Händler des Monats: Finest Fly Fishing

Standort: Bedburg-Hau

Geschäftsführer: Jan Pieter Aben

Jan Pieter Aben ist Ihr Orvis Hänlder in Bedburg-Hau.

Profil: Seit der Gründung 2010 ist dieses Fachgeschäft am unteren Niederrhein rasant durchgestartet und hat sich innerhalb von kurzer Zeit zu einem Geheimtipp in der Fliegenfischerszene entwickelt. Nachdem man erst auf 120 Quadratmetern ein umfangreiches Sortiment anbieten konnte, wurde im Herbst 2014 die Geschäftsfläche um weitere 30 Quadratmeter erweitert. „Finest“ deutet schon an, wie sich das Geschäft kurz und prägnant umschreiben lässt. Alles vom Feinsten! Die Kompetenz von Geschäftsführer Jan Pieter Aben und seinem Vater Jan Aben ist unbestritten sehr hoch, da beide passionierte Fliegenfischer sind. Der Name Finest passt – wie wir meinen – ideal zu Orvis. Unbedingt einmal anschauen, dieses Fachgeschäft!

Jan Aben drillt eine schöne Bachforelle an der Hausstrecke von Orvis UK am Test.

Und so sieht Jan Pieter Aben die Zusammenarbeit mit Orvis:

Bei der Zusammenarbeit mit Orvis geht es nicht nur um Qualität und Innovation. Das darf man von einem Unternehmen, das seit 1856 am Markt ist, erwarten, sonst würde es Orvis schon lange nicht mehr geben. Service ist dabei genau so wichtig. Den Service, den wir unseren Kunden anbieten, erwarten wir auch von unseren Partnern. Spezielle Kundenwünsche versuchen wir schnell zu berücksichtigen. Das klappt mit Orvis hervorragend. Ob mit gerade nicht lagernden Produkten oder bei Reparaturen. Immer unkompliziert und einwandfrei. Ich hatte 2015 die Gelegenheit mich selbst davon zu überzeugen, indem ich die europäische „Zentrale“ im englischen Andover besuchte. Da erkannte ich die „Force“, die hinter dem Unternehmen steht und das hat mich sehr beeindruckt. Auch die Tatsache, dass man ein offenes Ohr hat für Produktvorschläge und -Verbesserungen stärkt das Gefühl hier gut aufgehoben zu sein.

Jan Aben mit einer schönen Bachforelle, die er während des Händlertreffens bei Orvis landen konnte.

Ich nutzte die Gelegenheit, einige Neuheiten für 2016 direkt an einer der hauseigenen Strecken zu testen. Insbesondere die neue Hydros SL Rolle hat es mir angetan. Tolles Design, eine samtweiche Bremse und eine wunderbare Performance beim Drillen von stattlichen Forellen im Zusammenspiel mit der Helios 2, das verspricht einiges.
Eine weitere Neuheit sind die neuen Super Strong Plus Vorfächer und das gleichnamige Tippetmaterial. Was soll ich sagen? Auf der ganzen Linie überzeugend, vom Abrollverhalten, bis hin zur Tragkraft, einfach topp!

Die neuen Hydros SL Rollen, die Jan Aben schon im Herbst bei Orvis testen konnte.

Es sind eben solche Erlebnisse und Erfahrungen, die dazu führen, dass man hinter Produkten einer Marke wie Orvis steht. Wenn dann auch der Service stimmt, hat man schon fast ein „rundum-sorglos-Paket“, und das ist was heutzutage zählt. Nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kunden, denn zu den Stärken unseres Fachgeschäftes gehört das Eingehen auf Kundenwünsche! Die hohen Ansprüche, die wir selber haben, sind die Basis für die Auswahl der Produkte, die wir in unserem Fachgeschäft führen. Nur das, was wir selber am Wasser benutzen würden, können wir mit einem guten Gewissen unseren Kunden anbieten. Das ist für uns die Basis für eine langjährige Kundenbeziehung; sie beruht auf Kompetenz und Ehrlichkeit.

Finest Fly Fishing
Jan Pieter Aben
Borschelstraße 10
47551 Bedburg-Hau
Tel.: +49 (0) 2821 711 40 38, Fax: +49 (0) 2821 711 66 29
E-Mail: info@finestflyfishing.de
Internet: www.finestflyfishing.de

Die Manfred Raguse Kolumne im März

Wie in jedem Jahr verging der Februar bei mir wieder überraschend schnell. Und zwar so schnell, dass ich garnicht zum Fischen gekommen bin! Hoffentlich ist es Ihnen nicht genauso ergangen, wie mir. Aber jetzt ändert sich alles, jetzt schreiben wir März und wir sollten alle unsere Chance bekommen.

Ganz früher verbrachte ich die erste Märzwoche immer an den dänischen Forellenflüssen, die bereits so früh Saisonbeginn haben, bzw. hatten. Inzwischen ist hier und dort etwas eingestrammt worden, die Schutzbestimmungen wurden vielerorts angepasst.  Gern erinnere ich mich an das kleine windgeschützte Tal, in dem die Trockenfliege bereits ab 1. März ganz wunderbar auf große Bachforellen funktionierte und mir traumhafte Fischerei bescherte. Wie es dort wohl heute aussehen mag? Bloß nicht sentimental werden, denn in der zweiten Märzhälfte geht es bereits gemäß jahrzehntelanger Tradition nach Schweden auf Meerforellen.

