Geräte-Besprechung – Fliegenruten: ORVIS Superfine Glass 764-3 (7’6″ – #4 – 3tlg.) aus dem Fliegenfischer-Forum

Hohlglasfliegenruten boomen nach wie vor und die verfügbare Fliegenrutenvielfalt dieser Art seitens der verschiedenen Hersteller in allen Qualitäts- und Preisklassen wächst von Jahr zu Jahr. Nun gibt es auch eine neue Glass Fliegenrutenserie von ORVIS: unter dem Motto “Glass is not dead!”: die Superfine Glass Ruten, die logische Konsequenz zur Komplettierung der beliebten Superfine Fliegenruten für die feine Fischerei – und zudem eine besonders hochwertig ausgestattete und verarbeitete Glasfaser Fliegenrutenserie, hergestellt in Manchester, Vermont (USA)!
Die ORVIS Glass Fliegenrutenserie umfasst drei dreiteilige Einhand-Fliegenruten, in den Schnurklassen #3, #4 und #5 und in den Längen 7’0″ (210 cm), 7’6″ (228 cm) und 8’0″ (240 cm), (alles Stand: April 2014).
Unser Testmodell war eine Orvis Superfine Glass in der Länge 7’6″ und der Schnurklasse #4.Ausstattung und technische Details:
Teilung, Maße und Daten:
Dreiteilige Fliegenrute, Länge 7’6″ (zusammengesteckt und nachgemessen 229 cm), drei gleichlange Teile a. 79,5 cm. Ruten-Gewicht: 72 Gramm. Angegebene Schnurklasse: #4. Blankdurchmesser über dem Griff: 10,3 mm. Blankdurchmesser an der Rutenspitze: 1,8 mm. Rutenrohr Länge: 83,5 cm / Rutenrohr Gewicht: 350 Gramm.
Ausstattung:
Die Superfine Glass besitzt einen (besonders im Handteil) auffallend starken, leichten, olivgrünen, ungeschliffenen und dünn glanzlackierten Blank aus S-2 Hohlglasfaser-Material. Die Verbindungen der Rutenteile sind als passgenaue Überschubverbindungen mit einseitigen Punktmarkierungen ausgeführt, sie greifen von unten nach oben gemessen 50 und 52 mm ineinander. Die Oberseiten der einzelnen Teile wurden gegen eindringenden Schmutz, Nässe etc. abgedichtet. Dunkelbraune Beschriftung von Hand auf dem Blank am Handteil überm Griff.
Beringung: Handteil mit einem “Litewire” Leitring und einer feststehenden Fliegeneinhängeöse in Rollenflucht, 2.Teil mit vier Schlangenringen, Spitzenteil mit vier Schlangenringen und dem Spitzenring. Die Ringdurchmesser und Drahtstärken sind der feinen Schnurklasse angepasst, sie wurden mehrfach abgestuft. Alle Ringe kommen in Hard Chrome. Ring- und Zierbindungen halbtransparent in Braun. Alle Bindungen wurden sorgfältig lackiert und gründlich versiegelt.
Griff: Kurzer Korkgriff (Form Zigarre), 16,5 cm lang (inklusive Übergang zum Blank oben), aus 6mm-Korkscheiben in erstklassiger Qualität. 
Rollenhalter: Leichter Schraubrollenhalter aus Aluminium in Silber-Optik, griffwärts wirksam, Gesamtschraubweg 30 mm, mit einer Einlage aus Kork.
Sonstiges: Die Lieferung erfolgt im Futteral und im hochwertigen ORVIS-Glasfaser-Rutenrohr mit Schraubkappe aus Aluminium. Es gilt die 25-Jahre ORVIS Vollgarantie gegen jegliche Art von Bruch. 
Ruten-Preis: 419,– Euro

