragkraft und reicht aus. Außerdem ist es wichtig, dass das Vorfach abriebfest ist. Denn man hat bei dieser Fischerei ständig Kontakt mit Steinen auf dem Grund und auch der Lachs scheuert im Drill oftmals an diesen Steinen vorbei, somit ist es sinnvoll, ein bisschen Reserve zu haben, um den hart erarbeiteten Fisch nicht wegen eines durchgescheuerten Vorfaches zu verlieren.

Zur Vorfachlänge würde ich raten: so kurz wie möglich! Bei trübem Wasser reicht eine Vorfachlänge von ca. 1,5 m aus. Ist das Wasser relativ klar, können es auch mal 2 m sein, aber länger bitte nicht. Jetzt sagen einige sicher: „Das ist aber kurz!“ Nur, was bringt es Euch, wenn Ihr den ganzen Tag schwerste Sinkschnüre fischt und dann ein 4 oder 5 m langes Vorfach anknotet an dem die Fliege dann viel höher auftreibt als die Sinkschnur? Ihr müsst so nah an den Grund wie möglich und das geht nur mit einem möglichst kurzen Vorfach.

5.         Die Fliege

Hier halte ich es ganz einfach. Vier Fliegen reichen aus um unter den meisten Situationen klar zu kommen. Schwarz/grün, schwarz/orange, Phatagorva und Sunray Shadow – mehr braucht Ihr eigentlich nicht. Diese Muster in unterschiedlichen Größen und variabel beschwert, dann seit Ihr bestens gerüstet. Achtung: Macht die Fliegen aber bitte nicht zu schwer. Eine Kombination aus einer möglichst leichten Tube und einer schnell sinkenden Schnur ist meistens besser als eine superschwere Tube und einer nur leicht sinkenden Schnur.

6.         Der richtige Haken

Hier hat jeder Lachsfischer seinen eigenen Favoriten, dem er vertraut. Macht aber bitte nicht den Fehler, am Haken zu sparen. Ein guter Haken kostet etwas mehr, aber dieses Extra ist wirklich gut angelegt.

Die Freude ist groß, denn so ein Fisch entschädigt für die vielen Stunden harter Fischerei!

7.         Ausdauer

Einige haben das Glück und fangen direkt am ersten Tag Ihren ersten Lachs, aber wenn wir ehrlich sind, ist dies meistens nicht der Fall. Junifische sind etwas Besonders und keine Massenware. Was tun? Dran bleiben und kämpfen! Gönnt Euch aber ab und zu eine Pause, denn nur so  könnt Ihr die ganze Woche konzentriert fischen. Denn selbst wenn bis zum letzten Tag nichts passiert ist, kann mit dem letzen Wurf der Woche immer noch der Traumfisch die Fliege nehmen.

Und genau das wünsche ich Euch!

Gästekolumne: Die Gaula, meine Gäste und ich

Bernd Kuleisa berichtet über seine Erfahrungen beim Lachsfischen im späten Juli und August: „Seit einigen Jahren habe ich die Freude und Ehre, an der Gaula in Zusammenarbeit mit dem IFC Kurse für Lachsfischer anzubieten (umfassende Info inklusive Film unter www.internationalflyfishersclub.com ).

Bernd Kuleisa ist Ihr Kursleiter an der Gaula.

Meine Kurse bewährten sich von Anfang an, so dass wir auch 2016 wieder 4 bis 6 Fischern pro Woche die Chance geben, daran teilzunehmen. Da der erste Termin ausgebucht ist, haben wir uns entschlossen, eine weitere Woche anzubieten.

Die aktuellen Termine

1 Termin 2016: Sonntag, 7. August bis Sonntag, 14. August (ausgebucht)
2 Termin 2016: Sonntag, 14. August bis Sonntag, 21. August (zusätzlich, neu!)

Die Wahl des Termins später in der Saison geschieht aus drei Gründen:

  1. Dies ist für den Gast die finanziell günstigste Zeit und damit „machbar“ für jeden, der sich ernsthaft mit der Lachsfischerei an der Gaula beschäftigen will.
  2. Man kann überwiegend mit der Schwimmschnur und relativ kleinen Fliegen (Größe 6 bis 8) fischen, was Einsteigern viel leichter fällt als der Umgang mit Sinkleinen und großen Tubenfliegen.
  3. Nun sind (spät in der Saison) die meisten Lachse im Fluss-System eingetroffen und die Chance, einen Lachs zu haken, ist an allen Pools gegeben. Die riesige Auswahl der Gaula-Pools ist ein besonderer Trumpf. Aber auch ein Problem für den unbetreuten Fischer, der erstmals an die Gaula kommt. Welche Pools sind heiß? Welche vielleicht weniger?