Der Saisonstart kann Überraschungen bieten, so wie hier: Am 7. April 1980 fing ich den bis dahin am frühesten gefangenen frisch aufgestiegenen Blanklachs an diesem Fluss überhaupt.

Nach dem langen Winter ist es schön, wieder am Fluss zu sein und den ersten Fisch zu drillen.

Bevor ich mental auf die neue Saison engestellt bin, ist sie schon da (wenn auch nicht überall). Aber ich weiß, ich bin nicht der einzige, dem es so geht. Plötzlich werden die Fachhändler von nervösen und fischereilich stark motivierten Zeitgenossen „aus dem Winterschlaf gerüttelt“ und es kommt wieder Leben in die Bude. Es wird plötzlich offensichtlich, das für den Saisonstart dieses und jenes fehlt und der gut sortierte Fachhändler hilft gerne, egal ob es sich um die wichtigen kleinen Utensilien, Vorfachmaterial, oder sogar um eine neue Rute oder Wathose handelt.

Damit diese vielfach plötzlich dem Fachhändler präsentierten Wünsche erfüllt werden können, hat dieser aber schon viel an Planung seit dem letzten Herbst geleistet und hat für eine vernünftige Lagerhaltung der erfahrungsgemäß am häufigsten nachgefragten Produkte gesorgt. Das ist keine leichte Aufgabe, es gehört viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl dazu, und sie erfordert auch einen erheblichen Kapitaleinsatz von Ihrem Händler. Sie könnten ihm seine Aufgabe erleichtern, wenn Sie schon ein paar Wochen vorher mal im Laden vorbeischauen und eventuelle Spezialwünsche ankündigen, damit geben Sie ihm die Möglichkeit, das von Ihnen gewünschte Gerät rechtzeitig zu beschaffen.

Seit vielen Jahren setzen wir fast alle Fische wieder schonend zurück.

Zeigen Sie doch mal Ihrem lokalen Fachhändler, dass Sie seinen Einsatz schätzen und das Sie froh sind, das es ihn gibt. Dann wird er einmal mehr das Unmögliche für Sie möglich machen und Sie perfekt rüsten für Ihre so wichtigen Stunden am Wasser. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen schönen März und einen spannenden Saisonstart.

Ihr,

Manfred Raguse

Kurz und gut!

Im Januar stellte an dieser Stelle Thies Reimers eine besonders interessante Recon-Rute vor. Werner Steinsdorfer (www.flyfishing-steinsdorfer.com) hat sich ebenfalls mit diesem Gerät beschäftigt. Hier seine Erfahrungen beim Hechtfischen mit der Recon 7119-4.

Werner Steinsdorfer mit einem schönen Hecht, den er mit der Recon 7119-4 fangen konnte.

Werner Steinsdorfer: „Leider war die Fischerei auf den Seychellen diesmal nix und ich konnte meine neue Recon 7119-4 erst daheim richtig am Fisch testen. Die Rute wirft sich sehr gut und ermüdungsfrei auch mit großen Streamern. Sie ist so kurz, dass ich jetzt Stellen befischen kann, an denen ich mit einer 9ft Rute Probleme hatte. Und sie ist lang genug, um beim Rückwurf übers Schilf zu kommen. Ein weiterer Vorteil ist, dass man den Streamer bis vor die Füße strippen kann. Zwischen den Weiden kann ich fast jede Lücke nutzen und da noch werfen, wo es mit meinen 9ft Ruten unmöglich war.

Zur Praxis: Nach meinen Urlaub auf den Seychellen brauchte ich ein Erfolgserlebnis, sonst hätte ich am Rad gedreht. Nach meinem zweiten Arbeitstag machte ich eine kurze Pause an der Abens in Bad Gögging, um ein paar Würfe zu machen, Bingo, schon nach 5 Minuten knallte es in der Rute. Ein schöner Hecht mit 76 cm machte mit dieser Rute mächtig Spaß. Am nächsten Tag nach der Arbeit machte ich einen Abstecher an die Kels um die Rute dort zu fischen wo ich mit der langen Rute nicht werfen konnte, unter den Weiden bei einer Brücke. Oben kein Platz, hinten wenig Platz und der Streamer landete genau am Punkt. Auch der zweite Wurf gelang mühelos und nach ein paar Strips knallte es schon wieder. Diesmal war die Gegenwehr größer, jetzt zeigte sich, dass die Rute mit einem 90er Hecht spielend fertig wird – auch wenn man bei einer Flucht voll dagegen hält, damit er nicht in einen Biberbau flüchten kann. Zwei Tage später konnte ich an derselben Stelle noch einen Hecht mit 75 cm fangen. Ich habe mit dieser kurzen Rute meinen Aktionsradius beim Hechtfischen enorm erweitern können! Ein tolles Gerät!“

Lachsfischen – die mentale Seite

Über die hilfreiche Mentalität, also über die richtige Einstellung zum Lachsfischen, wird selten geredet oder geschrieben. Um diesen Aspekt sollte man sich aber kümmern, bevor die Reise an das Gewässer angetreten wird. Bernd Kuleisa beleuchtet das Thema.