Nähere Betrachtung und Praxistest: In Sachen Ausstattung und Verarbeitung lässt unsere Testrute keine Wünsche offen, ebenso wenig wie bei der gelungenen farblichen Zusammenstellung. Die dunkelolive Farbgebung der Rute im Verbund mit braunen und silbernen Elementen im Retro Style empfinden wir als angenehm, dezent und als wohltuend abweichend zu manchen Glass-Ruten einiger anderer Hersteller, welche in “quietschknalligen” Farben angeboten werden. Die Orvis Glass hat wurde sehr sauber beringt und lackiert, ihre Ausstattung ist sehr gut, ebenso wie die Gesamtverarbeitung, hinzu kommt ein umfassender Lieferumfang mit Futteral und schönem Rohr, alles farblich perfekt aufeinander abgestimmt. Der handgerecht geformte Griff hat für diese Rute die richtigen Dimensionen und weist eine erstklassige Kork-Qualität auf, er liegt sicher in der Hand und der leichte, feine Alu-Rollenhalter arbeitet leichtgängig und zuverlässig. Die Überschubverbindungen greifen (v.u.n.o.) 50 und 52 mm ineinander und halten die Rute sicher zusammen. Kleine Punktmarkierungen auf den unteren Rutenteilen erleichtern das schnellere Ausrichten beim Zusammenstecken.

Schon bei unseren ersten Praxistests wird klar, das die Orvis Superfine Glass zwar wie nicht anders erwartet um Welten weicher und geschmeidiger ist als jede Kohlefaser-Fliegenrute – aber auch mehr Rückgrat und Spritzigkeit besitzt als die meisten anderen heutigen Glass-Fliegenruten, die wir bisher in der Hand hatten. Orvis hat damit eine Gratwanderung zwischen den “Material-Welten” zugunsten einer gefühlvollen Fischerei und einer dennoch effektiven Werferei perfekt gemeistert! Die Orvis Glass Ruten sind daher auch bestens geeignet für Fliegenfischer, die schon immer mal mit einer Hohlglasfliegenrute der neuen Generation geliebäugelt hatten, denen andere Glass Ruten aber bislang viel zu weich waren…
Im Praxisbetrieb zeigt unsere Testrute eine mittelweiche, bis zum Griffkork durchgehende, nahezu vollparabolische Aktion – genau wie es bei dieser Rute sein soll. Bestückt mit einer DT oder WF #4 macht die Glass einen sehr guten Job auf nahen und mittleren Distanzen. Man kann sie mit etwas Steuerung und minimalem Krafteinsatz wunderbar leicht, völlig entspannt und wie von selbst arbeiten lassen – aber bei Bedarf auch deutlich schneller ansprechen und werfen: ein bemerkenswerter und wichtiger Unterschied zu anderen Glasruten, wie oben schon angesprochen. Beim Drill lässt sich auch bei dieser Glass-Rute fast jeder Flossenschlag eines gehakten Fisches reichlich intensiv bis in die Hand hinein spüren. Mangelnde Drill-Power oder fehlende Stärke sind bei der Orvis Glass ebenfalls überhaupt kein Thema! Die tiefgehend federnde Arbeit der gesamten Rute bestens geeignet, einen Fisch rasch müde zu drillen und das Handteil ist kräftig genug, um auch mit stärkeren Fischen fertig zu werden. Zudem lassen sich neben winzigen Fliegenmustern bis hin zu kleinen Streamern auch feinste Vorfächer problemlos fischen: ein Abreißen wegen einer zu steifen Rute dürfte hier wohl kaum vorkommen. Das Haupteinsatzgebiet dieser Rute sind die kurzen Distanzen bis um 10 Meter, diese lassen sich geradezu spielend und mit geringstem Aufwand abdecken. Wenn es etwas weiter hinaus gehen soll, lassen sich mit der Superfine Glass jedoch auch Wurfweiten bis um die 20 Meter noch gut bedienen und kontrollieren.