Markus mit einem schönen Lachs, den er in der letzten Saison während des Kurses fangen konnte.

Dieser Punkt, die Auswahl der Pools, die man mit voller Energie angeht, ist einer der zentralen Bestandteile des Kurses. Es ist nämlich so, dass der Wasserstand im Laufe des Sommers und auch oft während einer Woche schwankt. Gelegentlich dramatisch! Das ist durchaus gern gesehen, denn so kommen die Fische in Schwung und die Beißwilligkeit steigt wieder an.

Deshalb stelle ich meine Gäste praktisch täglich auf die veränderten Bedingungen neu ein. Der Kurs hört also mit dem Werfen nicht auf. Ich halte die Taktikberatung für noch wichtiger, wenn es um Ihren Fangerfolg geht.

Welchen Lachstyp hat man zu erwarten? Das ist schwer zu sagen, denn es werden auch zum Ende der Saison noch blanke Großlachse gefangen (ich fing zwei im Jahr 2015: 10.5 kg und 12.5 kg), ebenso sind blanke Zweiseewinterfische (4 bis 6 Kilo) möglich und natürlich gibt es Grilse, die immer wieder Freude machen und oft die Woche retten. Gefärbte Fische sind ebenfalls an der Tagesordnung, aber eben nicht nur, das gilt festzuhalten.

Tobi mit einem weiteren Kurslachs aus der Saison 2015.

Lachsfischen ist immer eine Wundertüte. Man weiß nie, was drin ist. Aber die Teilnahme an einem meiner Lachskurse macht das Abenteuer für Einsteiger berechenbarer. Das waren meine Informationen und vielleicht fällt es Ihnen leichter, mit diesem Wissen „Ja!“ zu einer solchen Unternehmung zu sagen! Ich hoffe, wir sehen uns an der Gaula!

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an folgende Mailadressen: raguse@interntionalflyfishersclub.com oder reimers@internationalflyfishersclub.com .

Lachsfischen – die mentale Seite

Über die hilfreiche Mentalität, also über die richtige Einstellung zum Lachsfischen, wird selten geredet oder geschrieben. Um diesen Aspekt sollte man sich aber kümmern, bevor die Reise an das Gewässer angetreten wird. Bernd Kuleisa beleuchtet das Thema.

„In aller Kürze, die dieses Format hier vorgibt, ist folgendes zu sagen: Setzen wir als wichtiges Rüstzeug voraus, dass der Lachsfischer das passende Gerät besitzt und in der Lage ist, einen Schusskopf mit einigen Metern Runningline auszubringen. Dies sicher zu stellen, ist mit wenig Aufwand möglich. Man informiere sich gründlich, lasse sich beraten (Orvis-Fachhändler) und man übe an heimischen Gewässern das Werfen. Tut der Einsteiger das nicht, was leider in der Praxis immer wieder vorkommt, so fährt er bereits mit einem schlummernden Problem belastet in den Urlaub. Dieses Problem bricht auf, wenn er am Wasser steht und nicht umgehend Erfolge eintreten. Sofortige Erfolge sind aber selten beim Lachsfischen, selbst bei erfahrenen Fischern. Man muss Geduld haben und beharrlich sein. Geduld und innere Stärke sind die vielleicht wichtigsten Zutaten, um am Fischwasser glücklich zu werden, wenn es um schwierige, zuweilen unberechenbare Zielfische wie den Lachs geht. Wie kann ein Einsteiger diese mentalen Tugenden in sich wecken?

Der sicherste Weg führt über fünf Schritte:

