Fliegenfischen an der Ostsee in der Neustädter Bucht

Die Neustädter Bucht ist ein interessantes, vielfältiges Revier für Meerforelle, Hornhecht und Dorsch – wir stellen Ihnen das Revier vor und zeigen, wie Sie dort erfolgreich mit der Fliege fischen.

Kai Rohde mit einer tollen Meerforelle aus dem Frühjahr. Die Erfolgsfliege war eine Polar Magnus. Kai kennt sich aus mit dem Fliegenfischen an der Ostsee, vor allem in der Neustädter Bucht.

Zum Fliegenfischen an der Ostseeküste ist die Bucht bei Neustadt wie gemacht! Durch ihre Lage und die Nähe zur Insel Fehmarn ist die Fischerei auch bei verschiedenen Windrichtungen sehr gut! Die Saison auf Meerforellen startet oft schon früh im Januar und dauert dann bis in den Mai, wobei die besten Monate oftmals der März und April sind.

Die Fischerei kann aber auch schon früher im Jahr richtig gut sein. Kommt der Winter im Norden Deutschlands erst spät oder überhaupt nicht, dann findet der Angler auch im Januar oder Februar Wassertemperaturen um die 5 Grad und damit sehr gute Bedingungen zum Fliegenfischen auf Meerforelle. Sollte die Wassertemperatur irgendwann unter die “magische” 4 Grad Marke sinken, gibt es selbst dann in der Neustädter Bucht noch einige aussichtsreiche Stellen. Denn hier fließen viele kleine Bäche und Gräben in die Ostsee und genau in diesen nicht so salzhaltigen Bereichen finden wir die Meerforellen in der kalten Jahreszeit.

Das Fliegenfischen an der Ostsee bietet mehr als “nur” Meerforelle

Dann – schon Anfang Mai – stellen sich viele Hornhechte ein. Bei den meisten Meerforellenanglern sind diese Fische nicht sehr beliebt, läuten sie doch meistens das Ende der Meerforellensaison ein. Außerdem kommen die Hornhechte in großen Mengen vor und sind bei der Jagd auch noch deutlich schneller als die Meerforellen, so dass diese oftmals das Nachsehen haben. Für die einen ein Fluch, für die anderen ein echter Segen – denn dass Fliegenfischen auf Hornhecht ist deutlich erfolgversprechender als das Angeln auf den Fisch der 1.000 Würfe.

Außerdem spielt das Wetter zu dieser Jahreszeit meist sehr gut mit und man kann bei strahlendem Sonnenschein und besten Wetter ein paar Fische fangen. Wunderschön!

Diese Fischerei auf Hornhecht  ist auch für den Anfänger oder den nicht so geübten Fliegenfischer eine echte Freude, denn normalerweise “kontaktiert” man mehrere Hornhechte am Tag. Das schafft vertrauen für das Fliegenfischen an der Ostsee – und mit ein bisschen Glück hängt ab und zu dann doch noch mal eine Meerforelle am Haken.

Beim Fliegenfischen an der Ostsee finden Sie in der Neustädter Bucht zahlreiche interessante Stellen, zum Beispiel solche Riffe.

Im Herbst können Sie in der Neustädter Bucht Dorsch mit der Fliegenrute fangen

Der Dorsche dominieren dann im Herbst. Jetzt lohnt es sich, nach einem langen Tag auf Meerforelle noch in die Nacht zu fischen. Denn sobald die Sonne am Horizont verschwindet, kommen die Dorsche unter Land. Eine echt spannende Fischerei!

Nicht nur im Ausnahmefall kann man auch ausgesprochen starke Meerforellen in der Neustädter Bucht fangen – wenn man weiß, wo sie gerade sind. Hier macht eine fachkundige Beratung oft den Unterschied aus!

Hier erhalten Sie Tipps und Tricks zum Fliegenfischen an der Ostsee

Deshalb: Für die nahen Ostseegewässer ist Kalles Angelshop die ideale Anlaufstelle für aktuelle Informationen, die die Familie Rohde gern weitergibt. Wie steht es mit den Meerforellen momentan? Beißen sie gerade und wo genau? Sind die Hornhechte schon da, oder noch da, oder schon weg? Alles Fragen, die zuverlässig geklärt werden.

Karin, Kai und Kalle Rohde sind stets für ihre Kunden da und auch für Fliegenfischer, die nur mal reinschnuppern und sich ein Bild von der Kompetenz von “Kalles Angelshop” machen wollen. Für auswärtige Gäste liegen die benötigten Angelscheine griffbereit. Kai und Kalle Rohde sind selbst passionierte Meerforellenfischer und das spürt man!

Kalles Angelshop bietet außerdem Kurse (Einhand/Zweihand), Guiding und Events für Fliegenfischer in Zusammenarbeit mit namhaften Experten der Szene.

Geräte-Tipps für das Fliegenfischen an der Ostsee

Eine kleine Meerforelle – diese sogenannten Grönländer beißen in der kalten Jahreszeit häufig beim Fliegenfischen in der Neustädter Bucht. Untermaßige Fische müssen natürlich schonend zurückgesetzt werden.

Rute: Zum Fischen auf Meerforellen empfehlen wir Fliegenruten von 9′ oder 9’6”, Schnurklasse 6 bis 8. Die Schnurklasse 7 ist der “Allrounder”. Bei ruhigem Wetter kann auch eine 6er Rute verwendet werden, bei stärkerem Wind greifen wir zur 8er. Für das Angeln auf Hornhecht reicht eine Rute der Schnurklasse 5 oder 6 vollkommen aus.

Schnur: WF-Schnur mit einer relativ kurzen Keule. Entweder komplett schwimmend (HD Bankshot)  oder mit einer ganz leicht sinkenden Spitze (Coldwater Intermediate) zum Meerforellenangeln. Für das Angeln auf Hornhecht benötigen Sie eine komplette Schwimmschnur. Beim Angeln auf Dorsch ist oft eine Schnur mit einer kurzen Sinkspitze vom Vorteil.

Weitere Ausrüstung: Wathose, Watkescher, Schnurkorb und wetterfeste Kleidung.

Fliegen-Tipp: Im Winter und zeitigen Frühjahr etwas größer und auffälliger (z.B. Polar Magnus und Pattegrisen). Im späten Frühjahr und Frühsommer werden die Fliegen meist kleiner und unauffälliger (z.B. Magnus, Tangläufer und Honey Shrimp). Für das Fliegenfischen auf Dorsch empfehlen wir schwarze Wooly Bugger. Die Hornhechte reagieren meistens auf normale Meerforellenfliegen, aber manchmal fängt ein sehr kleiner Tangläufer (Größe 10-12) deutlich besser.

Informationen zum Fliegenfischen an der Ostsee in Ostholstein
Lage: Bucht bei Neustadt in Ostholsteins in Schleswig-Holstein.
Fischbestand: Meerforellen, Dorsche, Hornhechte, Meeräschen und Steelheads
Bestimmungen: Vom 01.02. – 31.03. dürfen drei Dorsche pro Tag entnommen werden und in der restlichen Zeit fünf Dorsche pro Tag. Weitere Bestimmungen: siehe Schleswig-Holsteinisches Fischereigesetz.
Preis: Die Fischereiabgabe für Schleswig-Holstein kostet 10 Euro pro Jahr. Sollten Sie einen Fischereischein aus einem anderen Bundesland haben, müssen Sie vor dem Angeln die Fischereiabgabe für Schleswig-Holstein bezahlen. Außerdem ist es in Schleswig-Holstein mit dem Urlauberfischereischein möglich zu angeln, ohne die Fischereischeinprüfung abgelegt zu haben. Dieser ist für 28 Tage gültig und kann zweimal im Jahr beantragt werden. Die Kosten liegen bei 10 Euro für den Schein und 10 Euro für die Fischereiabgabe.

Weitere Infos und Kartenausgabe:

Kalles Angelshop
Vor dem Kremper Tor
23730 Neustadt/Ostsee
Tel.: 04561/6450

www.kallesangelshop.de

Zweihandrute: Lachsfischen ohne Wecker

Früh aufstehen – das lohnt sich beim Lachsfischen. Aber, so Bernd Kuleisa, der Wecker muss nicht an die Zweihandrute geschraubt werden…

Einst wurden schwere Rollen an die Zweihandruten geschraubt, doch heute ist Lachsfischen ohne “Wecker” angesagt.

Die schweren, dicken „Lachswecker“ als Rolle – das war früher sinnvoll, aber Zweihand- und Switchruten von heute sind federleicht. Ich habe letztes Jahr an der Gaula eine ORVIS Hydros SL in der Größe 4 (erstmals) nicht nur für meine Switch-Rute benutzt, sondern auch an meiner 13.6’ Helios Zweihand. Die Rolle schien mir vorher dafür zu leicht und auch zu klein– welch ein Irrtum!

Herrlich leicht in der Hand fühlte sich das an und genug Backing ging auch noch auf die Rolle. Und: Zwei besonders schöne Lachse konnte ich mit der leichten Kombi fangen. Einen 5 kg Fisch und einen über 10 kg!