Fazit: Wer Superfine Ruten mag und diese noch einen Touch fischiger haben möchte, wird von der Orvis Glass schwer begeistert sein! Das gleiche gilt für Fischer, denen andere Glass Ruten bislang zu weich waren… Ausstattung, Optik, Verarbeitung und Leistungen sind über jeden Zweifel erhaben und lassen keine Wünsche offen. Diese Rute für die genussvolle Fischerei in Bächen und kleineren Flüssen sorgt für maximalen Fischerspaß mit Gefühl! Die umfassende Orvis-Vollgarantie macht den Rutenkauf zur Lebensanschaffung. 
Bezug: Im Fachhandel (Orvisdealer). Orvis-Vertretung für Deutschland: Orvis Services, Inc. M. Raguse, Robert-Blum-Str. 5 b, D-22453 Hamburg, Tel.: (040)5892302, Fax: (040)5892304, E-Mail: RaguseM (at) Orvis.com; Web: www.orvis.de

Quelle: www.fliegenfischer-forum.de

Aktuell! Hamburger Events

Zwei Events in Hamburg sind uns eine kleine Rückbetrachtung wert. Am 12. April fand im Geschäft der Firma K&HD in Hamburg ein Treffen statt, bei dem die Gäste Gelegenheit hatten, die neuen und extrem coolen Räumlichkeiten unseres Orvis-Händlers Ralph Hendes-Drewes in Augenschein zu nehmen.

Sichtlich gut drauf! Ralph Hendes-Drewes in seinem Orvis-Fachgeschäft “K&HD”. Im Hintergrund links: Ralf Kanstorf im Gespräch mit einem Gast des Events.

Vor Ort waren Thies Reimers und Bernd Kuleisa sowie Ralf Kanstorf, der bekannte Autor des Buches „Meerforellen und Lachse in Deutschlands und Dänemarks Auen“. Mehrere interessierte Besucher hatten den Weg zu K&HD gefunden. Mit großem Interesse wurden beispielsweise die neuen Glasruten von Orvis in Augenschein genommen und auch im nahen Park getestet. Thies und Bernd zeigten, wie man mit diesen Gerten umgeht.

Thies Reimers (rechts) zeigte Fotos und Filme zum Thema Gaula “Norwegian Flyfishers Club”.

Weiter kamen die neuen Zweihandruten des Typs „Clearwater“ sehr gut an, auch diese konnten getestet werden. Einige Helios 2 Ruten standen auch zur Verfügung und natürlich schnitten diese im Test ganz ausgezeichnet ab.

Bernd Kuleisa: beim K&HD-Event mit seinen Büchern und einigen Orvis-Ruten präsent.

Diese Gelegenheit, neue Orvis-Geräte zu probieren und sich über Trends beim Lachs- und Meerforellenfischen zu informieren, kam gut an und deshalb werden Thies Reimers, Bernd Kuleisa und Ralf Kanstorf im Januar 2015 wieder ein solches Event bei K&HD abhalten.

Bernd Kuleisa und Thies Reimers beim Hamburger Wurftreffen.

Am folgenden Sonntag fand das Hamburger Wurftreffen im Freibad Kiwittmoor (Langenhorn) statt. Auch hier waren Thies und Bernd mit den genannten Orvis-Geräten präsent. An dieser Stelle möchten wir auf die Verdienste von Klaus Schröder hinweisen und ihm ein dickes Lob für diese Veranstaltung zollen, dessen Erlös (Eintrittskarte: 3 Euro) für wohltätige Zwecke gespendet wird. Beeindruckend immer wieder, wie viele erstklassige Werfer an diesem Tag zusammenkommen und kostenlos für Einsteiger als Ratgeber zur Verfügung stehen. Zum Beispiel: Klaus Schröder, Thomas Ellerbrock, Taki Alvanos, Peter Hansen, Daniel Stephan und viele andere.

Gute Stimmung beim Hamburger Werfertag mit Klaus Schröder (dritter von links, rechts daneben Taki Alvanos).

Eine gelungene Veranstaltung!

Nein: zwei!!