  1. Bleiben Sie beratbar! Lassen Sie sich führen und hören Sie wirklich zu, wenn erfahrene Fischer ihnen zu diesem und jenem Verhalten raten. Ein Guide oder ein Kurs mit Beratung kann hier eine wichtige Hilfe sein.
  2. Sehen Sie einen Lachstrip auch als Urlaub oder – wenn Ihnen das besser liegt – als Erkenntnisgewinn. Versuchen Sie jeden Tag nicht nur unter dem Fangaspekt zu sehen, sondern versuchen Sie auch den Fluss und die Umgebung zu genießen. Das lockert die Spannung und hilft, Freude am Tun zu aktivieren. Streifen Sie eine allzu dominante Fangfixierung ab. Und der erste Schritt zur Gelassenheit ist getan.
  3. Die richtige Portion Gelassenheit macht es Ihnen leichter, Ihren (!!) Weg zu gehen. Lassen Sie jede Stunde und jeden Tag auf sich zukommen und machen Sie sich keinen Druck. Vermeiden Sie in jedem Fall, sich durch Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Ignorieren Sie Kollegen, die schlechte Stimmung verbreiten. Deren mentale Probleme sollten Sie sich nicht zuziehen. Sehen Sie das als schlechtes Beispiel. Das sollte nicht Ihr Weg sein!
  4. Es kommt vor, dass Lachse, die Sie haken, sich nach kurzem oder längerem Drill wieder verabschieden. Das passiert jedem, wird aber vom Einsteiger oft als tragisch empfunden. Das ist verständlich. Wahrscheinlich haben Sie aber nur Pech gehabt. Und können Sie das nicht auch so sehen: Ich habe etwas richtig gemacht! Sonst hätte der Fisch ja nicht gebissen! Ich nähere mich also dem ersehnten Ziel.
  5. Nähert sich das Ende der Lachswoche und es hat sich bislang kein Fang eingestellt, so ist das keineswegs zwingend Ihr „Fehler“. Dies passiert auch sehr erfahrenen Fischern und gehört sozusagen zum Lachsfischen dazu. Sonst wäre der Erfolg nicht so kostbar. Bleiben Sie bis zur letzten Minute aufmerksam, so lange Sie die Chance zum Fischen haben. Nicht selten klappt es doch noch. Die geschilderten mentalen Klippen zu umschiffen, diese Aufgabe stellt sich auch erfahrenen Fischern, die dies vielleicht besser überspielen können. Außerdem haben diese bereits einige Fänge im inneren Fangbuch, was Ihnen noch bevorsteht. An der Gelassenheit und inneren Stärke ganz bewusst zu arbeiten, ist für den Lachs-Einsteiger schwierig, aber eben auch besonders wichtig.

Ich würde Ihnen wünschen, dass Sie sich vor dem Lachsurlaub (dieser Ausdruck ist bewusst gewählt) klar machen, wie Sie ihn meistern können. Von der inneren Stärke zur äußeren Stärke. Aus der Ruhe kommt dann die Kraft, die Sie entspannt zu immer besseren Würfen und zu besserem Fischen führt. Das ist es, was ich im Umgang mit Einsteigern am Lachsfluss immer wieder sehe und zu fördern versuche. Gelingt es Ihnen, diesen Weg für sich zu finden, so sind Sie eigentlich schon ein richtiger Lachsfischer. Selbst wenn der Erfolg anfangs auf sich warten lässt. Er wird kommen!

Gastkommentar: Begegnung mit der Historie von Bernd Taller

Obwohl diese Begebenheit schon etwas zurückliegt, erinnere ich mich daran, als ob es erst gestern gewesen wäre. ORVIS hatte nach England geladen. An den heiligen Wassern von Test und Itchen sollte ein neues Rutenmodell vorgestellt werden. Thomas Wölfle vertrat „Fliegenfischen“, Fabrice Monnel „Peche Mouche“, Kurt Lienhard „Petri Heil“- und ich durfte für das Magazin „Fisch & Fliege“ zur Insel fliegen.

Untergebracht waren wir in dem wundervollen Hotel „Grosvenor“ in Stockbridge. Ein feines Haus in historischem Ambiente, so richtig zum Wohlfühlen. Der erste Morgen sah uns am Test. Ein Kreidefluss wie aus dem Bilderbuch. Mit langen Krautfahnen im herrlich klaren Wasser, Trauerweiden und Eichen am Ufer- Idylle pur. Eric Clapton wirft hier immer wieder mal seine Fliegen aus. Vor einer Prachtvilla am gegenüberliegenden Ufer spielt ein Junge. Da muss ich an meinen Sohn daheim in Deutschland denken und summe „Tears in Heaven“ vor mich hin. Eric Clapton hat seinen Sohn verloren und ihm diesen wundervoll melancholischen Song gewidmet…

Das neue ORVIS- Modell wirft sich fantastisch. Zwei, drei Rückschwünge, dann landet die Fliege auf der anderen Uferseite. Ich bin kein besonders guter Werfer, aber diese Rute macht es mir leicht – da haben die Amerikaner ganze Arbeit geleistet! Nicht so leicht machen es mir die Fische. Dank des überreichen Nahrungsangebots präsentieren sie sich extrem wählerisch und scheu. Trocken geht gar nichts. Und als ich schließlich eine sehr kleine Fasanenschwanznymphe anknote, gelingt mir der erste Fang – eine herrliche Browntrout. Behutsam kann ich sie lösen und ihrem Element zurückgeben. Am oberen Streckenende nimmt ein wirklich starker Fisch meine Fliege. Ich kann ihn nicht halten und er sprengt schließlich mein 14er Vorfach.