Nette Episode: Für den kleineren Fisch klingelte ich während des Drills Thies Reimers an, damit er ein schönes Foto machen könnte. Er kam sofort angebraust und es klappte. (Danke, Thies!)

Lachsfischen ohne Wecker – aber um diese Uhrzeit mit Weckruf?

Bernd Kuleisa fischt schon eine kleine Ewigkeit mit der Zweihandrute auf Lachs, für dieses Foto eilte Thies Reimers mit der Kamera herbei.

Den großen Lachs drillte ich auch, während Thies in der Nähe war – doch Thies schlief allerdings noch um 4 Uhr morgens im Tilseth Haus und ich überlegte „Anrufen oder nicht?“ Nein, dafür war’s zu früh. Allerdings nicht zu früh für meine riesige Freude über den Fang!

Mancher hat mich schon gefragt: Gewöhnt man sich an den Fang von 10 kg Lachsen irgendwann? Nein, ich nicht und so viele waren es nun auch wieder nicht in meinem Leben, dass es langsam langweilig werden könnte.

Allen Lesern dieser Homepage gönne ich in dieser 2018er Saison gern einen Großlachs! Vielleicht diesmal mit einer herrlich leichten ORVIS-Rolle

Zweihand-Kurse mit Bernd Kuleisa

Bernd Kuleisa ist übrigens Autor des Standardwerks „Erfolg mit der Zweihand“ und bietet eintägige Zweihandkurse an.

Bernd Kuleisa fischt mit der Zweihandrute nicht nur auf Lachs, er setzt diese Rute auch in seiner Heimat ein und fängt mit beim Fliegenfischen in Norddeutschland vor allem Meerforelle, Hecht und Rapfen.

Die Kurse finden ganzjährig in Schleswig-Holstein an einem größeren Fließgewässer statt, also unter echten Bedingungen, die dem Lachsfischen in der Praxis nahekommen.

Die Besonderheit: Pro Tag widmet sich der nur einer Person ganz intensiv. Zudem kann der Termin individuell in Absprache mit dem Kursleiter frei gewählt werden. Der Kursinhalt: Gerätekunde (Rute, Rolle, Schussköpfe, Fliegenwahl) und Wurftraining mit dem Schwerpunkt Spey- und Unterhandwurf.

Kontakt zu Bernd Kuleisa:
Tel. 04821-892050
E-Mail: kuleisa.bernd@t-online.de

Weitere Infos finden Sie auf der Homepage von Bernd Kuleisa.

Für die Lachsfischerei an der Gaula kontaktieren Sie bitte: info@internationalflyfishersclub.com

Weitere Infos zur Gaula finden Sie auf www.internationalflyfishersclub.com

Fliegenfischen auf Hecht in Holland

Wirft man einen Blick auf eine Landkarte der Niederlande, so ist man überrascht, über welche Gewässervielfalt dieses flächenmäßig überschaubare Land verfügt. Besonders interessant ist das Fliegenfischen auf Hecht in den holländischen Poldern!

Hecht 80 cm Fliegenfischen auf Hecht in Holland

Neulich, beim Fliegenfischen auf Hecht in Holland, fing Nico diesen Hecht, 80 cm lang, mit einem schwarzen Streamer und seiner Helios Covert 908 von ORVIS.

Für den Fliegenfischer besonders interessant sind die von zahlreichen Entwässerungsgräben durchzogenen Poldergebiete, wie es sie insbesondere in den Provinzen Noord- und Zuidholland, Utrecht oder Brabant gibt. Diese Gräben wirken zunächst recht unscheinbar, sind oft nicht besonders breit und überschreiten meist auch nicht die Metertiefe. Dennoch beherbergen sie einen hervorragenden Fischbestand, wobei für den Fliegenfischer insbesondere die Hecht-Fischerei zu erwähnen ist. Besonders im Herbst und im Winter ist jederzeit der Fang eines Meterfisches mit dem Streamer möglich!

Zander und Barsch sind dabei gelegentlich willkommene Beifänge. Im letzten Spätherbst konnte Nico von der FFN Pro Shop-Crew sogar einen 188 cm langen Wels mit dem Streamer überlisten. Überraschungen sind also jederzeit möglich.

Ein typischer Polder in Holland. Diese Entwässerungsgräben sind meist nur einen Meter tief und nicht sehr breit. Ideal für das Streamerfischen auf Hecht mit der Schwimmschnur.

Die Herbst- und Winterfischerei an den Poldern ist für den Fliegenfischer daher ein willkommener Ausgleich während der Salmoniden-Schonzeit. Jetzt sind die Raubfische zwar nicht so spritzig, aber welcher Köder lässt sich langsamer führen als ein Streamer? Zudem fischt das Auge mit, und die Hechtattacken sind in den flachen Gewässern häufig gut zu erkennen und sorgen für den plötzlichen Adrenalinschub. Das Werfen mit den großen Streamern ist an den Poldern auch kein Problem, da meist keine Hindernisse im Uferbereich zu finden sind.

Fliegenfischen auf Hecht in Holland: Saison, Revier und Fischarten

Die Raubfischsaison erstreckt sich normalerweise vom 1. Juli eines jeden Jahres bis zum   28. Februar des Folgejahres. Örtlich können Sonderregelungen gelten.

Wie oben erwähnt, sind die Provinzen Noord- und Zuidholland, Utrecht oder Brabant besonders interessant. Hinweise zu Gewässern erhält man über www.visplanner.nl

Bei Eingabe des Zielortes ist hier auch ersichtlich, in welchen Gewässern man mit dem notwendigen Vispas angeln darf (im Visplanner dunkelblau gekennzeichnet). Anhand des Visplanners kann man seine Angeltour hervorragend vorplanen

In den Poldergewässern gibt es einen ausgezeichneten Hechtbestand. Daneben findet man neben nahezu allen Friedfischarten auch Zander und Barsch – und gelegentlich auch Wels.

In den Niederlanden wird Catch & Release besonders groß geschrieben. Vielfach ist das Töten der Hechte strengstens verboten.

 Tipps zum Fliegenfischen auf Hecht in Holland

Echte Hotspots sind solche Durchläufe. Hier stehen fast immer Hechte, denn die Weißfische müssen diese Engstellen passieren und sind so leichte Beute.

Der Wasserstand spielt beim Fischen in den Poldergewässern keine Rolle, er ist meist gleichbleibend. Dennoch empfiehlt sich vor Planung einer Tour im Winter der Blick in die Wetterkarte. Bei länger anhaltenden Minustemperaturen frieren die strömungsarmen Entwässerungsgräben auch schon einmal zu.

Die Entwässerungsgräben verfügen über viele Übergänge, beziehungsweise Durchläufe. Diese sind leicht zu erkennen und sind Hotspots für den Hecht. An diesen Stellen findet man in der Regel immer Fisch. Aber auch auf der Strecke kann man immer Beute machen.

Empfehlenswert sind Fliegenruten in den Klassen 8 bis 10 mit 9 Fuß Länge. Dazu eine passende Schwimmschnur für Hecht oder eine Schnur mit Intermediate-Spitze, das reicht in den flachen Gewässern aus. Nicht vergessen: solide Hecht-Vorfächer.

Streamer von 15 bis 25 cm Länge, gern in Grüntönen, im Firetiger-Design oder simpel in schwarz mit ein wenig goldfarbenem Flash mögen die Hechte in den Poldern besonders gerne

Angelkarten für das Fliegenfischen in Holland

Rainer Klockow fing beim Streamerfischen in Holland diesen schönen 90er Hecht. Er fischte mit der ORVIS H2 Covert 908.

Den in den Niederlanden erforderlichen Vispas kann man online bestellen über: www.vispas.nl

Daneben ist der Vispas in der Regel auch in den örtlichen Angelgeschäften erhältlich. Die Kosten bewegen sich, je nach Region, um 40 Euro für das Jahr. Mit dem Vispas kann man eine Vielzahl von Gewässern in den Niederlanden beangeln. Nähere Informationen sind der mitgelieferten Broschüre zu entnehmen, sie finden diese auch auf www.visplanner.nl

Wertvolle Tipps und Auskünfte zum Fischen und zum Gerät erhalten Sie von:

Fly Fishing Nation Pro Shop GmbH
Auf dem Berlich 30
D-50667 Köln
Tel.: 0221/1690 1348
www.ffnproshop.com

Die Manfred Raguse Kolumne im Januar

Liebe ORVIS-Freunde,

ich wünsche Ihnen einen glücklichen und gesunden Start ins Jahr 2018 und hoffe, Sie werden im Laufe des Jahres viele spannende Stunden am Wasser zubringen und sich fischereiliche Träume erfüllen.

Nachdem ich am 28. und 29. Dezember noch zwei wunderschöne, aber fischereilich erfolglose Tage mit meinem Boot auf einem Brandenburger See verbracht habe, nimmt die Planung der neuen fischereilichen Agenda 2018 verstärkt meine Aufmerksamkeit in Anspruch.

Beim Einstrippen eines großen Wiggletail-Streamers von Fulling Mill (www.fliegen-shops.de) an meinem vorletzten Tag am Wasser in 2017.

Selbst die brandenburgische Antwort auf „Moonlight on Mrs. Higginbotham“ bringt keinen Biss.