„In aller Kürze, die dieses Format hier vorgibt, ist folgendes zu sagen: Setzen wir als wichtiges Rüstzeug voraus, dass der Lachsfischer das passende Gerät besitzt und in der Lage ist, einen Schusskopf mit einigen Metern Runningline auszubringen. Dies sicher zu stellen, ist mit wenig Aufwand möglich. Man informiere sich gründlich, lasse sich beraten (Orvis-Fachhändler) und man übe an heimischen Gewässern das Werfen. Tut der Einsteiger das nicht, was leider in der Praxis immer wieder vorkommt, so fährt er bereits mit einem schlummernden Problem belastet in den Urlaub. Dieses Problem bricht auf, wenn er am Wasser steht und nicht umgehend Erfolge eintreten. Sofortige Erfolge sind aber selten beim Lachsfischen, selbst bei erfahrenen Fischern. Man muss Geduld haben und beharrlich sein. Geduld und innere Stärke sind die vielleicht wichtigsten Zutaten, um am Fischwasser glücklich zu werden, wenn es um schwierige, zuweilen unberechenbare Zielfische wie den Lachs geht. Wie kann ein Einsteiger diese mentalen Tugenden in sich wecken?

Der sicherste Weg führt über fünf Schritte:

  1. Bleiben Sie beratbar! Lassen Sie sich führen und hören Sie wirklich zu, wenn erfahrene Fischer ihnen zu diesem und jenem Verhalten raten. Ein Guide oder ein Kurs mit Beratung kann hier eine wichtige Hilfe sein.
  2. Sehen Sie einen Lachstrip auch als Urlaub oder – wenn Ihnen das besser liegt – als Erkenntnisgewinn. Versuchen Sie jeden Tag nicht nur unter dem Fangaspekt zu sehen, sondern versuchen Sie auch den Fluss und die Umgebung zu genießen. Das lockert die Spannung und hilft, Freude am Tun zu aktivieren. Streifen Sie eine allzu dominante Fangfixierung ab. Und der erste Schritt zur Gelassenheit ist getan.
  3. Die richtige Portion Gelassenheit macht es Ihnen leichter, Ihren (!!) Weg zu gehen. Lassen Sie jede Stunde und jeden Tag auf sich zukommen und machen Sie sich keinen Druck. Vermeiden Sie in jedem Fall, sich durch Kleinigkeiten aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen. Ignorieren Sie Kollegen, die schlechte Stimmung verbreiten. Deren mentale Probleme sollten Sie sich nicht zuziehen. Sehen Sie das als schlechtes Beispiel. Das sollte nicht Ihr Weg sein!
  4. Es kommt vor, dass Lachse, die Sie haken, sich nach kurzem oder längerem Drill wieder verabschieden. Das passiert jedem, wird aber vom Einsteiger oft als tragisch empfunden. Das ist verständlich. Wahrscheinlich haben Sie aber nur Pech gehabt. Und können Sie das nicht auch so sehen: Ich habe etwas richtig gemacht! Sonst hätte der Fisch ja nicht gebissen! Ich nähere mich also dem ersehnten Ziel.
  5. Nähert sich das Ende der Lachswoche und es hat sich bislang kein Fang eingestellt, so ist das keineswegs zwingend Ihr „Fehler“. Dies passiert auch sehr erfahrenen Fischern und gehört sozusagen zum Lachsfischen dazu. Sonst wäre der Erfolg nicht so kostbar. Bleiben Sie bis zur letzten Minute aufmerksam, so lange Sie die Chance zum Fischen haben. Nicht selten klappt es doch noch. Die geschilderten mentalen Klippen zu umschiffen, diese Aufgabe stellt sich auch erfahrenen Fischern, die dies vielleicht besser überspielen können. Außerdem haben diese bereits einige Fänge im inneren Fangbuch, was Ihnen noch bevorsteht. An der Gelassenheit und inneren Stärke ganz bewusst zu arbeiten, ist für den Lachs-Einsteiger schwierig, aber eben auch besonders wichtig.

Ich würde Ihnen wünschen, dass Sie sich vor dem Lachsurlaub (dieser Ausdruck ist bewusst gewählt) klar machen, wie Sie ihn meistern können. Von der inneren Stärke zur äußeren Stärke. Aus der Ruhe kommt dann die Kraft, die Sie entspannt zu immer besseren Würfen und zu besserem Fischen führt. Das ist es, was ich im Umgang mit Einsteigern am Lachsfluss immer wieder sehe und zu fördern versuche. Gelingt es Ihnen, diesen Weg für sich zu finden, so sind Sie eigentlich schon ein richtiger Lachsfischer. Selbst wenn der Erfolg anfangs auf sich warten lässt. Er wird kommen!