Bernd Taller hielt mit den Forellen der Flüsse Test und Itchen intensive Zwiesprache. Sein Orvis-Gerät erhöhte den Genuss.

Der Verfasser mit einer schönen Forelle aus den traditionsreichen Gewässern, die Orvis seinen Gästen bot.

Und wie ich so am Ufer stehe, wandern meine Gedanken zurück. Genau hier stand vielleicht vor etwa dreihundertfünfzig Jahren Izaak Walton. Er hat auf Forellen gefischt und philosophiert. Seine Gedanken hat er dann in „Der vollkommene Angler“ zu Papier gebracht. Dieses Standardwerk der Fischereiliteratur hat es seither auf schier unglaubliche dreihundert Auflagen gebracht. Am Nachmittag fahre ich nach Winchester. In der Kathedrale mit ihren  schönen Glasfenstern befindet sich sein Grab. Lange verweile ich dort und lese auf einem Fenster „ Lerne die Stille“. Ja, genau das ist es, in der Stille zu verharren, ihren Zauber zu genießen, fernab jeglicher Hektik.

Am letzten Tag steht der Itchen auf dem Programm. Ein verträumter Fluss – noch einen Tick lieblicher als der Test. Über Stunden will mir kein Fang gelingen. Da knüpfe ich eine kleine grüne Silberkopfnymphe ans Vorfach. Im großartigen ORVIS- Shop in Stockbridge ist sie mir in die Hände gefallen. Eine Weile schaue ich meinen Kameraden der schreibenden Zunft zu. Auch sie tun sich schwer, dem klaren Wasser einen Fang zu entlocken. Relativ mutlos werfe ich mein Muster aus. Mit der wundervollen ORVIS- Rute gelingen mir präzise Würfe. Ein besonders gelungener Wurf bringt meine Fliege unter einen Weidenbusch. Wie aus dem Nichts taucht eine große Bachforelle auf. Als ich das Weiße in ihrem Maul erkenne, hebe ich die Rute an. Hängt! Ein temperamentvoller Drill, dann keschert mein Schweizer Kamerad Kurt Lienhard diesen Fisch für mich. Ich bin so unsagbar stolz – es war nicht leicht an Englands heiligen Wassern. Doch das Eintauchen in die Historie und das Fischen mit den qualitativ hochwertigen ORVIS- Produkten hat mich sehr glücklich gemacht!

Ein neues Buch beeindruckt: „Fliegenfischen“ von Peter Schmidt

Im Salmo Verlag ist ein neues, interessantes Buch erschienen. Der Titel „Fliegenfischen“ sagt noch nicht alles, aber die Untertitel, die der Autor Peter Schmidt dem Werk gab, lassen tiefer blicken: „Magische Fliegen/Geniale Erfindungen/Legendäre Fliegenfischer“. Es geht also um die Entwicklung des Fliegenfischens insgesamt von damals bis heute. Wenn man so will, ist das eine „Doktorarbeit“, jedoch eine der sehr angenehm und unterhaltsam zu lesenden Art.

Das Buch lädt ein zum Stöbern, Staunen und Lernen!
Prädikat: sehr empfehlenswert!
320 Seiten/Hardcover. Preis: 39,50 Euro
Mehr Info und Bestellungen: www.salmoverlag.de

Folgende weitergehende Information übermittelte uns der Salmo Verlag zu diesem Buch:

Das erste deutschsprachige Buch zur Geschichte des Fliegenfischens: umfassend, packend und höchst informativ! Es sind die Geschichten von Fliegenfischern, von wilden Wassern, wunderbaren Fliegenmustern oder ungewöhnlichen Begebenheiten, die diese Mischung aus Fakten und Unterhaltung so lesenswert macht.Über viele Jahre hat Autor Peter Schmidt Fliegenfischerinnen und Fliegenfischer interviewt, alte und moderne Bücher ausgewertet, unzählige historische Quellen gesichtet und seine Erfahrungen am Wasser notiert.Dabei hat er viele Geheimnisse des Flugangelns gelüftet. Selten zeigte ein Buch die Schönheit und Faszination der Passion Fliegenfischen so eindrucksvoll!