Das Licht schwindet. Die Fische stehen jetzt tief. Am Bug sieht man meine neue elektrische Ankerwinde, die sich mit dem 7,5 kg schweren Pilzanker bestens bewährt hat, weil das Ankern per Hand in großen Tiefen ein mühsames Geschäft ist.

Die Abenddämmerung am brandenburgischen See an meinem letzten Tag am Wasser in 2017 weckt viele Emotionen. Von hier aus habe ich noch etwa zwei Kilometer bis zur Hütte zu rudern.

In den Abendstunden allein am See wurde ich von eindrucksvollen Erinnerungen eingeholt und wurde sehr nachdenklich, bevor ich die zwei Kilometer zu meiner Hütte zurückruderte. Ich musste an mir sehr wertvolle Freunde denken, die im vergangenen Jahr verstorben sind, ein schwerer Verlust für den Schutz der bedrohten Bestände des atlantischen Wildlachses. Am 13. März war Prinz Richard zu Sayn-Wittgenstein – Berleburg überraschend im Alter von 82 Jahren gestorben. Mit ihm hatte ich viele Jahre zur selben Zeit an einem schwedischen Meerforellenfluss gefischt, er war einige Male bei mir an der Gaula und nach seiner Genesung fischten wir unlängst wieder an einem westnorwegischen Fluss zusammen. Prinz Richard hatte u.a. als engagierter Lachsschützer mit seiner Ehefrau, Prinzessin Benedikte zu Dänemark, eine Schlüsselfunktion im dänischen Lachsschutz und war ein verdienstvoller Unterstützer des North Atlantic Salmon Fund (NASF).

Prinz Richard 1996 im alten NFC Hauptquartier an der Gaula.

Erfahrungsaustausch nach der Morgenfischerei: Prinz Richard und Manfred Raguse in Schweden.

Am 1. Juli erreichte mich an der Gaula die Nachricht vom Tode Orri Vigfússon’s, der an diesem Tag im Alter von 74 Jahren, nur wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag, unvorhergesehenen gesundheitlichen Komplikationen im Zusammenhang mit Lungenkrebs erlag. Die atlantischen Lachse, die sich seit einigen Jahrzehnten in einer existentiellen Krise befinden, haben mit Orri ihren wichtigsten Unterstützer verloren und die Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Wildlachse zu retten, einen nicht zu ersetzenden Visionär.  Ich persönlich fühlte mich Orri, seit er mich erstmals 1994 in Norwegen besuchte, sehr nahe. Dies wurde durch zahlreiche gemeinsame Unternehmungen und Begegnungen vertieft.

Als in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Weidegründe der Lachse von beiden Seiten des Atlantiks um Grönland und die Faröer Inseln  entdeckt wurden, führte dies zum Einsatz von unzähligen Meilen von Treibnetzen und Langleinen zusätzlich zu den küstennahen Fischereien mit den verschiedensten Netzen und den Habitats Zerstörungen zu einem drastischen Rückgang der Wildlachsbestände, ähnlich, wie es Orri bereits in den sechziger Jahren bei den Heringen erlebt hatte.

Besuch an der Gaula 1994: v. l. n.r. Mortan Carlsen, Manfred Raguse, Orri Vigfússon

Er entschloss sich, den Rest seines Lebens dem Schutz der Wildlachse zu widmen und gründete zu diesem Zweck den NASF, mit dem er seine Vision anstrebte, den Beständen des Atlantischen Lachses durch vielfältige Aktivitäten wieder zu historischen Dimensionen zu verhelfen. Durch den Aufkauf von Netzfangqoten im Nordatlantik, mit Verträgen, die die Interessen sowohl der kommerziellen Fischer, als auch der Lachsschützer berücksichtigten, konnte dauerhaft eine Verminderung der Ausbeutung der Wildlachsbestände erreicht werden und Schätzungen zufolge rettete der NASF zehn Millionen, oder mehr Wildlachse.

Der Prince of Wales nimmt regen Anteil an den Aktivitäten des NASF.

Orri war es gelungen, in mehreren Ländern, darunter auch Deutschland (Wanderfische ohne Grenzen www.wanderfische.eu, NASF Deutschland),  nationale Sektionen des NASF aufzubauen und arbeitete mit vielen nationalen und internationalen Organisationen zum Wohle der Wildlachse zusammen. Seine unermüdlichen Lachschutzaktivitäten brachten ihm die weltweite Anerkennung von Umweltschützern, er hatte eine Vielzahl von bedeutsamen Ehrenämtern und bekam  zahlreiche internationale Auszeichnungen von Regierungen, Königshäusern und Verbänden.

Es ist kaum möglich, die durch Orri Vigfússon‘s verfrühten Tod entstandene Lücke zu füllen und es ist zu hoffen, dass die fortdauernden Diskussionen unter den internationalen Lachsschützern über die künftige Formatierung des Lachsschutzes bald wirksame Ergebnisse bringen werden. ORVIS hat immer wieder mit großzügigen Spenden den NASF unterstützt und ich bin sehr zuversichtlich, dass dies auch weiterhin geschieht.

In den heiligen Hallen des Flyfishers‘ Club in London anno 1998: Manfred Raguse übergibt einen Scheck von ORVIS für den Lachsschutz an Orri Vigfússon.

Es gibt neue ORVIS Filme und eine gute Auswahl davon wurde von Daniel Göz und Anton Hamacher am 20. November beim „DOWN THE HATCH“ Festival im Kino „Orfeus Erben“ in Frankfurt gezeigt. Das Interesse war groß und wir hoffen, dass Anton und Daniel auch im nächsten Jahr wieder zumindest eine Veranstaltung machen. Sehen Sie bitte den kleinen Film über dieses Ereignis, das Daniel Göz gefilmt hat.

In der kalten Jahreszeit bietet es sich an, von weit entfernten Reisezielen für Fliegenfischer zu träumen und Reisen dorthin zu planen, zumindest, wenn man nicht ein schönes Huchen- oder Äschengewässer zur Verfügung hat. Auch bei mir ist wieder so einiges in der Planung, neben Schweden, England und Norwegen steht auch wieder Kuba auf meinem Programm. Darüber erfahren Sie mehr, wenn Sie mal auf www.internationalflyfishersclub.com reinschauen. Vielleicht haben Sie ab dem 23.03.2018 Lust mit zu kommen?

Ich wünsche Ihnen einen schönen Januar und hoffe, Sie schaffen es, an ein gutes Huchen- oder Äschengewässer zu kommen, oder vielleicht sogar den Frühling auf der gegenüber liegenden Seite der Weltkugel zu erleben.

Herzlichst, Ihr

Manfred Raguse

Dort, wo alles begann …

Die Geburtsstunde des heutigen Fliegenfischens liegt, wie man wohl weiß, in England – doch wo genau? An einem kalten, aber sonnigen Wochenende waren wir dort, wo alles begann …

An den Flüssen Test und Itchen begann die moderne Fliegenfischerei. ORVIS hat hier eigene Strecken zum Fliegenfischen.

Zwei malerische Kreideflüsse, der Test und Itchen River im Süden Englands,waren damals die Wiege des modernen Fliegenfischens. Hier trafen sich heutige Legenden und haben über die Techniken, Präsentationen und Fliegen diskutiert.

Durch Thies und Manfred von ORVIS Deutschland hatten wir die Möglichkeit, an den Ursprung zurückzukehren, an den Ort, wo alles begann. Durch eine Einladung ergab sich Ende November für uns die Möglichkeit, am River Test und Itchen zu fischen. 

Traumhaft schön – an den Kreideflüssen im Süden Englands fühlt man sich wie auf einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Trotz des kalten Wetters und der wenigen Insekten auf dem Wasser bot sich uns an beiden Flüssen eine eindrucksvolle und wunderbare Fischerei auf Äsche, Bachforelle und auch auf Hecht.

ORVIS kann je einen Beat an den Flüssen sein Eigen nennen, perfekt ausgestattet mit kleiner Hütte und Ofen – und natürlich dem Tisch draußen, auf der frisch gemähten Wiese, mit Blick auf den Pool.

Very British, der frisch gemähte Rasen am Ufer.

Nachdem wir von Richard, Repräsentant für ORVIS im europäischen Markt, mit frischem Kaffee und aufgebauten Ruten begrüßt wurden, konnten wir keine Sekunde unsere Augen vom River Test nehmen. Wir sehen einen herrlichen Kreidefluss, klares Wasser und den einen oder anderen steigenden Fisch. 

Wir nahmen Platz auf den kleinen Bänken entlang des Tests und beobachteten das Wasser einige Zeit. Uns wurde klar, dass sich hier eine einzigartige Möglichkeit bot, das moderne Fliegenfischen zu entwickeln.

Beim Fliegenfischen an den ORVIS-Strecken am Test und Itchen fingen wir schöne Bachforellen.

Wir konnten einige der heiklen Fische mit Nymphen überlisten, und staunten immer wieder über die makellosen Fische. Sogar Lachse, die im Test noch in einer geringen Stückzahl vorkommen, sahen wir das Wehr am oberen Ende des Beats überwinden

Gestärkt von einem Full English Breakfast ging es am nächsten Tag weiter an den Itchen River. Dort bot sich uns zwar auch das Bild eines Kreideflusses, doch diesmal in ganz anderer Form. Hier wechselten sich schnelle Rieselstrecken mit langgezogenen, tiefen Rinnen ab, in denen man starke Äschen und Bachforellen auf der Suche nach Nahrung beobachten konnte.

Wer über diese alte Brücke geht, der wandelt auch auf historischen Pfaden.

Wir können uns nicht oft genug bei ORVIS bedanken für dieses perfekte und erlebnisreiche Wochenende an den hauseignen Strecken mit Fliegenfischer-Geschichte. Danke an Thies, Manfred und natürlich Richard für die Organisation!

Tight Lines,
Danicadudes
www.danicadudes.com

Die Manfred Raguse Kolumne im Dezember

Liebe ORVIS-Freunde,

die extreme Nässe gerade in der zweiten Novemberhälfte hier im Norden Deutschlands, mit Überschwemmungen, Hochwasser und der Gefahr von Deichbrüchen, bildete in weiten Teilen des vergangenen Monats nicht gerade eine ertragreiche Kulisse für die Fliegenfischer. Aber gelegentlich gab es doch den einen oder anderen halbwegs schönen Tag. So nutzte ich die Chance, am letzten Sonntag noch einmal an meinen kleinen Heidebach zu kommen und zu sehen, wie es den Äschen geht. Diese haben noch bis zum 15. Januar Saison.

Hier und etwas oberhalb gab es an meinem kleinen Heidebach früher immer aktive Äschen.

Dieser Bach ist mir seit Beginn meiner Mitgliedschaft 1970 intim bekannt und ich habe dort früher viele schöne Tage verbracht, mit der Trockenfliege und auch beim Nymphenfischen. In dieser Zeit war ich fasziniert dabei, mit Hilfe der zeitgemäßen Fliegenfischer-Literatur ( u. a. z. B. Erich Stoll/ Hans Gebetsroither: „Hohe Schule auf Äschen“, 1972) viel über diese Fischerei zu lernen und zu probieren.

In den letzten Jahren war die Zeit knapp und ich bin nur sehr selten dort gewesen. Bei diesen Besuchen waren bei Begegnungen mit anderen Vereinsmitgliedern auch meist pessimistische Töne zu hören. Die Hauptschuld an einem schwachen Fischbestand trägt wohl der Kormoran, wie zu vernehmen ist. Trotzdem glaubte ich am letzten Sonntag an vergangene Erfolge anknüpfen zu können und war rechtzeitig am Wasser, weil ich mich nur zu gut daran erinnere, dass im späten November die Äschen bei gutem Wetter gern auf sehr kleine Fliegen stiegen.  Ich bin gut gerüstet und möchte meine neue Helios 3 „F“ (für fein) mit feinstem Vorfach und winzigen Fliegen einsetzen. In meiner Posigrip  Fliegendose sind winzige Mückenimitationen auf dem Einfädler wie auf einer Perlenkette aufgereiht und gaukeln mir ein „nimm mich“ vor.

Bild oben: Ich möchte meine neue Helios 3 „F“ (fein) mit feinstem Vorfach einsetzen…

In diesem kleinen Blasenteppich (unten, Mitte) zeigten sich doch früher immer kleine Ringe…

Aber es blieb ruhig, selbst zur besten Tageszeit waren keine Aktivitäten von Äschen auszumachen. Und es sind keinerlei Insekten zusehen! Der Bach sieht gut aus, man hat ihn in teilweise richtig zuwachsen lassen und korrigierende Eingriffe hat es in diesem Bereich schon lange nicht mehr gegeben. Das Wetter ist vielversprechend. Aber wo sind die Insekten?

Der reife Erich Stoll hatte damals nach erfahrungsreichen Jahren geschrieben: „Heute bin ich der Auffassung, dass das Thema Fliegen stark überbewertet wird“.  Ok, er hatte das natürlich anders gemeint. Er wollte damals sagen, dass er mit nur wenigen Fliegenmustern auskommt und von der heute offensichtlichen Problematik, der weit verbreiteten Abwesenheit natürlicher Insekten, hat er damals nichts geahnt.

Aber hier, unterhalb des Einlaufes sind doch früher bei jedem Wetter Fische gestiegen…

Sie alle haben es bemerkt: Fährt man mit dem Auto über Land, sind es nur noch ganz wenige Insekten, die auf der Windschutzscheibe kleben bleiben. Die meisten erinnern sich daran, dass dieses mal ganz anders war. Der Rückgang der Insektenbiomasse ist ein Fakt und inzwischen eindrucksvoll dokumentiert. Ein hoher Stellenwert kommt der Studie der Radboud-Universität Nijmegen zu. In ihr wird der großflächige drastische Rückgang der Insekten in Deutschland dargestellt. Die Grundlage dieser Untersuchung sind die Daten, die über einen Zeitraum von 27 Jahren seit 1989 vom Entomologischen Verein Krefeld in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg mittels aufgestellter Insektenfallen in 63 Naturschutzgebieten gesammelt wurden. Obwohl während eines so langen Untersuchungszeitraums Schwankungen auftreten, ist die Tendenz unstrittig. Es gibt sogar in Naturschutzgebieten etwa nur noch ein Viertel so viele Insekten, wie zu Beginn der Untersuchungen, d. h., der Verlust beträgt seit 1989 mehr als 75% der Biomasse! Außerhalb der Naturschutzgebiete dürfte es noch schlechter aussehen. Aber es gibt nur wenige Untersuchungen und das liegt daran, dass es sehr schwierig ist, für wissenschaftliche Untersuchungen dieser Art Mittel zu bekommen. Die Chemische Industrie und die Landwirtschaft sind daran interessiert viel Gewinn zu machen und Kosten dieser Art werden gerne vermieden, insbesondere, wenn die Politik korrumpiert ist oder schläft.  Sie lenkt lieber von solchen Problemen ab und fordert gar nicht erst Untersuchungen. Die etablierten Parteien haben auf ganzer Linie versagt!

Dennoch ist die Forschung nach den Ursachen weiter vorangekommen und als Hauptursache werden von den Wissenschaftlern die Folgewirkungen der Intensivierung der Landwirtschaft genannt. Großflächige Umgestaltungen der Landschaft sind nur in geringerem Maße verantwortlich, denn der Rückgang der Insekten wurde ja in Naturschutzgebieten festgestellt. Auch der Klimawandel scheint hier nicht so eine gravierende Rolle zu spielen, denn es wurden steigende Durchschnittstemperaturen festgestellt.

Idyllischer Bachlauf in der Heide, aber wo sind unsere Insekten geblieben?

Es scheint so, als ob die Landwirtschaft vergessen hat, im Einklang mit der Natur zu leben, zu große Freiräume genießt, die Natur viel zu stark belastet und in ihrer Kalkulation die Schädigung der Umwelt vergessen hat. Dies ist nur deshalb möglich, weil die etablierten Parteien sich scheuen, daran etwas zu ändern. Deshalb ist mein Frust über die Zerstörung der Insektenvorkommen ohne Gegenwehr der langjährig regierenden Parteien grenzenlos. Gerade der aktuelle Skandal um die Verlängerung der Nutzungserlaubnis des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat durch Agrarminister Christian Schmidt (CSU) verstärkt meinen Frust, zumal der Minister mit dümmlichen Statements in der Öffentlichkeit agiert und zumindest als „Bauernopfer“ im wahrsten Sinne des Wortes einen sofortigen Rausschmiss verdient hätte, wozu es wohl leider nicht kommen wird. Das Totalherbizid Glyphosat vernichtet nicht nur das eigentliche Unkraut, sondern tötet flächendeckend alle Pflanzen auf dem Acker. Damit entzieht es Insekten, Vögeln und anderen Tieren die Nahrungsgrundlage, warnt das Bundesumweltamt (UBA). Es ist fraglich, ob es irgendwann möglich sein wird, den in den genannten Insekten-Untersuchungen geschilderten Trend umzukehren. Ich bin entschlossen, mich dafür aktiv einzusetzen und hoffe, Sie sehen es ähnlich.  In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Dezember, mit schönen Festtagen, an denen hoffentlich etwas von ORVIS* untere dem Baum liegt und einem guten Rutsch.

Herzlichst, Ihr Manfred Raguse

*Eine Gelegenheit, noch ein Geschenk von ORVIS zu besorgen haben Sie noch auf einigen Hausmessen im Dezember und natürlich jederzeit bei Ihrem ORVIS Händler. Gute Atmosphäre herrschte auf der Fliegenfischer-Hausmesse bei Spezi Erfurt vor wenigen Tagen.

Oben: Gute Stimmung auf der Hausmesse bei Spezi Erfurt. Unten: Jungangler (im Vordergrund!) mit ORVIS Practicaster, einem besonders coolen Geschenk.

 

Die Manfred Raguse Kolumne im November

Liebe Orvis-Freunde,

der Herbst hat überall Einzug gehalten und es treffen aus verschieden Richtungen beeindruckende Fangmeldungen ein. Herzlich gratuliere ich unserem Orvis Händler Werner Steinsdorfer aus Neustadt a. d. Donau zu seinem phantastischen Hecht von 1,11 m Länge, gefangen mit seiner Helios 2 an der Donau.  Wie Sie sehen, ein Bild von einem Hecht! Es gelingt Werner immer wieder,  in den Gewässern seiner Umgebung herausragende Fänge zu machen und er ist für seine Kunden ein besonders wertvoller Ratgeber, der seine Kenntnisse gern weitergibt.

Werner Steinsdorfer mit seinem wirklich „tollen“ Hecht aus der Donau.

Offen gestanden, bei mir selbst lief es fischereilich im Oktober nicht so gut. Auf der Rückreise aus Schweden fuhr ich noch durch Dänemark, um es zusammen mit meinem Freund Heinz Werner Heller noch auf Lachs zu versuchen. Aber die Verhältnisse dort waren nach starken Regenfällen geprägt durch extrem hohes und gefärbtes Wasser. Unsere Chancen waren gering und deshalb fuhren wir auch früher als geplant zurück nach Deutschland.

Mein Freund Heinz Werner testet begeistert bei bestem Wetter in Schweden die neue 908 Helios 3 mit der Bank Shot Schnur…

… und zwei Tage später versuchen wir unser Glück noch zwei Tage in Dänemark auf Lachs, bei schlimmen Regenwetter mit viel Wind…

… haben aber bei dieser Wasserfärbung nur geringe Chancen

Zurück in Hamburg wartete, nicht überraschend, viel Arbeit auf mich und nachdem das Wichtigste erledigt war, suchte ich mir unter den neuen ORVIS Produkten für 2018 den neuen Practicaster heraus, um ihn im Trockenen auszuprobieren. Mein Assistent Thies hatte mich neugierig gemacht, indem er erzählte, dass bei einem Besuch bei einem unserer Orvis Händler einer der Angestellten mit unserem Practicaster quasi ins Spielfieber geraten war und er fast Gewalt anwenden musste, um diesen wieder mitnehmen zu können.

Das Anwerfen der „Zielfische“ mit Klettoberfäche macht ein bisschen süchtig und da diese auf der gesamten Oberfläche gehakt werden können, ist ein leiser sportlicher Zweifel unvermeidbar.

Der neue Practicaster kommt mit drei „Zielfischen“ im Helios 3 Design daher und könnte deshalb gewissermaßen als die „Helios 3 des kleinen Mannes“ bezeichnet werden (EVK € 59,-).

Es macht ehrlich Spaß mit dem Practicaster auf die „Zielfische“ zu fischen und das gerade auch deshalb, weil es wirklich nicht so einfach ist. Schon der alte Practicaster hat viel Spaß gemacht, mit dem haben wir in Norwegen auf dem Bauernhof die Katzen süchtig gemacht. Eine von ihnen, ein roter Kater den wir „Findus“ getauft hatten, war immer auf unseren Spaziergängen über Kilometer mitgekommen, magisch angezogen von der mit dem Practicaster geworfenen Wollschnur, die er unermüdlich versuchte zu fangen. Den neuen Practicaster kann ich auf jeden Fall für Schlechtwetterperioden, Familienzusammenkünfte, festliche Anlässe und Schneidertage am Wasser empfehlen. Er könnte auch die Motivation zum Fliegenfischen beim Nachwuchs erhöhen und ist dem Konsum bildungsferner Fernsehserien auf jeden Fall vorzuziehen. Ein Tipp für die Weihnachtszeit ist er ganz sicher, der neue Practicaster von ORVIS.

In den Herbstferien ging es dann mit der Famile für eine gute Woche nach Mallorca zum Strandurlaub. Aber natürlich nehme ich auf jede Reise auch eine Fliegenrute (mindestens!) mit und versuche mein Glück. Schon am zweiten Tag war ich nach einer Fahrt nach Sa Pobla zum Fischereiamt „Fogaiba“ im Besitz einer „Licencia de pesca maritima recreativa individual“, einer Lizenz, die mit unserem Fischereischein vergleichbar ist. Damit im Sling Pack und einer 905 Recon Rute, Battenkill Rolle und Schwimmschnur probierte ich dann mein Glück an drei Abenden vor dem Abendessen ganz in der Nähe unseres Hotels.

Der Auslauf aus einem großen Sumpfgebiet auf Mallorca.

Beim Gewässer handelte es sich um einen strömenden Abfluss aus einem großen Sumpfgebiet, der allerdings tidenabhängig war. Es war schwieriger als ich geglaubt hatte und ich gebe zu, dass ich die Meeräschen, die ich von einer Brücke aus beobachten konnte, unterschätzt hatte.

Der geringe Zeiteinsatz von ca. 1 -1 ½ Stunden pro Tag an den drei Tagen reichte nicht aus, um die Geheimnisse um diesen Fisch in dieser Umgebung erfolgreich zu ergründen.  Da es sich um einen Familienurlaub handelte, hatte ich mir dieses knapp bemessene Zeitlimit gesetzt, da ich mich kenne…

Von hier sind es nur ca. 1500 Meter bis zur Mündung im Meer.

Diese Rehhaarfliege auf Haken Gr. 14 wurde am letzten Abend auf den letzten Wurf in der Dämmerung genommen.

Das Gewässer hatte recht vielversprechend ausgesehen, aber die Realität sah anders aus. Die Meeräschen waren an und unter der Oberfläche mäßig aktiv, aber ich konnte nicht ausmachen, was auf ihrer Speisekarte stand. Meine unterschiedlichsten Nymphen, Trocken-und Nassfliegen wurden komplett ignoriert. Erst am letzten Abend, es war schon dunkel geworden, verlor ich eine Meeräsche und konnte dann doch noch – buchstäblich mit dem letzten Wurf- eine kleine fangen. Inzwischen war ich mit meinem Vorfach auf 7x runtergegangen. Das war völlig in Ordnung für mich, aber es wurde somit auch deutlich, dass ich mich für das nächste Mal besser vorbereiten muss. Meeräschen darf man nicht unterschätzen, soviel ist mir inzwischen klar geworden.

Mühsam erkämpfte Beute: Eine kleine Meeräsche in der Dämmerung am letzten Tag auf Mallorca.

Ich hoffe, bei Ihnen ist der Oktober erfolgreicher verlaufen und wünsche Ihnen eine tolle Fischerei im November.

Herzlichst,

Ihr Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im Oktober

Liebe Orvis-Freunde,

der Monat September hatte auch in diesem Jahr wieder zwei alljährlich stattfindende Highlights für mich parat: Die Reise nach England zu ORVIS nach Stockbridge /Hampshire und dann Ende September noch ein paar Tage Lachs- und Meerforellenfischerei in Schweden.

In England ging es wieder darum, im Rahmen eines europäischen Händlertreffens, die neuen Produkte von Orvis für das Jahr 2018 zu testen und genau unter die Lupe zu nehmen. Diesmal begleitete mich auch erstmals mein Assistent Thies Reimers.
Am ersten Tag wartete eine interessante Fischerei einschließlich Barbeque an der Eigenstrecke von ORVIS am Test auf uns. Die Strecke heißt „Kimbridge“ und ist wahrlich historischer Grund. In den Dokumenten des Flyfishers Club fand ich dieses Foto aus dem Jahre 1939:

ORVIS Test Neville Chamberlain  Sir Joseph Ball Fly  Fishing Fliegenfischen

Der britische Premierminister Neville Chamberlain sagte im Mai 1939 nach einem gemeinsamen Wochenende am Test zu Sir Joseph Ball: „Nice place you have here, Ball.“ („Sie haben ein schönes Plätzchen hier, Ball”). Dieser antwortete: „Oh, I don’t know, Prime Minister, it’s only six miles of fishing on the Test and a modest house.” („Finden Sie wirklich, Premierminister? Es sind nur 6 Meilen Fischerei am Test und ein bescheidenes Haus”).

Neues ORVIS-Gerät wird am traditionsreichen River Test getestet

Die Strecke Kimbridge gehört ORVIS seit vielen Jahrzehnten und ist ein wunderschöner Abschnitt des klassischen Kreideflusses Test. Der hier genannte Sir Joseph Ball war ein aktiver Fliegenfischer und beteiligte sich seinerzeit an zahlreichen Debatten zur Ästhetik der Fliegenfischerei, die vielfach hier am Test ihre Ursprünge hatten. Auch heute gibt es viele namhafte Leute, die den Test schätzen. Einer von ihnen ist unser Nachbar am ORVIS-Beat Kimbridge, Roger Waters von Pink Floyd.

Typische Szene am traditionsreichen ORVIS Beat Kimbridge am Test: große Bachforelle im Drill.

ORVIS  hat heutzutage zur Betreuung der Strecke einen Ghillie angestellt und benutzt die Strecke zu repräsentativen Zwecken, wie zu diesem Händlertreffen, gibt aber auch Lizenzen heraus. Wenn es Sie interessieren sollte, einmal an einem klassischen Kreidefluss zu fischen, wenden Sie sich gerne an uns. Wir können es Ihnen ermöglichen, an den ORVIS-eigenen Strecken am Test und Itchen zu fischen.

Mit von der Partie waren in diesem Jahr auch wieder Orvis Händler aus dem deutschsprachigen Raum, wie Jan Aben von Finest Flyfishing und Sonja und Evandro Kürsteiner von Fun Fisch aus der Schweiz.

ORVIS Jan Aben Finest Flyfishing Helios 3 Fliegenrute

Jan Aben von Finest Flyfishing genoss die Tage an den englischen ORVIS-Strecken. Hier beim Testen der neuen Helios 3 Rute.

Überraschender Besuch am Kimbridge Beat: Barrie Welham, britischer Casting Champion, früherer ORVIS Direktor, Gründer der British Fly Reels Company und mein guter Freund, ließ es sich zu meiner großen Freude nicht nehmen, am Test vorbeizuschauen und brachte ein paar Flaschen guten Wein mit!

ORVIS Thies Reimers Regenbogenforelle Test England

Thies Reimers von ORVIS mit schöner Regenbogenforelle aus dem Test.

Massimo Clini (im Vordergrund), der bei der letzten Weltmeisterschaft im Fliegenfischen (Master) den dritten Platz belegte mit den Kollegen von ORVIS Italien am Kimbridge Beat.

ORVIS Beat Kimbridge am River Test

Der Kimbridge Beat von ORVIS am Test mit seinem Strohdach Cottage ist ein Paradies für Fliegenfischer.

Leider konnten wir diesmal nicht die ORVIS Strecke am Itchen befischen, aber dafür den Timsburry Beat am Test, eine weitere Top-Strecke von ORVIS.

Bei dieser Fischerei wurden die neuen Helios 3 Ruten intensiv getestet und herausragend beurteilt. Zahlreiche weitere neue Produkte wurden ebenfalls unter die Lupe genommen und wir werden Ihnen einen Teil davon nach und nach auf dieser Webseite vorstellen.

Vom Test in England ging es nach Berlin zum Helios 3-Test bei Angeljoe

ORVIS Falko Ueschner von Angeljoe Dresden Test Helios 3

Falko Ueschner von Angeljoe Dresden beim Testwerfen der neuen Helios 3 in einem Park in Berlin: beeindruckende Performance auf engstem Raum. Mit viel Kompetenz beurteilt Falko die Helios 3 F als ausgezeichnet.

Wenige Tage nach dem Besuch in England traf ich in Berlin den fliegenfischenden Filialleiter von Angeljoe Dresden, Falko Ueschner.

Der Shop Angeljoe führt seit einigen Monaten auch ORVIS und ich kann einen Besuch empfehlen, auch in den Filialen Dresden und Flensburg.  Wir besuchten die Berliner Filiale von Angeljoe und fuhren dann bei allerbestem Wetter in einen nahegelegenen Park und testeten viel ORVIS Ruten. Auch Falko war sehr angetan von den Helios 3 Ruten und anderen ORVIS Produkten.

Falko Ueschner Angeljoe ORVIS Bekleidung

Falko Ueschner konnte sich auch für einige der neuen technischen Bekleidungsstücke von Orvis erwärmen und wird ab Anfang 2018 eine Auswahl im Angeljoe Shop Dresden präsentieren.

Schweden: Rute geklaut! Doch der Täter wurde entlarvt.

Ende des Monats ging es dann nach Schweden. Am zweiten Morgen meiner Schweden-Reise im September trete ich aus dem Haus und traue meinen Augen kaum: meine zweite Lachsrute ist weg. Ich kann es nicht glauben. Zwar ist mir klar, dass man heutzutage überall mit dem plötzlichen Auftreten der Kriminalität rechnen muss. Aber in Skandinavien sind wir wirklich verwöhnt, aber gerade hier… ich fasse es nicht!

ORVIS Stene Hellberg Helios Lachsruten

Lachs- und Meerforellenspezialist Stene Hellberg, einer meiner langjährigen Angelkollegen in Schweden, der im Nachbarhaus wohnt, sitzt entspannt mit einer Zigarre auf unserer Veranda. Zu diesem Zeitpunkt standen meine beiden Helios Lachsruten noch am Baum.

Dann sehe ich plötzlich in 20 Metern Entfernung eine Rute im Gras liegen. Ich gehe näher und sehe, dass es meine Helios Lachsrute ist, einige Meter Fliegenschnur liegen wirr abgezogen im Gras. Hat sie dem Dieb etwa nicht gefallen, hat er sie einfach weg geworfen? Das ist doch sehr unwahrscheinlich.

ORVIS Lachrute Zweihand

Die Zweihandrute liegt in 20 Metern Entfernung im Gras – rätselhaft.  Aber immerhin ist die Zweihandrute unbeschädigt.

Glücklicherweise ist meiner Rute nichts passiert und ich gehe kopfschüttelnd zum Haus zurück und versuche das Geschehene zu verstehen.

Dann begreife ich blitzartig: Der neue grasmähende Roboter, den ich gestern Abend mehrfach im Garten gesehen hatte, könnte der Schuldige sein! Tatsächlich war mir der unermüdliche Fleiß aufgefallen, mit dem er noch in der Dämmerung hin und her unterwegs war. Ich hatte schon fast menschliche Gefühle für den fleißigen Kerl entwickelt. Und jetzt die plötzliche Erkenntnis, dass man dem Roboter nicht mehr trauen kann …

Der Angriff des Mäh-Roboters. Die Rute stand zuvor am Baum, wurde zum Fallen gebracht und dann vom Mähwerk überfahren.

Später höre ich Fischerkollegen erzählen, das im Nachbarhaus eine Rute verschwunden ist – das erste Mal in der Geschichte an diesem friedlichen Ort, für alle eine desillusionierende Erfahrung, alle sind in Aufruhr, ist die Kriminalität bis hier vorgedrungen?

Ich ahne die Zusammenhänge und äußere meinen Verdacht und Hoffnung keimt bei den Kollegen auf. Ich gehe in den Garten und sehe mich um. Nach einiger Zeit entdecke ich etwa 40 Meter vom ursprünglichen Standort beim Nachbarhäuschen eine Rute im Gras liegen. Diese ist aber schwer mitgenommen, die Spitze ist gebrochen und die Fliegenschnur ist gekappt, mehrere Ringe sind zerstört.

Zweihandrute Lachs

Stene’s Gerät ist schwerbeschädigt, die Spitze der Fliegenrute ist gebrochen, die Fliegenschnur ist gekappt.

Ich bringe die zerstörte Fliegenrute Stene Hellberg zurück. Dieser scheint trotz der Beschädigungen eher erleichtert darüber, dass die Kriminalität doch noch nicht bis hierhin vorgedrungen ist. Das sehen alle genauso und fühlen sich schon besser…

Ihnen wünsche ich im Oktober eine erfolgreiche Fischwaid. Nehmen Sie sich die Zeit, wieder häufiger ans Wasser zu kommen, denn dieser Monat bietet viele gute Möglichkeiten mit der Fliegenrute.

Herzlichst,

Ihr Manfred Raguse

 

 

 

 

 

 

 

Die Manfred Raguse Kolumne im September

Liebe Orvis-Freunde,

schon sind wir im September angekommen, dieser ist häufig ein Prachtmonat für die Fliegenfischerei. Nach dem Sommer pegeln sich die Temperaturen wieder in einem Bereich ein, den zumindest ich als angenehmer für die meisten fischereilichen Aktivitäten empfinde. Wichtiger: auch die Fische fühlen sich mit etwas geringeren Wassertemperaturen wieder wohler.

Nach meiner Fischerei an der Gaula, die wieder eine gute Saison erlebt hat, zog es mich Mitte August wieder an die brandenburgischen Seen und von dort sogar ein paar Tage weiter nach Polen, wohin mich mein Sohn Alexander begleitete.

Die Gaula hatte wieder eine ordentliche Saison. Manfred Raguse befischt den Bogen Sondre Beat im August. Foto: Bernd Kuleisa

Einer meiner letzten Fische in dieser Saison an der Gaula.

Ich löste für ein größeres Gebiet im ehemaligen Pommern eine 3-Tageskarte und konnte mit der ORVIS Recon am See meines Großvaters den ersten Barsch schon mit dem dritten Wurf auf eine schnell geführte Nymphe fangen.

Kulissenwechsel – von Norwegen über Brandenburg an einen See im ehemaligen Pommern.

Ein Barsch nimmt die Nymphe beim dritten Wurf mit der Recon.

Fast unbemerkt durch die wohltuenden sommerlichen Aktivitäten an den diversen Gewässern ist inzwischen die Zeit näher gerückt, in der die ersten Helios 3 Ruten auch nach Europa und somit auch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz geliefert werden. ORVIS liegt ganz gut im Zeitplan und die Spannung auf die neuen Ruten ist bei einigen ORVIS Händlern und ihren Kunden groß. Das ist kein Wunder, denn ORVIS sagt: „Helios 3 sind die präzisesten Ruten der Welt“ und die Fakten sprechen für sich:

- Helios 3 Ruten sind die einzigen Fliegenruten auf dem Markt, die konzipiert wurden, um Wurfenergie in Präzision umzuwandeln.

- Durch die neuen Materialien und Herstellungstechniken lassen sich die Ruten noch präziser werfen und Schwingungen beim Wurf werden minimiert.

- Durch eine neue Gewichtsverteilung fühlen sich die Ruten noch leichter an.

- Ihre Zugfestigkeit bzw. Dehnbarkeit (Tensile Strength) ist 17% höher,  die Biegungsstabilität des Blanks bei der Verformung von rund zu oval bei Wurfbelastung (Hoop Strength,) ist um 40% erhöht und außerdem wurde die Haltbarkeit bei Einwirkung von außen (Impact Strength) um 77 % gesteigert.

- Sie haben eine matte, reflektionsarme Oberfläche, die für eine Minimierung der Scheuchwirkung bei den Fischen sorgt.

- Sie sind mit einem exklusiv für ORVIS hergestellten Rollenhalter ausgestattet, der im selben Unternehmen hergestellt wird, wie die neue Mirage Rolle.

Wie hat ORVIS bei den neuen Helios 3 Ruten diesen hohen Präzisionsgrad erreicht?

- Die neue Kohlefaser hat eine höhere Dichte und führt zur schnelleren Stabilisierung des Blanks.

- Erhöhte Biegungsstabilität sorgt für besseres Tracking.

- Jede einzelne Sektion jeder Rute wird von Hand abgestimmt.

- Neue fortschrittliche Taper sorgen für eine bessere Energieübertragung, bei der die Spitze etwas sensibler wird und das Handteil mehr Kraftreserven bietet.

- Es sind zwei neue Helios Rutenfamilien erhältlich: Helios 3 F für feine, gefühlvolle und punktgenaue Präsentation auf kurzen und mittleren Distanzen. Die Helios 3 D (Distanz) steht für Präzision bei großen Weiten und auch bei starkem Wind.

Präzision ist deshalb so wichtig, weil es beim Fliegenfischen oft auf wenige Zentimeter ankommt und die Fliege genau dort landet, wo Sie den Fisch vermuten.

Bei den wunderbaren Möglichkeiten mit der Fliegenrute, die uns der Monat September bietet, werden sicher einige von uns die neue Helios 3 mit ans Wasser führen. Halten Sie die Augen offen, man erkennt diese Ruten schon auf Abstand und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit zu ein paar Testwürfen (Sie können sich gern auf mich berufen…).  Ansonsten wird Ihr ORVIS Händler – vorausgesetzt, er hat sich schon rechtzeitig eine Helios 3 gesichert – Ihnen bestimmt ermöglichen, diese zur Probe zu werfen.

Ich wünsche Ihnen für den September spannende Stunden am Wasser.

Ihr,

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im August

Liebe Orvis-Freunde,

ich hatte in dieser Kolumne im letzten Monat versprochen, zeitnah mehr über die neuen Orvis Produkte für 2018 zu berichten. Hier sind natürlich meine ersten eigenen Erfahrungen mit Helios 3 an erster Stelle zu nennen.  Am Delaware River in den USA konnte ich die neuen Top-Ruten von Orvis in der Praxis ausprobieren und war schwer beeindruckt. Es wird zwischen Orvis Helios 3 F (= Fein) und Helios 3D (= Distanz) unterschieden. Ich bekam für das Testfischen beide Versionen und begann mit der „3F“.

Testfischen der neuen Helios 3F und der neuen Mirage Rolle in der Abenddämmerung am Delaware River in den Catskills.

Schon nach wenigen Würfen mit der Trockenfliege wurde mir spontan klar, dass dies die beste Fliegenrute war, die ich jemals gefischt hatte. Helios 3 wurde mit dem Ziel entworfen, Wurfenergie in Zielgenauigkeit zu übertragen, das war bei jedem Wurf deutlich spürbar. Orvis beansprucht, mit der Helios 3 die präziseste Rute der Welt geschaffen zu haben.  Dies zu verifizieren überfordert mich, aber ich kann es mir gut vorstellen und als ich dann die „Fein“ gegen die „Distanz“ tauschte, konnte ich diesen hohen Anspruch noch besser nachvollziehen. Irgendwann im Herbst wird es die ersten Helios 3 Ruten auf dem deutschen Markt zu sehen geben. Ich bin sehr gespannt auf Ihre Beurteilung.

Meine erste mit der neuen Helios 3 und der neuen Mirage Rolle gefangene Trockenfliegen-Bachforelle am Delaware River. Auch die neue Lightweight-Wathose wird gleichzeitig getestet.

Es gibt zahlreiche technische Details und Fakten, die die hohe Qualität der Helios 3 untermauern, wir werden darüber berichten.

Don Swanson, Boss der Orvis Rutenproduktion, erklärt einige Orvis-Geheimnisse für die Produktion der Helios 3.

Die neue Mirage Rolle ist auch ein Traum beim Forellenfischen.

Beim praktischen Fischen konnte ich feststellen, dass die neue Mirage die Helios 3 perfekt ausbalanciert und die einzigartige Sanftheit der Bremse einem die Furcht vor dem Bruch des feinsten Vorfachs nimmt.

Bereits auf 25m Entfernung lässt es sich erkennen, dass es sich hier um die neue Helios 3 handelt. Der kaum reflektierende Blank verhindert das Verscheuchen der Fische.

Helios 3 Bruchtest: Die eingespannte Rute übertrifft die Erwartungen und hält unglaublich viel aus, alle halten den Atem an und sind gespannt…

Gerade ist es passiert, bei einer Belastung wie Sie in der Praxis nie vorkommen würde, es sei denn, man fischt mit der Forellenrute auf Hai…

Orvis hat für 2018 noch viel mehr neu im Programm. Allein auf der Fly Tackle Retailer Show in Orlando/ USA im Juli gewann Orvis 4 Auszeichnungen. Deshalb achten Sie bitte künftig auf neue Orvis Produkte mit der Bezeichnung „Ultralight“. Die neuen Watschuhe, die neuen Wathosen und ein Watjacket mit dieser Bezeichnung gehören mit zu den in Orlando ausgezeichneten Produkten.

Zerreißtest für die Nähte bei den neuen Wathosen: Kurz vor der Maximal-Belastungsgrenze

Ich konnte am Delaware River die neuen Lightweight Wathosen ausprobieren und wurde besonders durch deren Leichtigkeit überzeugt. Außerdem gibt es bei den Hosenträgern ein geniales neues System mit Magneten, die das Konvertieren in eine Hüfthose sehr bequem machen.  Aber besonders überzeugend dürfte die hohe Haltbarkeit der neuen Wathosen – bei geringstem Gewicht – sein.

Zerreißtest für die Nähte bei Wathosen: Genaueste Aufzeichnung – Orvis liegt weit über allen getesteten Konkurrenz-Wathosen, auch den teuersten auf dem Markt!

Ich werde Sie nach und nach in dieser Kolumne mit weiteren neuen Orvis Produkten bekannt machen und hoffe, Sie werden genauso begeistert sein wie ich. Bitte glauben Sie nun bitte nicht, ich hätte die im Sommer so wichtige Lachsfischerei in Norwegen vernachlässigt. Nein, hier geht alles mit gewohnter Intensität weiter, es gilt wie immer, so häufig wie möglich am Wasser zu sein.

An der Gaula wird weiterhin gut gefangen: Der Autor dieser Kolumne mit einem Lachsmilchner von 108cm Länge und ca. 13kg Gewicht, gefangen Mitte Juli.

Der Fisch wird vorsichtig wieder zurückgesetzt.

An der Gaula beträgt der bisherige Jahresfang inzwischen schon über 20 Tonnen Lachs und es wurden sehr große Fische gefangen. Wenn Sie sich noch spontan für einen Trip nach Norwegen in dieser Saison (bis 31. August) interessieren, sehen Sie mal auf der Webseite www.internationalflyfishersclub.com nach. Es gibt noch freie Plätze.

Auch Ihnen wünsche ich wieder viel Erfolg und Erholung am Wasser im August.

Ihr,

Manfred Raguse

Die Manfred Raguse Kolumne im Juli

Liebe Orvis-Freunde!

Der Juni war für mich fischereilich kein einfacher Monat. Wie immer traf ich am 31. Mai an der Gaula ein und war somit pünktlich für den Saisonstart am 1. Juni vor Ort. Die Berichte von den Forschungsnetzen am Eingang des Fjords waren ermunternd, aber die Natur war doch etwas hinter einer normalen Entwicklung zurückgeblieben. Es hatte noch nach Ostern heftige Schneefälle gegeben und das Einzugsgebiet der Gaula war mit großen Schneemengen angereichert. Umso überraschender war es, dass die Lachse schon da waren. Sie waren früh in die Gaula eingestiegen und überraschten mit einem wirklich phantastischen Eröffnungstag in dessen Verlauf rund 90 Lachse bis zu 21 kg gelandet wurden! Das Durchschnittsgewicht der zehn größten Lachse betrug 15,9 kg! Am zweiten Tag der Saison wurde kurz unterhalb unserer Strecken in Kval ein Lachmilchner von 23,1 kg gelandet.

Mein erster Gaula-Lachs in der Saison 2017, ein mittelgroßer Fisch im Gewicht von ca. 5,5 kg, den ich nach dem Foto schnell wieder zurücksetzte.

Bei mir dauerte es aber ein paar Tage, bis ich meinen ersten diesjährigen Gaula-Lachs landen konnte. Die Fischerei konzentrierte sich in der Gaula während der ersten drei Wochen hauptsächlich auf die unteren 30 km und die dort erzielten Fänge waren beeindruckend, Mitte Juni waren bereits 582 Lachse mit einem Durchschnittsgewicht von 8,8 kg gefangen worden. Ab 19. Juni wurden dann die ersten Fische an unseren Strecken oberhalb Gaulfossen gelandet.

Mein zweiter Gaula-Lachs in der Saison 2017, ein Rogner mit 106cm Länge und einem Gewicht von 11,1 kg, gefangen im New Pool.

Nach 10 Tonnen Lachs ging es in die USA zu ORVIS

Am 23. Juni flog ich zu ORVIS in die USA und verpasste damit die beste Juniwoche in dieser Saison. Ende Juni waren an der Gaula 1.429 Lachse mit einem Gesamtgewicht von 10.714 kg registriert worden. Die Einladung zu ORVIS in die USA diente dem Zweck, die zahlreichen neuen Produkte für 2018 frühzeitig kennenzulernen. Am 5. Juli wird ORVIS in Presserklärungen bekannt machen, was an neuen Produkten zu erwarten ist. Ich möchte dem hier nicht vorgreifen und bitte um etwas Geduld. Auf dieser Webseite werden wir demnächst mehr darüber berichten. Sie dürfen gespannt sein!

Meine Woche in den USA war vollgepackt mit Fischerei, Begegnungen mit ORVIS-Kollegen, Meetings zum Kennenlernen neuer Produkte, Strategien, Hintergründen und Produktionsprozessen. Hier folgen einige Fotos, die davon einen kleinen Eindruck vermitteln.

Ich verabschiede mich schon hier und wünsche Ihnen im Juli Fischerei vom Feinsten, wo auch immer Sie diese Genießen werden.

Ihr,

Manfred Raguse

Bill Reed, ORVIS Director of Wholesale for Rod & Tackle zeigt uns auf einer Rundtour einige der attrakven Flüsse in den Catskills, bevor wir am Delaware River fischen.

Blick in einen Fly Shop am Delaware River, West Branch Angler

Überall wird das Fliegenfischen erlernt.

Einfahrt zum Fly Shop West Branch Angler am Delaware River.

Blick von unserer Veranda auf den Delaware River und eine geguidete Gruppe.

Mit dem ORVIS-Bär durch den Flagship Store in Manchester Vermont

Seitenansicht vom Flagship Store

Bill Reed, Direktor für ORVIS Großhandel weltweit, erklärt einige neue Produkte im Hauptquartier Sunderland, Vermont.

Blick aus dem Orvis Flagship Store in Manchester/Vermont draußen findet bereits morgens früh der erste Unterricht statt.

Wathosen Display im Flagship Store

Beeindruckendes Ruten Display im Flagship Store

 

Die Manfred Raguse Kolumne im Juni

Liebe Orvis-Freunde!

Ich hoffe, der Start der Hechtsaison verlief bei Ihnen erfolgreicher als bei mir? Als jemand, der gern etwas länger schläft, wurde ich beim ersten Blick aus meiner Hütte in Brandenburg gleich zwei Booten auf dem Barschberg ansichtig! Und während ich mein Frühstück inklusive 6-Minuten-Ei in aller Ruhe genoss, kamen zwei weitere Boote in meinen Sichtbereich. So etwas hatte ich hier noch nie erlebt!

Offensichtlich hat der 1. Mai in dem Maße, wie sich seine Bedeutung als Kampftag der Arbeiterklasse abgeschwächt hat, als Hecht-Stichtag an Bedeutung gewonnen.

Was nimmt man für den Fisch? Streamer oder Soja Soße?

Hechtausrüstung Orvis Helios 2 in Klasse 10 mit Hydros Fliegenrolle mit Fliegenschnur  Bank Shot Sink-Tip zum Fliegenfischen

Perfekt ausgerüstet zum Start der Hecht-Saison. An der Helios 2 mit der neuen Hydros Rolle und der ORVIS Bank Shot Sink-Tip Schnur macht sich ein Wiggletail Streamer von Fulling Mill ganz gut.

Für mich verlief der Start der Hechtsaison ab 1. Mai diesmal sehr ruhig. Zwei Tage passierte nicht viel – nur drei Bisse und drei Nachläufer – das war es, kein gelandeter Hecht. Mein Assistent Thies hatte mir den Tipp gegeben, an der Helios 2 in Klasse 10 die ORVIS Bank Shot Sink-Tip Schnur zu verwenden, um die großen Hechtstreamer gut werfen zu können. Das funktionierte wirklich sehr gut, aber die Hechte wollten trotzdem nicht. Meine Tante Gerda (95) wartete vergeblich, im Häuschen zwei Bootsstege weiter links, auf in „guter Butter“ gebratenen Hecht von mir.

Also musste Plan B ran – ich hatte sicherheitshalber ein Stück eingefrorenen Lachs mitgebracht, denn mit etwas Reis und ganz spezieller Soja Soße (alljährliches Geschenk der Sawadas) hat man ganz schnell ein wunderbares Essen gezaubert.

Ein Leben, über 60 Jahre an einem See

Abenddämmerung am See am letzten Wochenende. Die Rotfedern steigen fleißig, nachdem die Badeaktivitäten vorbei sind – und nehmen meine mit der ORVIS Superfine präsentierte Trockenfliege.

Termin 13 Uhr am nächsten Tag. Ich hatte mir vorgenommen, um kurz nach 12 Uhr zurück zu rudern, das Essen zuzubereiten und rechtzeitig bei Tante Gerda zu sein (mit dem Ruderboot, denn sie wohnt ja fast nebenan). Doch dann begann es plötzlich zu beißen! Innerhalb einer Viertelstunde hatte ich 3 Hechte gelandet, alle nicht groß, aber wenn Beißzeit ist, sagte ich mir, steigen die Chancen auch auf die großen. Mein Anruf bei Tante Gerda stößt auf Verständnis – klar, nach über 60 Jahren am See, ein Leben unter Anglern, versteht sie genau, dass der Hunger warten muss, wenn die Fische endlich mal beißen. Das gemeinsame Essen wurde auf später verschoben, ich fing noch zwei wirklich kleine Hechte und dann herrschte wieder völlige Ruhe. Das Essen am selben Abend war ein voller Erfolg, der mitgebrachte Lachs war ausgezeichnet.

Der Lachs und die Reise an den Delaware River

Was liegt an im Juni? Klar, es geht wieder auf Lachs nach Norwegen an die Gaula. Dort liegt zwar noch viel Schnee, aber von den Forschungsnetzen am Eingang des Trondheim Fjords wurden zahlreiche im Anmarsch befindliche Lachse gemeldet – und zwar fünfmal so viele wie zum selben Zeitpunkt im Vorjahr! Und 2016 war bereits besser als die letzten Jahre davor. Die Lachssaison wird also wieder interessant. Sie finden aktuelle Berichte auf der Webseite www.internationalflyfishersclub.com

In der letzten Juniwoche geht es zu ORVIS in die USA. Es passt mir zeitlich nicht sonderlich gut, Norwegen ausgerechnet in der St. Hans-Woche den Rücken zu kehren, aber es muss sein. Zu viele aufsehenerregende neue ORVIS Produkte für das Jahr 2018 müssen kennengelernt werden. Man darf gespannt sein. Wir werden Ihnen hier bald mehr darüber berichten. Aber wie immer wird bei ORVIS auch gefischt, diesmal am Delaware River.

Tom Rosenbauer von Orvis beim Fliegenfischen.

Bei meinem Besuch bei ORVIS traf ich den bekannten Fliegenfischer Tom Rosenbauer, seitdem ist, neben dem Fliegenfischen, das Opossum unser gemeinsames Thema.

Ich war dort bereits vor ein paar Jahren und erinnere mich an Forellenfischerei vom Feinsten, obwohl der Fluss auch einen Hydro-Ausbau verkraften musste. Ich hatte damals meine neuen Joggingschuhe vergessen und mein Hütten-Kompagnon, Tom Rosenbauer, war so lieb, mir diese nach Deutschland hinterherzuschicken.

Wir hatte eine tolle Zeit zusammen und bei einem gemeinsamen Ausflug in ein Tal, in dem viele merkwürdige Leute zu wohnen schienen (wie in gewissen amerikanischen Horrorfilmen), sahen wir ein Auto, dessen Kfz-Kennzeichen lautete: „Eat more Opossum“! Die Erinnerung daran führte uns dazu, dass wir in alle spätere Korrespondenz zwischen uns irgendetwas Witziges über Opossums einbauten. Vielleicht werde ich bei meinem nächsten Besuch am Delaware River die Gelegenheit wahrnehmen, mal ein Opossum zu probieren. Und da die Opossums in den letzten Jahren Karriere als Fliegenbindematerial gemacht haben, bringe ich dann auch gleich ein Fellstück mit.

Ich hoffe, Sie bleiben mir trotzdem gewogen, ich wünsche Ihnen auf jeden Fall einen schönen Juni,

Ihr Manfred Raguse